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Donnerstag, 22.02.2018

Die Lehren aus dem Lehrstück

Die DSC-Volleyballerinnen wollen nach dem 0:3 gegen Stuttgart ihre Schwachstelle minimieren.

Von Alexander Hiller

Kapitäne unter sich: Myrthe Schoot (l.) motiviert Katharina Schwabe, während hinten Sasa Planinsec über einen Punkt jubelt.
Kapitäne unter sich: Myrthe Schoot (l.) motiviert Katharina Schwabe, während hinten Sasa Planinsec über einen Punkt jubelt.

© Robert Michael

Der MTV Stuttgart hat den Volleyballerinnen des Dresdner SC am Mittwochabend gnadenlos deren Schwachstellen aufgezeigt. Beim 3:0-Erfolg (25:23, 25:16, 25:17) der Schwäbinnen im Hinspiel des Viertelfinals um den europäischen CEV-Cup wurde mehr als deutlich, dass das Team von Trainer Alexander Waibl über die Außenpositionen zu wenig Durchschlagskraft entwickelt. Das ist zumindest auf diesem außergewöhnlich hohen Niveau noch nicht konkurrenzfähig.

„Ich kann nicht enttäuscht sein, weil ich meinen Spielerinnen nur das zutrauen kann, was sie im Augenblick zu leisten imstande sind“, sagte Alexander Waibl nach der deutlichen Niederlage. Etwas mehr Match-Glück im ersten Satz, dem ausgeglichensten, hätte sich der 49-Jährige dennoch gewünscht. „Wir arbeiten weiter am Angriff und an den Elementen, die damit zusammenhängen. Unsere Angreiferinnen können aber die Winkel nicht schlagen wie die Stuttgarterinnen“, analysiert der DSC-Trainer. Die Schlagwinkel sind ganz eng mit der erreichten Schlaghöhe der jeweiligen Spielerin verknüpft. „Also kommen diese Winkel bei uns im Training auch nicht vor und wir können demzufolge auch nicht trainieren, sie entsprechend zu verteidigen. Daran müssen wir arbeiten, damit das bis zu den Play-offs besser wird, ich bin guten Mutes“, sagt Waibl. „Aber in dieser Verfassung ist Stuttgart gerade die beste Mannschaft der Bundesliga“, fügt der Schwabe an.

Liefe das Rückspiel am kommenden Mittwoch ähnlich einseitig zugunsten des Bundesliga-Spitzenreiters, könnte das für den DSC auch direkte mentale Auswirkungen für das Pokalfinale am 4. März gegen Wiesbaden haben.

„Hilfreich ist das sicher nicht. Wir haben im Augenblick nicht mehr die Leichtigkeit wie über weite Strecken der Saison. Das aber kommt nicht überraschend“, sagt Waibl. Kampflos aber wird sich der derzeitige Bundesliga-Dritte in Stuttgart nicht ergeben. Auch, weil nicht nur der Trainer noch jede Menge brachliegendes Potenzial in seinem Team sieht.

„Die Enttäuschung ist groß. Wir waren gut drauf, wussten, was wir machen sollen. Ich denke, wenn wir im Rückspiel viele Kleinigkeiten ein bisschen besser machen, sieht das ganz anders aus“, gibt sich Dresdens Libero Myrthe Schoot kämpferisch. Für die Endphase der deutschen Meisterschaft gibt Alexander Waibl jedoch einen Tipp ab, der längst nicht mehr in die Kategorie geheim fallen dürfte. „Stand heute kann man ihnen eigentlich schon gratulieren. Die Qualität, die Stuttgart im gesamten Kader auf das Feld stellen kann, ist ganz einfach außergewöhnlich.“

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