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Mittwoch, 18.10.2017

Die neuen Elektroautos: Die Entwicklungen sind beeindruckend.

Die Diskussion um die Elektromobilität ist noch immer von viel Skepsis geprägt. Eines ist jedoch gewiss: Die Tage der Benzin- und Dieselfahrzeuge scheinen gezählt.

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Der BMW i8 - sportliche Elektromobilität | Pixabay @ kalhh (CCO public domain)
Der BMW i8 - sportliche Elektromobilität | Pixabay @ kalhh (CCO public domain)
Das Tanken dauert bei Elektroautos noch etwas lange. | Pixabay @ Free-Photos (CCO public domain)
Das Tanken dauert bei Elektroautos noch etwas lange. | Pixabay @ Free-Photos (CCO public domain)
Der Tesla Model S - bringt heute schon erstaunliche Leistungen | Pixabay @ Tomasz_Mikolajczyk (CCO public domain)
Der Tesla Model S - bringt heute schon erstaunliche Leistungen | Pixabay @ Tomasz_Mikolajczyk (CCO public domain)

Der bereits mehr als 100 Jahre alte Verbrennungsmotor hat vielleicht bald ausgedient. Die fossilen Brennstoffe gehen zur Neige. Benzin wird irgendwann so teuer sein, dass der Einsatz im Verbrennungsmotor sich nicht mehr lohnt. Es sind Alternativen notwendig, die die Mobilität sicherstellen, allerdings ohne fossile Brennstoffe. Viele Menschen spielen mit dem Gedanken, ihr altes Auto gegen ein neues einzutauschen. Hier gilt es, sich vorher über seine Möglichkeiten zu informieren, denn aktuell gibt es von allen Seiten Prämien - Eintauschprämien, Wechselprämien, Neuwagenrabatte und jetzt auch noch die Elektroautoprämie. Das Elektroauto ist aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Übergangsphase, andere Technologien stehen schon in den Startlöchern, wie beispielsweise das Auto mit Brennstoffzellen.

Vor- und Nachteile der Elektroautos

Elektroautos brauchen keine fossilen Brennstoffe, die nur noch in begrenzten Mengen vorrätig sind. Sie können quasi schadstofffrei fahren, halten die Luft sauber und haben kaum Einfluss auf das Klima. Sie sind sehr leise und können langfristig helfen, den Verkehrslärm zu reduzieren. Die modernen Elektroautos sind keine behäbigen Kutschen mehr, wie beispielsweise Nissan mit dem neuen Leaf 2 mit seinen 200 PS beweist. Dabei sind einige Hersteller schon bei der Produktion umweltfreundlich, wie das i3-Werk von BMW, das Solarenergie nutzt.

Natürlich hat jede Medaille zwei Seiten, so hat auch das Elektroauto nicht nur Vorteile. Der Anschaffungspreis ist noch immer im Verhältnis zum konventionellen Auto sehr hoch. Die neuen Kaufprämien für E-Autos sollen einen Anreiz bieten, in E-Autos zu investieren. Langfristig sinken die Preise sicherlich, spätestens wenn der Wettbewerb steigt. Die Reichweite von Elektroautos ist noch immer sehr gering. Die neuen Modelle weisen hier entscheidende Verbesserungen auf. Mit vollen Akkus hat der Nissan Leaf 2 eine Reichweite von 500 Kilometern. Die Infrastruktur für die Elektromobilität ist in Deutschland ebenfalls besser geworden, dennoch steht sie beispielweise noch immer Fernreisen im Weg. Die Nutzung von Elektroautos ist nur bedingt umweltfreundlich, denn entscheidend ist, aus welcher Energiequelle der Strom zum Tanken kommt. Wenn dieser aus erneuerbaren Energien bezogen wird, ist dies für Elektromobilität in jedem Fall sinnvoll. Auch die Produktion von Elektrofahrzeugen hat Auswirkungen auf die Umwelt. Für die Herstellung von Batterien werden seltene Erden gewonnen und genauso stellt das Recycling der Batterien ein Problem dar.

Die Brennstoffzelle - eine Alternative zum Elektroauto?

Das Auto mit Brennstoffzellen braucht keine schweren Batterien mehr, sondern erzeugt die notwendige elektrische Energie direkt im Auto. Dazu sind Wasserstoff aus einem Tank und Sauerstoff aus der Umgebungsluft notwendig. Daraus produziert das Auto seine Energie, als Nebenprodukt entsteht Wasser. Wasserstoff ist kein begrenzter Rohstoff, im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen. Er ist das in der Natur am häufigsten vorkommende chemische Element und entsteht in der Industrie als Nebenprodukt.

Das Prinzip der Brennstoffzelle ist einfach. Mittels aufwendiger Elektrolyse werden Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. In einer Brennstoffzelle entsteht während der sogenannten kalten Verbrennung Elektrizität, die ein Auto mit Elektromotor antreiben kann.

Der Vorteil gegenüber dem Elektroauto liegt klar auf der Hand. Das Auto mit Wasserstoff zu befüllen dauert nur wenige Minuten. Ein Elektroauto aufzuladen, dauert selbst bei den neueren Modellen noch verhältnismäßig lange. So ist der neue Nissan Leaf 2 in 45 Minuten zu 80 Prozent wieder aufgeladen. Bei der Reichweite stehen die Brennstoffzellen-Autos den Elektroautos in nichts nach. Der Hyundai iX 35 hat eine Reichweite von knapp 600 Kilometern und muss sich nicht vor der Benzinkonkurrenz verstecken. Ein Manko: Es gibt noch kein flächendeckendes Tankstellennetz für Wasserstoff. Außerdem ist es schwierig, den Tank im Auto wie auch an Tankstellen so zu verbauen, dass das leicht flüchtige und hochentzündliche Gas nicht austreten kann - besonders bei Unfällen. Ebenfalls muss noch an einer Technologie gefeilt werden, wie auch in hohen Massen Wasserstoff produziert werden kann, damit nicht auch diese in den Ruf gerät, umweltschädlich zu sein. Zwar ist Wasserstoff das Element, das am häufigsten im Universum vorkommt, allerdings muss es auch so aufbereitet werden, dass es zur Nutzung bereitsteht - möglichst ohne die Schafstoffe zu generieren, die die Technologie sonst verhindern soll. Das sind für eine aktuell noch so teure Technologie große Nachteile.

Was ist los auf dem deutschen Elektroautomarkt?

Auf der IAA 2017 haben deutsche Hersteller auch in punkto Elektroauto gezeigt, was sie können. Audi zeigte seinen neuen SUV e-tron und Mercedes und BMW hatten eine Antwort auf den amerikanischen Tesla Model 3. Allerdings sind die deutschen Modelle noch nicht ganz serienreif. Mit dem e-tron Quattro von Audi ist beispielsweise frühestens im Sommer 2018 zu rechnen. Audi und Toyota arbeiten an einer Feststoffbatterie, die wesentlich größere Reichweiten verspricht. Bis zu 800 Kilometer sind damit möglich - durchaus eine Konkurrenz zum Verbrennungsmotor.

BMW, Audi und auch Porsche brauchen noch ein wenig Zeit, um einen schlagkräftigen Gegner für den Tesla Model S auf den Markt zu bringen. Herstellerangaben zufolge dauert es noch zwei Jahre. Auch VW hat Elektromodelle in der Pipeline. Der elektrische Bulli ist serienreif, auch weitere Modelle wie der Skoda Vision E oder VW I.D. Aero sollen bald von der variablen Elektroplattform von VW rollen. Aber auch hier geht vor 2020 nichts.

Der Trend - bald könnten Verbrennungsmotoren ein Relikt der Vergangenheit sein

Wenn die derzeitige Entwicklung weiter anhält, wird im Sommer 2022 jeder zehnte Neuwagen ein Elektroauto sein, dies hat ein deutscher Physiker an der Leibniz Universität Hannover errechnet. Anhand der weltweiten Verkaufszahlen, die seit 2011 zählbar sind, hat sich die Anzahl der E-Autos auf den Straßen alle 15 Monate verdoppelt. Zu diesem Zeitpunkt kam der serienreife Nissan Leaf auf den Markt. Davon ausgehend kommt bereits im Sommer 2026, also in weniger als zehn Jahren, das Aus für den Verbrennungsmotor.

Tesla Model S - oder sieht so die mobile Zukunft aus?

Die Tesla-Modelle der S-Serie haben schon heute eine erstaunliche Reichweite, die zwischen 400 und 600 Kilometern liegt. Dabei bringen die Motoren zwischen 320 und 700 PS auf die Straße. Dieser Luxuswagen beschleunigt von Null auf 100 in 2,7 bis 5,8 Sekunden. Spitzengeschwindigkeiten von 210 bis 250 Stundenkilometer sind damit möglich. Die Autos der Serie S von Tesla fahren alle mit Allradantrieb. Sie sind serienmäßig mit Aufprallvermeidungs- und Notbremsfunktion ausgestattet. Acht Kameras und zwölf Ultraschallsensoren ermöglichen autonomes Fahren mit den Modellen der S-Serie. Diese Funktion gibt es gegen Aufpreis, allerdings darf sie auf öffentlichen Straßen noch nicht benutzt werden. Der Tesla Model S hat natürlich seinen Preis, die günstigste Variante gibt es ab 70.700 Euro.

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