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Donnerstag, 07.12.2017

Deutsche bekommen immer länger Rente

Im Jahr 1960 bekamen die Menschen im Schnitt noch 9,9 Jahre Rente - heute beziehen sie fast doppelt so lang Alterseinkünfte. Der Trend befeuert auch die Debatte um eine Rentenreform.

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© Jens Büttner/dpa (Symbolfoto)

Berlin. Rentner in Deutschland erhalten ihre Altersbezüge im Durchschnitt fast 20 Jahre lang. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre stieg die durchschnittliche Dauer des Rentenbezugs um 3,6 auf 19,6 Jahre.

„Grund für diese Entwicklung ist vor allem, dass die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat“, sagte der Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Gunkel wies auf die seit längerem bekannte Entwicklung aus Anlass einer Bundesvertreterversammlung hin. Dieses Parlament der Rentenversicherung tagt am Donnerstag in Berlin.

Seit 1960 hat sich die Bezugszeit sogar fast verdoppelt. Das durchschnittliche Alter, bis zu dem die Rente gezahlt wird, lag im vergangenen Jahr bei 79,5 Jahren. Männer haben ihre Rente im Schnitt bis 77,1 Jahre, Frauen bis 81,8 Jahre erhalten. „Die Rentnerinnen und Rentner profitieren erheblich von den längeren Rentenlaufzeiten“, sagte Annelie Buntenbach, die dem Bundesvorstand im Wechsel mit Gunkel vorsitzt. Innerhalb der vergangenen Jahrzehnte habe sich die Rentenleistung deshalb insgesamt deutlich erhöht.

Dass immer länger Renten gezahlt werden, ist auch in der aktuellen Reformdebatte von Belang. In den kommenden Jahren gehen nämlich auch immer mehr ältere Arbeitnehmer aus den geburtenstarken Babyboomer-Jahrgängen in den Ruhestand. Die Rentenkasse dürfte so immer mehr unter Druck geraten. Unter anderem Wirtschaftspolitiker der Union hatten immer wieder gefordert, dass die Menschen bei längerem Rentenbezug und weniger Beitragszahlern künftig auch über das 67. Lebensjahr hinaus arbeiten müssten.

Auf der Bundesvertreterversammlung informiert Gunkel, der die Arbeitgeber bei der Selbstverwaltung der Rentenversicherung vertritt, über die Finanzlage der Rentenversicherung. Die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, will zur aktuellen Reformdebatte Stellung nehmen.

So will die SPD das Rentenniveau sichern und perspektivisch anheben. Eine neue Solidarrente soll Geringverdiener zudem besser vor einem Abrutschen in Altersarmut schützen. Die Union hatte im Wahlkampf größere Rentenversprechen vermieden. Sie will Wesentliches erst in einer Kommission beraten. Die CSU will die Mütterrente ausweiten. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Olaf

    Eine Rentenreform ist dringend notwendig. Dazu gehört es, eine steuerfinanzierte Basisrente für alle Rentner zu schaffen. Damit muss das Existenzminimum abgedeckt werden. Zusätzlich soll es für jeden erarbeiteten Rentenpunkt einen Zuschlag geben. Weitere Zuschläge wie die Mütterrente müssen ebenfalls aus Steuermitteln getragen werden.

  2. länger Arbeiten!

    Im Ergebnis wird es darauf hinauslaufen, dass die Lebensarbeitszeit verlängert wird. Ob man nun bis 70 oder 72 arbeiten muss wird man noch sehen. Vermutlich wird die längere Arbeit auch der weiteren Steigerung der Lebenserwartung entgegenwirken. Aufgabe der Politik ist es, hier ein entsprechendes Gleichgewicht auszuloten

  3. guter Rat

    Wie wärs, wenn alle die Rente beziehen, auch vorher in die Rentenkasse einzahlen? Dann wäre ein Batzen Geld da und ich brauchte vielleicht nicht mit 67 Jahren oder noch mehr in der Kita zu arbeiten.

  4. Berg

    #1 Olaf, ich sehe nicht ein, warum ein ganzes Rentensystem geändert werden soll, nur um staatliche Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln anders zu bezeichnen, nämlich "Basisrente" anstelle von Aufstockungen/Grundsicherung. Da bei jedem Rentner individuell, personenbezogen die Rente ausgerechnet ist, lässt sich bei niedrigen Renten der Bedarf bis zur Mindestgrenze genau ausrechnen und wird als Aufstockung gezahlt - falls Bedarf vorliegt. Für mich eine schlüssige, logische, faire, einleuchtende Regelung. Bekanntlich betrifft das ca 2,5% der Rentner, also 3 von 100. Alle anderen Renten sind über der Grenze. Warum wegen der 3 Rentner/innen ein ganzes System ändern?? Auf den Geldscheinen steht doch nicht aufgedruckt, wie sie heißen und wo sie herkommen. :-)

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