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Donnerstag, 22.03.2018 Fußball Landespokal

Der Traum vom großen Geld

Der RBC erwartet im Halbfinale des Fußball-Landespokals den FC Oberlausitz Neugersdorf. Der DFB überweist dem Pokalsieger dann einen sechsstelligen Betrag.

Von Jürgen Schwarz

Richard Schöne ballt die Faust und feiert nach dem Sieg beim FSV Oderwitz mit seinen Mitspielern den Einzug ins Halbfinale. Das war im Herbst 2017. Am Sonnabend wollen die Schützlinge von Trainer Matthias Müller gegen den FCO Neugersdorf den „großen Coup“ landen.
Richard Schöne ballt die Faust und feiert nach dem Sieg beim FSV Oderwitz mit seinen Mitspielern den Einzug ins Halbfinale. Das war im Herbst 2017. Am Sonnabend wollen die Schützlinge von Trainer Matthias Müller gegen den FCO Neugersdorf den „großen Coup“ landen.

© RBC

Meißen. Drei Fußball-Regionalligisten und Landesligist Radebeuler BC stehen im Halbfinale um den sächsischen Landespokal. Während der RBC am Samstag ab 14 Uhr im Weinbergstadion den FC Oberlausitz Neugersdorf erwartet, stehen sich einen Tag später der VfB Auerbach und Chemie Leipzig gegenüber. Der Sieger dieser Partie baut im Endspiel auf das Heimrecht – mit einer Ausnahme. Setzt sich der RBC gegen den FCO durch, sind die Karl-May-Städter als unterklassiges Team im Finale der Gastgeber. Übrigens: Für die Teilnahme an der ersten Runde um den DFB-Pokal 2017/18, erhielt jeder der 64 Vereine 159.000 Euro.

Der RBC steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Halbfinale. Fünf Teams musste die Mannschaft von Trainer Matthias Müller eliminieren, darunter den Oberligadritten VFC Plauen (2:0). Die Neugersdorfer waren erst in der dritten Runde eingestiegen, feierten Siege beim SV Naunhof (9:0), dem SV Olbernhau (5:0) und bei International Leipzig (2:1).

FCO-Trainer Manfred Weidner begegnet dem Sechstligisten mit großem Respekt: „Ich kenne Spieler, wie Benno Töppel und Philip Heineccius, den ich selbst in Neugersdorf unter meinen Fittichen hatte. Das sind starke und torgefährliche Individualisten.“ Weidner selbst weiß um die Gefährlichkeit der Underdogs. Vor vier Jahren führte der 55-Jährige seine Mannschaft bis ins Pokalfinale. „Wir spielten damals in der fünften Liga und verloren im Endspiel gegen Drittligist Chemnitzer FC erst nach Verlängerung mit 2:3. Im folgenden Wettbewerb warfen wir Dynamo Dresden im Viertelfinale aus dem Rennen. Ich weiß also, wozu unterklassige Mannschaften in ihrem Spiel des Jahres fähig sind.“

Auf seinen Kollegen Matthias Müller (63) hält „Manne“ Weidner große Stücke. „Ich kenne ihn seit Anfang der 90er Jahre. Lotte war damals Chefcoach beim VfB Zittau und ich Co-Trainer. Er war ein toller Spieler und ist ein absoluter Fachmann, hätte es als Trainer im Profibereich sicher weit gebracht, aber er hat sich für einen anderen beruflichen Weg entschieden.“ Dennoch lässt Weidner, der Sportchef der Neugersdorfer ist und seit der Beurlaubung von Vragel da Silva auch als Interimstrainer fungiert, keinen Zweifel am Ziel seiner Mannschaft: „Die Konstellation ist nahezu einmalig. Die Drittligisten sind schon raus und im Finale würde ein Liga-Kontrahent warten. Natürlich wäre ein Ausscheiden eine Riesenenttäuschung für uns.“

Gut vorbereitet hat sich das gesamte Umfeld des RBC. Seit Wochen planen die Verantwortlichen alles rund um das Spiel und organisieren das sportliche Highlight der Stadt Radebeul. Dabei bittet der Verein Fans und Zuschauer, nach Möglichkeit auf die Anreise mit dem Pkw zu verzichten und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. „Wir würden uns wirklich freuen, wenn uns viele Fans in diesem Spiel unterstützen würden“, sagt Arnold Wiersbinski. „Als Präsident bin ich sehr stolz darauf, was unsere Vereinsmitglieder in den letzten Wochen organisiert und auf die Beine gestellt haben, damit dieses Spiel in unserem Stadion stattfinden kann.“