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Donnerstag, 04.01.2018

„Die Leute wollen unsere Arbeit“

Der Sturm im Oktober beschädigte Gewächshäuser des Biohofes Mahlitzsch – die Kunden haben wunderbar darauf reagiert.

Von Udo Lemke

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 Inzwischen sind andere Häuser repariert, so dass weiter gewirtschaftet werden kann. Im kommenden Jahr soll der Windschutz für die Gewächshäuser verbessert werden.
Inzwischen sind andere Häuser repariert, so dass weiter gewirtschaftet werden kann. Im kommenden Jahr soll der Windschutz für die Gewächshäuser verbessert werden.

© Claudia Hübschmann

Dachhaut und Gestänge zerstört – Sturm „Herwart“ hatte Ende Oktober auch den Biohof Mahlitzsch getroffen. Geschäftsführerin Elke Schwab konnte in einem der großen Gewächshäuser nur noch den Totalschaden feststellen.
Dachhaut und Gestänge zerstört – Sturm „Herwart“ hatte Ende Oktober auch den Biohof Mahlitzsch getroffen. Geschäftsführerin Elke Schwab konnte in einem der großen Gewächshäuser nur noch den Totalschaden feststellen.

© Claudia Hübschmann

Nossen. Herbststurm „Herwart“, der da am 29. Oktober übers Land fegte, hatte es in sich: Nachdem er auf die Gewächshäuser des Biohofs in Mahlitzsch, etwa vier Kilometer nordwestlich von Nossen, getroffen war, da waren drei der neun Gewächshäuser beschädigt. Weil sie dem Sturm die größte Angriffsfläche boten, waren die größten der Häuser auch am meisten betroffen. Eines davon erlitt einen Totalschaden – die Folie, die die Gemüsepflanzen vor Kälte und Witterungsunbilden schützt, war aufgerissen, das Metallgestänge des Gewächshauses verbogen. Auf rund 30 000 Euro schätzte Biohof-Gärtner Christian Schwab den reinen Gebäudeschaden. Eingerechnet waren da noch nicht die Schäden an den damals angebauten Kulturen wie Pflücksalat, Postelein und Rucola.

„Wir hatten einige Krisensitzungen“, sagt Mahlitzsch-Geschäftsführerin Elke Schwab knapp zwei Monate später bei einem Termin vor Ort. Natürlich gibt es Möglichkeiten, sich künftig gegen Stürme vom Format eines „Herwart“ zu wappnen. Eine davon wäre der Bau massiver Gewächshäuser. Aber die dafür notwendigen 300 000 Euro kann der Biohof nicht erwirtschaften. Auch der Umzug der Gewächshäuser in eine geschütztere Lage wäre sehr kostspielig. Müssten doch nicht nur die Häuser umgesetzt und Wasser und Strom neu verlegt werden, sondern auch Böden erst einmal gewächshaustauglich gemacht werden.

„Die große Solidarität, die wir erfahren haben, hat uns Mut gegeben. Die Leute haben uns klar gemacht, dass sie unsere Arbeit, dass sie unsere Produkte wollen.“ Und das hat sich auf zweierlei Art gezeigt. Zum einen sind frisches Gemüse, Milch und Backwaren vom Biohof Mahlitzsch weiter gekauft worden, die typischen Ökokisten sind weiter bestellt worden. Ja, es konnten sogar neue Kunden gewonnen werden. Und zum anderen „haben uns die Leute gefragt, wie und womit sie uns helfen können“, so Elke Schwab. „Es sind bislang etwa 10 000 Euro gespendet worden, um die Sturmschäden zu beseitigen. Das ging von 10 Euro bis zu mehr als 200.“ Das Geld reicht aus, um zwei kleinere Gewächshäuser wieder instand zu setzen, was im Frühjahr geschehen soll.

Im Laufe des Jahres soll die dritte Möglichkeit, sich gegen künftige Stürme zu schützen, umgesetzt werden. Es geht darum, mehr Windschutz für die Gewächshäuser zu schaffen. Das können Hecken genauso sein wie Erdwälle. Es kann erst einmal aber auch einfach nur Stroh sein. Danach würden einige Strohmieten statt entlang der abgeernteten Felder an den Gewächshäusern errichtet. Zwar würden sie im Laufe der Zeit, wenn die Kühe des Hofes versorgt werden müssten, kleiner werden. Aber in der Saison der Herbststürme wären sie noch mächtig genug, um diese abzuhalten.

Der Demeter-Hof in Mahlitzsch war einer der ersten in der Region, der nach biologischen Grundsätzen produzierte. Das soll gefeiert werden. Am 23. Juni wird mit einem Hoffest das 25-jährige Jubiläum begangen. Und, wenn alles gut geht, sind dann auch schon alle Gewächshäuser wieder in Ordnung gebracht.

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