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Mittwoch, 03.01.2018

Der lange Weg zur neuen B 6

Der Verkehr durch Cossebaude nimmt zu. Lärm und Abgase stören die Anwohner. Ein Millionenprojekt soll Abhilfe bringen. Doch das dauert.

Von Annechristin Bonß

Schon lange sind die Anwohner im Dresdner Westen vom Lärm der B6 genervt. Doch eine Lösung lässt weiter auf sich warten.
Schon lange sind die Anwohner im Dresdner Westen vom Lärm der B6 genervt. Doch eine Lösung lässt weiter auf sich warten.

© Sven Ellger

Cossebaude. Die Schlange scheint ins Unendliche zu gehen. Auto an Auto, Stoßstange an Stoßstange reiht sich auf der B6 durch Cossebaude. 20 000 Fahrzeuge fahren täglich zwischen Niederwartha und der Autobahnauffahrt Altstadt der A4. Das ist zu viel, sagen die Anwohner. Seit Jahren kritisieren sie das hohe Verkehrsaufkommen und beschweren sich über Lärm und schlechte Luft. Der Forderung nach einer durchgehenden Tempo-30-Zone kommt die Stadt bisher nicht nach.

In diesem Frühjahr nun haben Planer der Deges, der Planungsgesellschaft des Bundes, eine Lösung für das Problem vorgestellt. Die Bundesstraße soll neu gebaut und verlegt werden. Die neue Trasse ist über vier Kilometer lang und 83 Millionen Euro teuer. Sie verläuft direkt neben den Bahnschienen. Eine Auffahrt von Cossebaude aus gibt es nicht. Die neue B6 ist als Durchgangsstrecke angelegt. Hier soll der Verkehr zwischen Niederwartha und Dresden ohne Stopp fahren.

Das Interesse der Anwohner in den Ortschaften im Dresdner Westen ist riesig. Bei zwei Bürgerinformationen wurden zahlreiche Fragen und auch kritische Anmerkungen diskutiert. Auch liegen zwei Petitionen vor, die derzeit im Sächsischen Wirtschaftsministerium bearbeitet werden. Noch haben vor allem die Planer viel zu tun. So müssen Leitungsmasten der Deutschen Bahn verlegt werden. Der Lotzebach bekommt einen neuen Verlauf. Er soll zudem renaturiert werden. Auch beschäftigen sich die Experten mit der Straße Am Urnenfeld. An dieser Stelle sollen die Autofahrer künftig nicht die Schienen und die neue Bundesstraße queren können. Das haben viele Anwohner kritisiert. Sie müssen dann einen Umweg fahren, um auf die jeweils andere Seite zu kommen. Nur für Radfahrer und Fußgänger soll es eine Unterführung geben.

2019 soll das sogenannte Planfeststellungsverfahren beginnen. Bis dahin sollen alle offenen Fragen geklärt sein. Dann muss auch klar sein, welche Flächen entlang der neuen Straße für den Bau gekauft werden müssen.

Ein Video zum Verlauf der neuen Straße gibt es im Internet. www.sz-link.de/B6n