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Donnerstag, 18.05.2017

Die Innenstadt als Wettkampfstrecke

Demnächst reisen Sachsens beste Orientierungsläufer an. Das liegt an einem Radeberger.

Von Jens Fritzsche

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Anton Kamolz stammt aus Radeberg und ist seit seinem zehnten Lebensjahr begeisterter Orientierungsläufer. Nun lebt er in Dresden und organisiert für den Postsportverein die Orientierungslauf-Abteilung. Jetzt holt er die sächsische Landesmeisterschaft nach Radeberg. Vor Schloss Klippenstein wird gestartet.
Anton Kamolz stammt aus Radeberg und ist seit seinem zehnten Lebensjahr begeisterter Orientierungsläufer. Nun lebt er in Dresden und organisiert für den Postsportverein die Orientierungslauf-Abteilung. Jetzt holt er die sächsische Landesmeisterschaft nach Radeberg. Vor Schloss Klippenstein wird gestartet.

© Thorsten Eckert

Es geht durchaus rasant zu, wenn die Spitzenläufer durch die Städte unterwegs sind.
Es geht durchaus rasant zu, wenn die Spitzenläufer durch die Städte unterwegs sind.

© privat

Diese Punkte – Posten genannt – steuern die Läufer an. Ein zeitversetzter Start verhindert Warteschlangen.
Diese Punkte – Posten genannt – steuern die Läufer an. Ein zeitversetzter Start verhindert Warteschlangen.

© privat

Auf einen fünf Kilometer langen Kurs werden die Orientierungsläufer in Radebergs Innenstadt gehen.
Auf einen fünf Kilometer langen Kurs werden die Orientierungsläufer in Radebergs Innenstadt gehen.

© privat

Radeberg. Fußball? Nein, Orientierungslauf! Das ist in skandinavischen Ländern sozusagen nicht nur wortwörtlich der Renner unter den Sportarten. Läufer, die anhand einer Karte durchs Gelände wetzen. Längst hat sich dieser Sport auch bis nach Deutschland „herumgesprochen“ und zudem „hat sich zunehmend auch der Sprint-Orientierungslauf in Städten durchgesetzt“, weiß Anton Kamolz. Der gebürtige Radeberger ist einer der Besten in dieser Sportart, war im vergangenen Jahr bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Schweiz dabei und holt nun die sächsische Landesmeisterschaft ins Radeberger Stadtzentrum.

Eigentlich ist Anton Kamolz „gelernter“ Crossläufer. „Aber eine Freundin meiner Mutter war in Dresden Trainerin im Orientierungslauf und hat mich zum Probetraining eingeladen“, sagt er – und das Feuer, das er sofort gefangen hatte, ist noch immer zu hören. In der Dresdner Heide wurde trainiert, „da bin ich nach der Schule immer hingefahren, was natürlich eine Menge Zeit kostete“. Als es dann auf den Abitur-Endspurt am Radeberger Humboldt-Gymnasium zuging, „habe ich dann erst mal aufgehört“. Allerdings nicht allzu lange. Denn als ihn das Freiwillige Ökologische Jahr nach der zwölften Klasse ins nahe Dresden verschlug, „habe ich wieder angefangen“. Beim Post SV, wo er sich nun auch um die Nachwuchs-Abteilung kümmert.

Bierstadt bietet beste Bedingungen

Und als jetzt die Ausrichtung der Landesmeisterschaft im Sprint-Orientierungslauf anstand, „war mir klar, dass die in Radeberg stattfinden muss“, lässt Anton Kamolz gleich gar keine Zweifel aufkommen.

Und die Bierstadt, ist er überzeugt, bietet für die Läufer beste Bedingungen. Hier gibt es verwinkelte Gassen, ein Flussufer – und vor allem viele Möglichkeiten, ein Ziel auf unterschiedlichen Wegen anzusteuern. „Denn die Läufer müssen in einer vorgegebenen Reihenfolge sogenannte Posten ansteuern – welchen Weg sie nehmen, ist ihnen überlassen“, beschreibt der Radeberger. Vorgegeben ist quasi nur die Luftlinie. Die Posten sind dabei Holzgestelle, an denen die Läufer elektronisch registriert werden. Dazu bekommen sie eine Karte der Innenstadt, auf der die nummerierten Posten eingezeichnet sind. „Aber die Karte gibt es erst am Start, es kann sich also niemand schon vorher einen Weg suchen“, macht Anton Kamolz deutlich. Die Karte hat er übrigens aus einem Luftbild handgezeichnet, hat Straßen eintragen und auch verbotene Gebiete, wie Privatgelände. „Rund 60 Stunden hat das gedauert“, sagt er. Und fiebert nun dem 11. Juni entgegen. Dann nämlich werden sich hier Sachsens beste Orientierungsläufer treffen. Auf dem Areal der alten Turnhalle an der Pulsnitzer Straße. „Da werden Wettkampfzentrum und Ziel sein.“ Gestartet wird der Lauf am benachbarten Schloss Klippenstein. Um die fünf Kilometer lang ist der Kurs; „die Besten werden knapp 15 Minuten brauchen“. Beachtlich!

Etwa 200 Läufer haben sich angesagt, gestartet wird im Abstand von anderthalb Minuten, damit es nicht zu „Warteschlangen“ an den Posten kommt. Nach dem Einzellauf steigt dann noch ein Massenlauf. Und auch einen „Schnupperlauf“, einen Jedermanns-Lauf, wird es geben. Für den können sich Interessierte noch am Wettkampftag anmelden.