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Donnerstag, 12.10.2017

Der gute Geist

Die Dresdner Volleyballerinnen wollen zurück an die Ligaspitze. Nach Platz drei haben sie wieder etwas zu gewinnen.

Von Michaela Widder

Ein paar Faxen müssen sein. Selbst beim stundenlangen Mannschaftsfoto-Shooting im Militärhistorischen Museum ist die positive Grundstimmung im Team zu spüren. Die soll sich jetzt auch auf dem Spielfeld auszahlen.
Ein paar Faxen müssen sein. Selbst beim stundenlangen Mannschaftsfoto-Shooting im Militärhistorischen Museum ist die positive Grundstimmung im Team zu spüren. Die soll sich jetzt auch auf dem Spielfeld auszahlen.

© Matthias Rietschel

Angekommen im Liga-Alltag ist Myrthe Schoot noch nicht. Nach dem verlorenen EM-Finale ist die Holländerin auch erst seit wenigen Tagen wieder in Dresden. „Wir wollen zurück auf den höchsten Platz“, sagt der Kapitän der Dresdner Volleyballerinnen, und will gleichzeitig Druck vorm Saisonauftakt nehmen. „Man kann auch als Zehnter in die Pre-Play-offs kommen und am Ende Meister werden. Das ist natürlich nicht unser Plan.“ Diese Aussage korrigiert Sandra Zimmermann mit einem Augenzwinkern. „Wir müssen mindestens Achter werden. Die Pre-Play-offs wurden abgeschafft“, erklärt die Geschäftsführerin.

Welche weiteren Neuerungen es gibt, warum Trainer Alexander Waibl einerseits zuversichtlich für Dresdens 20. Bundesligajahr ist, andererseits mit ein paar Sorgenfalten am Mittwochmittag bei der Pressekonferenz saß, steht hier:

Was erwartet das Team zum Auftakt am Samstag in Potsdam?

Ein Gegner, „mit dem wir in den vergangenen Jahren immer zu kämpfen hatten“, sagt der DSC-Trainer. Potsdam feierte 2016/17 mit Pokalhalbfinale und Rang vier nach der Hauptrunde eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte und will daran anknüpfen. „Das Team wird uns gleich viel abverlangen“, vermutet Waibl. Ziel sei, mit einem Sieg in die Saison zu starten, bevor eine Woche später am Sonntag der Heimauftakt gegen Münster folgt.

Einziger Wermutstropfen: Angreiferin und Neuzugang Marrit Jasper, die wie Landsfrau Schoot erst vor knapp einer Woche beim DSC einstieg, knickte am Dienstag im Training um. Ihr Einsatz ist ungewiss. Zudem plagen die Belgierin Dominika Strumilo weiterhin Rückenprobleme.

Welches Saisonziel geben die Dresdner für ihre neue Bundesligasaison aus?

In den vergangenen vier Jahren gewann der DSC dreimal die Meisterschaft, deshalb könne man nur dieses Ziel haben: „Wir wollen Meister werden.“ So deutlich hat das Waibl in der Vergangenheit selten formuliert. Zu den Favoriten zählt der Trainer wenig überraschend die üblichen Verdächtigen wie Titelverteidiger Schwerin und Vizemeister Stuttgart, er sieht aber auch Vilsbiburg und Potsdam als Klubs „mit Ambitionen nach oben“. Nach zuletzt Platz drei hat Libero Schoot das Gefühl: „Man hat wieder etwas zu gewinnen.“

Was verspricht der DSC-Kader in diesem Jahr?

Ein Team, das mit viel Herzblut und Emotionalität spielt. So schätzt es jedenfalls Waibl ein. „Der Geist ist da, das gibt viel Energie“, findet Schoot. „Alle sind hungrig und sehr ehrgeizig.“ Acht Neuzugänge ergänzen den Stamm um Mareen Apitz, Katharina Schwabe, Schoot, Strumilo sowie Eva Hodanová. „Es ist eine Mannschaft, die größeres Potenzial verspricht, als in der vorigen Saison“, meint Waibl. Neu im Team sind Co-Trainer Andrea Ebana und Athletikcoach Goran Mladenic, „bei denen es fachlich und menschlich sehr gut passt“.

Wie steht es um die Finanzen beim Dresdner SC?

Gute Nachrichten verkündete Vorstandschef Jörg Dittrich bei der Teampräsentation. „Wir sind schuldenfrei“. Und: „Wir stehen besser da, als zum gleichen Zeitpunkt im vorigen Jahr.“ Der Verein plant mit einem geringfügig erhöhten Etat von 1,65 Millionen Euro. „Uns fehlen dazu noch 80 000 bis 90 000 Euro.“ Trotzdem müsse man bei der Sponsorensuche weiter Vollgas geben, betont Dittrich.

Unabhängig von der momentanen Verletzungssituation im Angriff wünscht sich die sportliche Leitung mittelfristig noch eine Verstärkung auf dieser Position.

Was ist in der Volleyball-Bundesliga für die Saison 2017/2018 neu?

Zum ersten Mal wird die höchste deutsche Spielklasse der Volleyball-Frauen im frei empfangbaren deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Sport1 überträgt zehn ausgewählte Hauptrunden-Partien, der DSC ist mit den Heimspielen gegen Stuttgart, Schwerin und Potsdam dabei. Zudem wird das Duell der Dresdnerinnen in Schwerin im Free-TV präsentiert. Sendeplatz ist mittwochs ab 19 Uhr. „Das ist ein Meilenstein“, sagt Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. „Wir sehen es als Riesenchance und zugleich als Herausforderung.“ 10 000 Euro kostet den Verein eine Übertragung. Der DSC sucht dafür Präsentatoren.

Eine andere Neuerung betrifft den Modus. Die Liga hat die Pre-Play-offs fünf Jahre nach ihrer Einführung wieder abgeschafft. Ab der neuen Saison geht es nach der Hauptrunde direkt mit den Viertelfinals weiter, was mehr Planungssicherheit verschafft und den Spielplan entzerrt. „Damit bekommt die Play-off-Phase auch mehr Aufmerksamkeit“, sagt Zimmermann.

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