• Einstellungen
Montag, 05.03.2018 Handball

Derby auf mäßigem Niveau

Zabeltitz/Großenhain und Niederau trennen sich in der Handball-Verbandsliga remis. Den Sieg hatte sich keiner verdient.

Von Thomas Riemer

Viel Brechstange, wenig Spielsystem: Immer wieder mussten die Handballer der SG Zabeltitz/Großenhain gegen die robuste Niederauer Abwehr auf Würfe aus der Distanz setzen, die zu selten ihr Ziel fanden. Am Ende gab es ein leistungsgerechtes Remis.
Viel Brechstange, wenig Spielsystem: Immer wieder mussten die Handballer der SG Zabeltitz/Großenhain gegen die robuste Niederauer Abwehr auf Würfe aus der Distanz setzen, die zu selten ihr Ziel fanden. Am Ende gab es ein leistungsgerechtes Remis.

© Matthias Kost

Großenhain. Den „Indianertanz“ vollführten die Spieler des SV Niederau auf dem Großenhainer Parkett nach dem Auswärtspunkt beim Tabellenvierten. Gastgeber SG Zabeltitz/Großenhain dagegen haderte nach der Schlusssirene zunächst mit den Schiedsrichtern, die nach dem letzten Tor zum 27:27 vier Sekunden vor Schluss das Spiel nicht unterbrachen. Später dürften sie in der Kabine wohl auch über die eigene Leistung gesprochen haben. Und die war an diesem Derby-Tag einfach mäßig.

Die Konstellation vor dem ersten Pfiff war an sich klar. Die Gastgeber als Tabellenvierter mit Anspruch auf einen Podestplatz in der Favoritenrolle. Der SVN ist trotz seiner Serie von drei Spielen ohne Niederlage noch lange nicht aus dem Abstiegsschlamassel in der Verbandsliga Ost heraus. Doch diesen „Klassenunterschied“ bekamen die Fans beider Seiten diesmal nicht zu sehen. Bis zum 4:4 wechselte die Führung ständig, ehe sich die SG nach zehn Minuten erstmals mit zwei Toren absetzen konnte. Sicherheit gab das aber nicht, stattdessen ließen sich die Zabeltitz/Großenhainer zeitweise von der beinahe schläfrigen Art des Niederauer Aufbauspiels anstecken. Allerdings schwächten sich die Gäste durch Zeitstrafen immer wieder, so dass die Gastgeber nach reichlich einer Viertelstunde beim 10:6 drauf und dran waren, die Weichen frühzeitig auf Sieg zu stellen. Doch nicht zum ersten Male ließen sich die Schützlinge des Trainergespanns Jurack/Schumacher von der Hektik anstecken – und plötzlich stand es nach drei aufeinanderfolgenden SVN-Erfolgen nur noch 10:9 (25.). Bis zur Pause übertrafen sich beide Teams letztlich an technischen Fehlern, ließen kaum ein Spielsystem erkennen. Pausenstand: 14:12.

Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten wieder den Gastgebern, ohne dass sie überzeugten. Während angesichts der Spielkultur auf den Rängen schon vom Aufeinandertreffen von „Not gegen Elend“ gesprochen wurde, enteilte die SG wieder auf drei Tore beim 18:15 (40.). Warum die Akteure des Gastgebers danach das Zepter aus der Hand gaben und viel zu oft aneinander vorbei spielten, bleibt ein Rätsel des Abends. Normalform erreichte lediglich Torwart Gehrke, der wie sein Gegenüber vor allem in Hälfte zwei zahlreiche Würfe unschädlich machte. Dennoch: Acht Minuten vor Ultimo stand das Zwei-Tore-Polster noch zu Buche beim 24:22. Dann der Knackpunkt: Einem ausgelassenen „Riesen“ nach Tempogegenstoß folgte ein vergebener Siebenmeter und eine neuerliche sensationelle Parade des SVN-Keepers. Noch fünf Minuten – und urplötzlich lag der Außenseiter mit 25:24 vorn.

Zwei-Tore-Vorsprung noch verspielt

Zabeltitz/Großenhain konterte nochmals. Vor allem Julian Krzikalla warf sich den Frust von der Seele, sodass der Favorit beim 27:25 und noch zwei Minuten Spielzeit eigentlich auf der sicheren Seite hätte sein können. Aber Pustekuchen: 70 Sekunden vor dem Schlusspfiff schaffte der SVN aus dem Rückraum den Anschluss und kam nach einem Pfostenknaller der SG – unerwartet – noch zur Ausgleichschance. Vier Sekunden fehlten der SG Zabeltitz/Großenhain zum Sieg – aber den hatte sich in dieser Begegnung eigentlich keins der beiden Teams verdient. Hochklassiger Handball geht anders.

So richtigen Nutzen aus der Punkteteilung können beide Vereine nicht ziehen. Die SG Zabeltitz/Großenhain bleibt Tabellenvierter und spürt den Atem der Verfolger wieder etwas stärker im Nacken – hat allerdings auch den „bronzenen“ Platz noch im Visier, nachdem der HSV Weinböhla am Wochenende gegen den HSV Dresden verlor (23:28). Der SV Niederau 1891 bleibt als Drittletzter im Tabellenkeller stecken und hofft am kommenden Wochenende auf Schützenhilfe der Großenhainer beim Vorletzten in Waldheim. Niederau selbst empfängt den TBSV Neugersdorf (9.) und könnte bei einem Erfolg an den Oberlausitzern vorbeiziehen.