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Dienstag, 08.08.2017

„Der Lorenzmarkt bleibt eintrittsfrei“

Vier Tage Volksfest sind vorbei – die SZ sprach mit dem Macher über Besucherzahlen und darüber, warum die Puhdys nicht mehr kommen.

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Sorgt für Farbe auf dem Lorenzmarkt: Franziska Schleinitz aus Körlitz (bei Wurzen) verkauft Ballons. Auf den Elbwiesen in Lorenzkirch war sie bereits zum fünften Mal als Händlerin dabei.
Sorgt für Farbe auf dem Lorenzmarkt: Franziska Schleinitz aus Körlitz (bei Wurzen) verkauft Ballons. Auf den Elbwiesen in Lorenzkirch war sie bereits zum fünften Mal als Händlerin dabei.

© Lutz Weidler

Mike Borowsky vom Dresdner Schaustellerverband gehört zu den Organisatoren des Lorenzmarkts in Lorenzkirch.
Mike Borowsky vom Dresdner Schaustellerverband gehört zu den Organisatoren des Lorenzmarkts in Lorenzkirch.

© Thomas Eisenhuth

Lorenzkirch. Buntes Gedränge, volle Parkplätze, Party bis weit nach Mitternacht: Die SZ hat Mike Borowsky vom Dresdner Schaustellerverband gefragt, wie die 2017er-Auflage des Traditionsspektakels auf den Elbwiesen in Lorenzkirch ausfiel.

Herr Borowsky, mit dem Wetter hatte der Lorenzmarkt dieses Mal Glück. Mit den Besucherzahlen auch?

Ja! Die Besucherzahlen waren gut. Wie im Vorjahr konnten wir einige Tausend Gäste auf den Elbwiesen begrüßen. Die Händler, der Festzelt-Betreiber und die Schausteller-Kollegen waren zufrieden.

Zum zweiten Mal fiel der Lorenzmarkt auf das Wochenende des Schuleintritts. Ist das nicht problematisch?

Nein! Das macht keinen Abbruch. Zumal in Brandenburg noch Schulferien waren – so kamen von dort zahlreiche Besucher nach Lorenzkirch. Aber auch die Sachsen waren gut vertreten.

Wie sah es beim Umsatz aus? Es fiel auf, dass manchmal alle Fahrgeschäfte in Betrieb waren, zu anderen Zeiten dagegen manch ein Sitz leer blieb ...

Das ist ganz von der Tageszeit abhängig – und von Karussell zu Karussell. Die Jugendfahrgeschäfte gehen abends besser, die Kleinkind-Attraktionen tagsüber, wenn Familien da sind.

Auffällig ist der Freitagabend: Da sieht man auf dem Lorenzmarkt viel mehr Jugendliche, als man auf dem Land überhaupt vermutet. Woran liegt das?

Das ist eine Tradition, die sich schon lange entwickelt hat: Freitagabend ist immer die Jugend da! Woher das kommt, kann keiner sagen. Sicher spielt auch das professionelle Feuerwerk eine Rolle – eine echte Attraktion, die alle Altersklassen anzieht. Die Älteren gehen danach nach Hause. Die Jugend fängt dann erst an, zu feiern.

Apropos Ältere: Was zieht Senioren eigentlich auf den Lorenzmarkt?

Die Senioren werden vor allem durch den Händlermarkt angesprochen. Außerdem unterhält sie der Blasmusiknachmittag im Festzelt – da bleiben die Älteren gern sitzen und trinken und essen auch was. Auch die Kaffeestube von der Kirchgemeinde nebenan spricht sehr viele ältere Besucher an. Das ist eine schöne Ergänzung, die schon lange zum Lorenzmarkt dazugehört.

Wenn es Kritik gibt, dann am ehesten unter dem Motto: Früher traten bekanntere Künstler auf. Warum holt man zum Beispiel nicht noch einmal jemanden wie die Puhdys auf den Lorenzmarkt?

Weil es nicht finanzierbar ist! Der Veranstalter, der die Puhdys holte, hat dabei viele zehntausend Euro ins Minus gewirtschaftet. Sogenannte 1-A-Künstler sind alle nicht mehr bezahlbar. Und der Lorenzmarkt ist schließlich ohne Eintritt – und das soll auch so bleiben.

Warum? Andere Feste nehmen doch auch Eintritt ...

Zum Lorenzmarkt soll jeder kommen können! Bei uns können Besucher am Vergnügen teilhaben, ohne Geld zahlen zu müssen. Außerdem haben andere Feste, die Eintritt nehmen, schon seit Jahren Probleme mit ihrem Konzept.

Nach dem Markt ist vor dem Markt: Wann feiert Lorenzkirch 2018?

Das steht noch nicht fest: Den Termin legen wir erst im Herbst fest.

Gespräch: Christoph Scharf

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