• Einstellungen
Dienstag, 21.03.2017

Die Affen kommen

Der Wildpark Geising bereitet sich auf seinen Geburtstag vor. Der Chef und ein Bildhauer haben einen Plan, aber auch Zeitdruck.

Von Maik Brückner

Der Bärensteiner Bildhauer Mario Nitschke arbeitet am nächsten Kunstwerk für den Wildpark Osterzgebirge.
Der Bärensteiner Bildhauer Mario Nitschke arbeitet am nächsten Kunstwerk für den Wildpark Osterzgebirge.

© Frank Baldauf

Geising. Ein Sandsteinklotz steht auf dem Hof von Mario Nitschke. Doch nicht mehr lange. Der Bärensteiner Bildhauer hat angefangen, den Stein zu behauen. „Im Groben weiß ich schon, wo was hin soll“, sagt der 55-Jährige. Wer genau hinschaut, kann schon die ersten Gesichter erkennen, die der Bildhauer modelliert hat. Es sind die Gesichter kleiner Kapuzineraffen.

Bald schon sollen es mehr werden. Denn in den nächsten Tagen soll sich der Stein in einen Affenberg verwandeln. Bis Pfingsten möchte Nitschke fertig werden. Denn da soll der Stein an seinen Bestimmungsort kommen – in den Eingangsbereich des Wildparks Osterzgebirge. Dieser erhält in den nächsten Tagen ebenfalls eine neue Gestaltung. Wildparkleiter Frank Gössel möchte hier Kapuzineräffchen ansiedeln. Die sollen Leben in den bisher sehr ruhigen Eingangsbereich bringen. Ein wenig Kunst könne der Platz aber auch noch vertragen, sagte sich die Wildparkleitung. Deshalb sprach sie im letzten Jahr Mario Nitschke an, ob der nicht noch ein weiteres Kunstwerk für den Wildpark schaffen könne. Einige seiner Skulpturen stehen bereits im Wildgehege. Wer aufmerksam durch den Wildpark streift, dem fallen die Zwergrind- und die Eulenskulptur auf. Zumindest das Erdmännchen, das auch im Eingangsbereich steht und als Spendenbox fungiert, ist nicht zu übersehen. Nitschkes bisher größtes Ensemble steht unmittelbar zwischen der Dresdner Straße und dem Wildparkbereich, die Mufflonfamilie.

Diese wurde im Frühjahr 2009 aufgestellt und sollte als Attraktion mehr Besucher anlocken. So war jedenfalls der Plan. Und der ging offensichtlich auf. Seit Jahren geht es mit den Besucherzahlen aufwärts. Und das liegt sicher auch an der Skulptur, die an der Dresdner Straße steht, sagt Wildparkchef Frank Gössel.

Aufgrund dieser guten Erfahrungen und der Beständigkeit von Sandstein habe der Wildpark entschieden, dass bei der Neugestaltung des Eingangsbereiches wieder ein Stein von Mario Nitschke eine wichtige Rolle spielen wird. Kurzzeitig habe man auch damit geliebäugelt, Baumstämme aufzurichten, die von einem anderen Künstler mit Motorsägen bearbeitet werden sollten.

„Doch Holz ist nicht so beständig wie Stein“, sagt Gössel. Deshalb fiel die Wahl auf Sandstein. Den hat sich Nitschke im Steinbruch Cotta besorgt. Der Stein lässt sich gut bearbeiten, sagt er nach den ersten Arbeiten. Schwierig sei nur, dass es viele Hohlstellen im Stein gebe. Darauf müsse man als Bildhauer kreativ reagieren. Allerdings wolle er sich nicht von den Hohlstellen leiten lassen. „Ich habe mein Konzept“, sagt er. Und das sieht vor, dass er zunächst die Gesichter der Affen fertigt. Als Vorbild dienen ihm ein paar Bilder von Kapuzineraffen, die er sich besorgt hat. Später wird er die Körper der Affen meißeln.

Nitschke ist zuversichtlich, dass er die Arbeiten pünktlich vor Pfingsten beendet, damit der Wildpark den Affenstein zum 20. Geburtstag auch zeigen kann.

Gössel selbst sitzt inzwischen die Zeit im Nacken. Denn er wartet immer noch auf die Fördermittel, die er braucht, um das neue Affenhaus und das neue Kassenhaus zu bauen. Noch ist es zu schaffen. Doch je länger die Zusage ausbleibt, desto mehr gerät sein Plan ins Wanken. Seinen Humor hat der Wildparkleiter indes nicht verloren: „So oder so“, sagt er. „Wir werden Affen zeigen, es steht aber nicht fest, ob sie sich bewegen werden.“