• Einstellungen
Donnerstag, 17.05.2018

Der Fischotter muss dem Storch folgen

Von Uwe Jordan

© hy-photo gernot menzel

Seinem bisherigen Wappentier, dem Storch, hat der Tierpark Görlitz den Abschieds-Tritt gegeben. Stattdessen ist nun ein Roter Panda das Symbol der Neißestädter – siehe Seite 18. Recht so! Weg mit dem räudigen Flügelviech, das sich ohnehin epidemie-ähnlich in der Lausitz ausbreitet; her mit dem kuscheligen Sympathieträger aus fernen Weltgegenden, von denen man nicht einmal sicher weiß, ob es sie überhaupt gibt. Man wolle vor allem den Kindern die Tiere, die Natur wieder näherbringen, wie es in Görlitz hieß. Denn was würden die lieben Kleinen wohl machen, wenn sie, ohne diese Nachhilfe, in den Neißeauen unverhofft einem Roten Panda gegenüberstünden ...

Sorgen muss man sich dagegen um den Hoyerswerdaer Zoo, der noch immer mit dem Fischotter für sich wirbt. Diesem ordinären schon länger hier Lebenden! Ja, will man denn ewig im Gestern bleiben? Gut, da ist die Website, auf der, etwas weit unten, eine apart wackelnde Vogelspinne zum Zoobesuch animiert. Aber das ist zu wenig. Man könnte, ja MUSS noch mehr tun. Neue; nein, alt-erprobte Wege gehen, um Görlitz zu toppen. Wie wäre es mit einer Wiederbelebung der „Völkerschauen“, die erstmals der große Carl Hagenbeck um 1874 in seinem Hamburger Tierpark etablierte, die Friedrich Wilhelm Siebold zur Blüte führte, so 1931 mit „Kanaken der Südsee“, und die später von den Nazis verboten wurden (schon allein das spräche ja für sie)? Da wäre Görlitz mit den Roten Pandas abgemeldet. Storch und Fischotter sowieso.