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Dienstag, 02.01.2018

Die neue Chefin in Loschwitz

Der Elbhangfest-Verein verpflichtete Lydia Göbel als neue Geschäftsführerin. Was sind ihre Pläne für dieses Jahr?

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Lydia Göbel war viel unterwegs, jetzt ist sie zurück in Dresden.
Lydia Göbel war viel unterwegs, jetzt ist sie zurück in Dresden.

© Sven Ellger

Frau Göbel, Sie sind mit 27 Jahren recht jung für so eine Aufgabe, waren Sie aufgeregt vor dem ersten Tag?

Für Aufregung war tatsächlich keine Zeit. Klar, ich muss mich natürlich erst in alles einarbeiten, aber ich traue mir diese neue Herausforderung zu.

Sie sind jetzt am Zug, was ist mit der ehemaligen Geschäftsführerin Heike Reichel passiert?

Das ist Sache des Vereins, dazu kann und möchte ich nicht viel sagen.

Was qualifiziert Sie für die neue Stelle?

Ich habe schon reichlich Erfahrung im Kulturmanagement gesammelt. Nach meinem Bachelorabschluss in Anglistik und Kunstgeschichte war ich unter anderem in Dublin und Berlin als Praktikantin im Kulturbereich tätig. In Görlitz habe ich neben meinem Master in Kultur und Management das Festival Zukunftsvisionen mitorganisiert, das Booking des Altstadtfestes übernommen und bei der Ostrale hospitiert. Zudem koordiniere ich den Streetfood-Markt des Sukuma-Vereins.

Warum haben Sie sich gerade hier beworben?

Beworben habe ich mich nach der Verteidigung meiner Masterarbeit im Juli nur auf zwei Stellen, die ich wirklich spannend fand. Eine war diese hier. Hier kann ich meine gesamte bisherige Erfahrung einbringen und frischen Wind in die Gestaltung vom Elbhangfest einbringen.

Frischer Wind, wie stellen Sie sich den denn vor?

Zunächst steht schon mal der Termin für das nächste Elbhangfest. Es wird der 22. bis 24. Juni sein unter dem Motto „Gründer und Erfinder – der Hang zur Technik.“

Aber welche Innovationen wollen Sie konkret umsetzen?

Mir schweben zum Beispiel Illuminationen der alten Häuserstruktur vor, hier kann ich meine Kontakte zu vielen Künstlern einbringen. Aber auch eine Zusammenarbeit mit Vereinen, Initiativen und Projekten über die Grenzen des Festgeländes hinaus strebe ich an. Wichtig ist mir dabei, neues Publikum zu begeistern und vor allem jugendlichen Nachwuchs zu gewinnen.

Wie groß ist die Bereitschaft der Anwohner, ihre Höfe zu öffnen?

Die meisten sind, wie ich bisher vernehmen durfte, nach wie vor mit viel Leidenschaft dabei. Natürlich haben wir auch hin und wieder mit Beschwerden über Lärm oder die Straßensperrung zum Fest zu tun. Aber am Ende überwiegt das Gemeinschaftsgefühl, und die Gärten und Höfe der Anwohner werden auch 2018 offen sein.

Immer wieder waren die Eintrittspreise Anlass zur Diskussion, bleiben die Preise von 2017 bestehen?

Ja, die werden bleiben. Ich konnte mit einem ausgeglichenen Haushalt starten. Reformieren möchte ich die Struktur der Einlassbändchen. Wir haben so viele verschiedene Preise, das will ich vereinfachen.

Heftig kritisiert wird bei den Festen in der Stadt immer der viele Müll, haben Sie hier auch Reformideen?

Auf jeden Fall. Nachhaltigkeit ist eines meiner Themen. Ich will den Müll reduzieren, vor allem Plastikteller und Besteck. Auch im Hinblick auf die Produkte ist mir Regionalität und Saisonalität wichtig. Dazu werde ich Gespräche mit den Händlern führen. Ein weiteres Anliegen ist die Inklusion.

Was heißt das konkret?

Das Elbhangfest soll ein Fest für alle sein. Wir müssen daran arbeiten, dass wir barrierefreier werden. Konkret betrifft das Themen rund um die Programmgestaltung, den Zugang zum Fest über den bisher noch unbefestigten Elberadweg, aber auch Shuttleservices auf dem Gelände und den Zugang zu Toiletten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Bekommen Sie wieder Fördergeld von der Stadt?

Einige Anträge sind bereits eingereicht, gegebenenfalls können wir im Januar weiter Fördermittel beantragen, die uns per Stadtratsbeschluss gewährt werden könnten.

Haben Sie denn auch neue Ideen für den Weihnachtsmarkt?

Hier will ich das Bühnenprogramm erweitern und erhoffe mir Unterstützung von den Händlern – auch finanzieller Art.

Konnten Sie Ihre neue Heimat schon erkunden?
Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad von meiner Wohnung in der Johannstadt in mein Büro hier auf der Fidelio-F.-Straße. Dabei sieht man bereits eine Menge vom Elbhang. Einige Runden über das Festgelände habe ich ebenfalls schon gedreht.

Schon einen Lieblingsplatz entdeckt?

So viel Zeit hatte ich leider noch nicht, um die Cafés zu testen oder den Läden und Handwerkern einen Besuch abzustatten. Aber als ich klein war, bin ich oft mit meiner Oma über den Schillerplatz geschlendert und habe diesen Ort mit dem Blauen Wunder in schöner Erinnerung.

Das Gespräch führte Julia Vollmer.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 17 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Tadeus Punkt

    "Hin und wieder" ... und weiter geht's im bekannten Stile. Ihr geht der Mehrheit der Anwohner gewaltig auf die Nerven. Möchtegernkünstler und Selbstdarsteller... ihr seid ein Unglücksfall für das Bestehen des Elbhangs. Auf den ersten Festen waren alle noch gleich. Lang ist's her.

  2. Vorschlag

    Auf dem Fest fehlen meiner Meinung nach ausreichend gastronomische Angebote. Wenn ich bis zur nächsten Bockwurstbude nicht 100 Meter laufen müsste, würde ich gern auch 20€ Eintritt und 10€ für eine Wurst samt Bier zahlen. Auch die Klos sollten teurer werden, damit man nicht so lange anstehen muss. Ein höherer Preis reduziert bekanntlich die Nachfrage.

  3. JulesWDD

    Und wann hört das auf, dass tagelang öffentliche Straßen und Wege für diesen Kommerz gesperrt werden?

  4. Werbung

    Wieso kann in dieser Zeitung niemand ein ordentliches Interview führen? Alle Gespräche wirken wie bestellte Werbeveranstaltungen, ob hier oder bei Politikern. Warum wurde die Geschäftsführerin ausgetauscht? Keine Nachfrage, ach keine paralelle Recherche. Aber der Ruf nach Fördergeldern. Bei Intransparenz sollte der Wunsch abschlägig beschieden werden.

  5. Der Freitag

    Ein furchtbar verbindlich und freundlich auftretendes Mädchen erzählt der staunenden Leserschaft, was sie für tolle, jahrelange Erfahrungen im Kulturmanagent hat. Das sollen wir nun glauben. Klappt schon vom Slter und Ausbildungszeit nicht. Na ja. Leider fehlen alle Angaben zum Thema Elbhangfest, ausser, das bleibt alles wie es ist. Dazu braucht man niemand, der sich den Rest des Jahres auf der hauptamtlichen Kulturcouch räkelt und schön tut. Das könnte sie gern machen, aber letzlich ist so ein Mädchen durchaus ein Kostenfaktor, der zu Eintrittsgeld führt. Besser wäre ein ernsthaftes kulturelles Angebot, neu, niveauvoll und bezahlbar, wo junge und ältere Künstler zeigen können, was sie drauf haben.

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