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Mittwoch, 16.05.2018

Die Bahn baut

Damit die Züge schneller rollen, wird die Strecke zwischen Zeithain und Nünchritz zur Baustelle. Viereinhalb Jahre lang.

Von Antje Steglich

Die Bahn informiert

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Ein IC fährt am Dienstag aus Richtung Dresden an Nünchritz vorbei. Dort darf er maximal 120Kilometer pro Stunde fahren – nach den Bauarbeiten sollen es mehr sein.
Ein IC fährt am Dienstag aus Richtung Dresden an Nünchritz vorbei. Dort darf er maximal 120 Kilometer pro Stunde fahren – nach den Bauarbeiten sollen es mehr sein.

© Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Von Dresden über Riesa nach Leipzig in 45 Minuten. Das ist das erklärte Ziel der Deutschen Bahn AG und des Verkehrsprojektes „Deutsche Einheit Nummer 9“. Dafür will das Unternehmen zwischen Oktober 2020 und Mai 2025 den Streckenabschnitt zwischen dem Abzweig Zeithain-Bogendreieck und dem Abzweig Leckwitz ausbauen. Durch die Landesdirektion wurde nun bereits das dafür notwendige Planfeststellungsverfahren eröffnet, die Unterlagen inklusive Kartenmaterials können derzeit öffentlich eingesehen werden. Zudem lädt die Bahn an diesem Donnerstag zu einer weiteren Informationsveranstaltung ein. Die SZ hat sich das Datenmaterial vorab schon einmal genauer angesehen.

Bahnübergänge in Glaubitz werden beseitigt

Damit die Streckengeschwindigkeit durchgehend auf 200 Kilometer pro Stunde erhöht werden kann – zurzeit sind maximal 130 möglich –, müssen laut Deutscher Bahn alle Bahnübergänge, bei denen Schiene und Straßen auf gleichem Niveau liegen, beseitigt werden. Für die Übergänge an der Bahnhofstraße und an der Poststraße in Glaubitz müssen somit neue Lösungen gefunden werden. Nach Untersuchung verschiedener Varianten soll nun an beiden Stellen eine Eisenbahnüberführung gebaut werden – die Straßen verlaufen künftig in einem Tunnel unter den Gleisen hindurch.

An der Bahnhofstraße hat das weitreichende Auswirkungen: Die Straße wird aus Richtung B 98 kommend vor den Gleisen verschwenkt und mit einer Brücke über den Floßkanal und danach in einem Tunnel unter den Gleisen hindurch geführt, um dann an die S 88 anzuschließen. Dort wird die gesamte Kreuzung zwischen Staatsstraße, Straße nach Moritz und Bahnhofstraße neu geordnet. Die bisherige Bahnhofstraße endet zudem in einem Wendehammer nördlich der Gleise.

Die Eisenbahnüberführungen an der Glaubitzer, der Wiesentorstraße und an der S 40 bleiben grundsätzlich bestehen. Die Gleisbrücke über den Weg nach Zschaiten wird abgerissen und durch eine Konstruktion aus Stahlbeton ersetzt. Auch über den sogenannten Weg zur Hölle Richtung Weißig soll ein Ersatzneubau entstehen.

Die Bahn informiert

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Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren liegen bis 25. Mai in den Rathäusern Zeithain und Nünchritz zu den Öffnungszeiten aus.

Wie man sich am Verfahren beteiligen kann und wie die Unterlagen aufbereitet sind, stellen Vertreter der Bahn am Donnerstag, 17. Mai, zwischen 16.30 und 19 Uhr, in der Aula der ASG Sachsen, Bildungsstätte Nünchritz, auf dem Adolph-Kolping-Platz 1 in Nünchritz vor.

Auf der Homepage der Landesdirektion sind die Unterlagen ebenfalls einsehbar: www.lds.sachsen.de/bekanntmachung/(Rubrik Infrastruktur/Eisenbahnen).

Der Haltpunkt Nünchritz muss neu gebaut werden

Zwar wurde der Haltepunkt an der Nünchritzer Wiesentorstraße erst im Sommer 2003 eingeweiht, doch schon jetzt entspricht er nicht mehr den heutigen Anforderungen. Um die Tragfähigkeit zu erhöhen, seien Tiefbaumaßnahmen und damit Eingriffe in die Fertigteilkonstruktion notwendig. Zudem sei das Aufstellen der geforderten, fünf Meter hohen Lärmschutzwand am Bahnsteig in seiner jetzt bestehenden Form nicht möglich. Die wirtschaftlichste Lösung sei deshalb ein Neubau, wie er schon in Glaubitz geplant ist.

Die Bahnhofsgebäude Glaubitz und Weißig werden abgerissen

Der Glaubitzer Bahnhof sei zwar nicht mehr in Besitz der Bahn, dient aber noch als Zugang zu den Gleisen. Das Gebäude soll in Rahmen des Ausbaus genau wie das benachbarte Lagergebäude und das ehemalige Bahnwärterhaus abgerissen werden. Da der Bahnhof Weißig nicht mehr genutzt wird, sollen dort zudem die Bahnsteige, das Stellwerk und der Personentunnel rückgebaut werden.

Kilometerlange Lärmschutzwände

Aufgrund der Schallschutzgutachten sollen auf einer Länge von knapp sieben Kilometern Lärmschutzwände aus Aluminium aufgestellt werden, die zwischen zwei und fünf Meter hoch sind.

Bauarbeiten wirken sich auf Mensch und Umwelt aus

Während der Bauarbeiten müssen die Anwohner mit Einschränkungen rechnen. Mit viel Lärm ist unter anderem auf der Post- und der Bahnhofstraße in Glaubitz sowie rings um den Bahnhof Weißig zu rechnen. Von Erschütterungen werden gemäß Gutachten vor allem die Langenberger Straße in Glaubitz und der Bereich Bahnhof Weißig betroffen sein. Beeinträchtigt werden könnten auch verschiedene geschützte Tierarten wie Zauneidechse oder Eremit. Für eventuelle Eingriffe in den Schutz von Mensch und Umwelt sollen entsprechende Maßnahmen getroffen werden.