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Samstag, 12.08.2017

Die aus der ersten Reihe

Daniel und Nadine zählen zu den größten Fans von Roland Kaiser. Was sind da schon ein paar Stunden Warten im Regen?

Von Henry Berndt

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Daniela Kordts (l.) und Nadine Fischer harrten ewig vor der Absperrung an der Elbe aus.
Daniela Kordts (l.) und Nadine Fischer harrten ewig vor der Absperrung an der Elbe aus.

© Sven Ellger

Andere Fans warteten am Nachmittag vor dem Hilton und hatten Glück. Bester Laune kam Roland Kaiser vom Soundcheck und ging noch mal auf sein Zimmer.
Andere Fans warteten am Nachmittag vor dem Hilton und hatten Glück. Bester Laune kam Roland Kaiser vom Soundcheck und ging noch mal auf sein Zimmer.

© Sven Ellger

Dresden. Diesmal hat sie sich einen Klappstuhl mitgebracht. Seit halb elf sitzt Nadine Fischer ganz vorn am Metallzaun vor dem Gelände der Filmnächte. Die 40-Jährige aus Eschwege in Hessen war wieder die Allererste. So wie vergangene Woche. Auch da war Nadine zweimal live dabei, als Roland Kaiser für sie und ein paar Tausend andere sang. Für die vierte Kaisermania am Sonnabend hat sie natürlich auch Tickets.

Dass es an diesem Freitag praktisch ununterbrochen regnet, macht ihr nichts aus. Für die Kaisermania-Woche inklusive der Übernachtungen im Hilton hat sie insgesamt rund 1 000 Euro hingelegt. „Für Roland mach ich das gern“, sagt sie. Es ist keine Frage, dass sie auch heute wieder ganz nach vorn zentral in die erste Reihe will. Manchmal zwinkere er ihr von der Bühne aus zu. Man kennt sich inzwischen.

Nur zehn Minuten nach Nadine gesellte sich Daniela Kordts zu ihr ans Absperrgitter. Die 37-Jährige ist gebürtige Dresdnerin, zog 2001 aber für die Arbeit nach Frankfurt am Main. Daniela hat noch nicht mal einen Stuhl und macht es sich auf einem gelben Regencape gemütlich. Sie hat ein Roli-T-Shirt an, eine Tasche und einen Fanschal. Überall sind Autogramme drauf. Außerdem ist sie mit jeder Menge Schokoriegeln und Energydrinks versorgt und hat ausreichend Ladestationen für ihr Smartphone in der Tasche.

Erst am Donnerstag trafen Daniela und Nadine ihren Roland wieder auf einem Fantreffen im Hilton, wo der Kaiser traditionell seit fast 30 Jahren residiert. Von halb vier bis abends drei viertel zehn nahm sich der Sänger dort Zeit für seine treusten Fans. Jeder bekommt seine fünf Minuten.

Bei dieser Gelegenheit wurde Kaiser auch auf die Zustände am Einlass bei den ersten beiden Konzerten angesprochen. Am vergangenen Kaisermania-Wochenende hatte es Freitag und Sonnabend Gedränge am Einlass an der Augustusbrücke gegeben, bei dem mehrere Besucher verletzt wurden. Noch bevor die Tore offen waren, hatten die Massen von hinten immer stärker gedrückt, bis eingeklemmte Fans um Hilfe schrien. Beim Fantreffen habe Kaiser klargemacht, „dass das nicht sein könne und dass sich dringend was ändern müsse“, zitiert ihn Premiumfan Nadine.

Die ganze Woche über hatten Fans auf Facebook gefordert, dass die Sicherheit der Wartenden gewährleistet werden müsse und es Vordränglern nicht mehr so leicht gemacht werden dürfe. Der Veranstalter Semmel Concerts versprach Verbesserungen, verriet aber zunächst keine Details. Vor Ort zu sehen sind dann am Freitag ein paar mehr Metallzäune. Außerdem wurde die erste Einlassschleuse um 90 Grad gedreht und ist nun in einer Linie zur zweiten positioniert. „Ob das allein etwas bringt, wage ich zu bezweifeln“, sagt Daniela. Auch Nadine glaubt nicht, dass sich einige unkultivierte Fans dadurch zur Besinnung bringen lassen. Sie selbst hätte am vergangenen Freitag ein eingeklemmtes neunjähriges Mädchen aus der Masse gezogen. Die kleine Leonie und ihre Mutter hätten sich danach sogar bei ihr bedankt. „Dabei war das doch selbstverständlich“, sagt Nadine. Bei so viel Rücksichtslosigkeit müsse man einfach handeln.

Während Nadine und Daniela vor dem Einlassgitter auf den Elbwiesen langsam aufweichen, versuchen am Nachmittag andere Fans auf der anderen Elbseite ihren Roli noch vor der Abfahrt im Hilton abzupassen. Kurz vor drei Viertel vier soll er aus dem Fahrstuhl kommen, heißt es. Stattdessen taucht er schon halb in der Lobby auf und wird sofort von einem Dutzend Anhängern umringt. Geduldig macht er Fotos. Dann muss er nochmal ins Zimmer, sich frisch machen.

An der Elbe füllt sich inzwischen die Elbwiese, wenn auch langsamer als vergangene Woche. Als es auf 18 Uhr zugeht, gibt es Anweisungen vom Sicherheitspersonal. Regenschirme mit Spitze müssen draußen bleiben. Dann ein Pfiff, der Einlass beginnt – ganz ohne Gedränge. Ob es an den Optimierungen des Veranstalters lag, am Wetter oder im unwahrscheinlichsten Fall an der menschlichen Vernunft, bleibt offen.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

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  1. Lessfabio

    Hallo Lieber Roland Kaiser ,Hallo Liebe Fans ! Vielen Dank an Roland Kaiser für die Konzerte seit einigen Jahren in Sachsen. Ich wohne in der Lausitz. Bin seit der Schulzeit Fan von Roland. Lieder wie Schach Matt ,Santa Maria, Dich zu Lieben , ....u.s.w. wurden auch im Ostradio gespielt.Leider waren TV-Auftritte im Osten wenig. Der Kessel Buntes und dann war dieses Live Konzert ...ich glaube im Friedrich Stadtpalast Berlin.Westradio kam in Sachsen an,aber fast kein TV.An die Hitparde mit Dieter Thomas H.war hier nicht zu Denken.Über Antenne von Berlin. Man kann ja dieses heute noch Nachholen .In den Wiederholungen der ZDF Digitalkanäle. Auftritte Live auf der Hutbergbühne habe ich seit 2008 alle außer dieses Jahr gesehen. Dieses Jahr wurde ich ohne Grund wegen einer Decke und einem Kissen nicht reingelassen. Seit 13:45Uhr habe ich angestanden. War der 5.Die Abschiebung war eine Qual .Den Hutberg wieder runter ,an ca. 10000Leuten vorbei.Ich habe Roli nicht gesehen.

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