• Einstellungen
Freitag, 27.10.2017

Der Autokauf: Lohnt sich ein Neuwagen oder ist ein Gebrauchtmodell besser?

Autos sind ganz klar eine der großen Leidenschaften der Deutschen.

Nicht umsonst gehen jährlich mehr als 1,5 Millionen der in Deutschland produzierten Autos in die landeseigenen Autohäuser. Doch auch Gebrauchtwagen sind für viele Menschen zunehmend eine interessante Option. Gründe sind dafür nicht zuletzt der günstigere Preis und die oftmals ausgereiftere Technik, die bei manchen neu erschienen Modellen noch leicht unsicher scheint. Was spricht deshalb für das Gebrauchtauto, was für die Anschaffung eines Neuwagens? Obwohl Emotion und Faszination Auto natürlich beim Kauf meistens eine Rolle spielt, sollte man sich hier nicht nur auf das persönliche Gefühl verlassen, sondern vor allem auf harte Fakten zum Neu- und Gebrauchtwagenkauf.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung

Geht es um die Haftpflichtversicherung für das eigene Auto, machen mehrere Faktoren die Höhe der monatlichen Versicherungssumme aus. Dazu gehört nicht nur das Alter des Fahrers und eventuelle vorherige Unfälle, sondern auch das Alter des Fahrzeugs. Fährt man ein 10 Jahre altes Auto, kostet das zwar in der Anschaffung viel weniger, dafür ist die Haftpflichtversicherung pro Monat signifikant teurer. Zwar ist der Unterschied in der Regel nur eine niedrige zweistellige Summe, auf das Jahr gerechnet summiert sich der erhöhte Kostenfaktor jedoch.

Der Preisunterschied beim Neukauf

Bekannterweise sind die Preisunterschiede zwischen einem Neuwagen und einem Gebrauchtwagen mit einigen Jahren Nutzung relativ groß. Wie signifikant sich das jedoch tatsächlich in der Praxis auswirkt, sieht man besonders im Bereich Luxusautos und gehobene Wägen. Einen Mercedes Benz A180 mit Erstzulassung im Jahr 2014 gibt es im Netz bereits für etwa 16.000 Euro zu kaufen. Zum Vergleich: Im Neuzustand kostet der Wagen derzeit 25.900 Euro beim Mercedes-Händler. Das kommt einer Preisreduktion von 10.000 Euro durch eine Abnutzung von 3 Jahren gleich.

Stichwort Wertverlust

Besonders in den ersten Jahren ist der Wertverlust bei Neuwägen enorm groß. Während selbst die ersten Kilometer natürlich den Wiederverkaufspreis reduzieren, weil es sich dann nicht mehr um ein zu 100 Prozent neues Auto handelt, ist die Preisreduktion in den ersten zwei bis drei Jahren enorm. Modelle verlieren dann oftmals 30 bis 40 Prozent ihres Wertes. Die Anzahl der gefahrenen Kilometer und die tatsächliche Abnützung sind dann jedoch oftmals sogar irrelevant. Was zählt ist vielmehr die Tatsache, dass an höherklassigen Wagen interessierte Kunden oft nicht an gebrauchten Autos interessiert sind.

Weil der Großteil der betuchten Käufer bei Wägen wie Mercedes, Alfa-Romeo, BMW und Andere wegfällt, sinkt dementsprechend auch der Preis rapide. Was auf den ersten Anschein nach einer Preisreduktion durch tatsächliche Abnutzung zu sein scheint, ist in Wirklichkeit hauptsächlich Prestigesache.

Reparaturrisiko bei Gebrauchtwagen

Natürlich sind Gebrauchtwägen mit ein, zwei oder drei Jahren Nutzung in der Regel nicht sehr anfällig für notwendige Reparaturen. Wie sieht es jedoch mit älteren Gebrauchtwägen aus? Hier fällt das Reparaturrisiko berechtigterweise schwerer ins Gewicht. Denn ab einem Alter von circa 5 Jahren erhöht sich das Risiko, größere Reparaturen in der Werkstatt durchführen zu müssen, rapide. Fallen dann Reparaturen an, ist der Kostenfaktor zumeist auch wesentlich höher, leicht fallen einige tausend Euro Reparaturkosten an. Hat man den Fehler behoben, wird das Auto zumeist in zunehmend schnelleren Abständen wieder für Probleme anfällig.

Beachtet werden sollte das nicht nur bei der Preisgestaltung der Modelle, sondern auch, weil regelmäßige Reparaturen oder kleinere Probleme, etwa im Innenraum, durchaus beanspruchend sein können. Verloren gehen kann hier nicht nur viel Zeit, sondern auch die Nerven und gute Stimmung. Das sind unter anderem Gründe, warum viele Menschen lieber auf einen Neuwagen setzen, als günstiger, aber stressiger in einem 7 Jahre alten Auto zu fahren, der ihnen jedoch Geld spart.

Das Suchen und Finden von Ersatzteilen

Geht etwas kaputt, sucht man in der Regel den nächsten Mechaniker der eigenen Automarke auf. Hat man sich vor drei Jahren einen Mercedes gekauft, kann man somit den Mercedes-Techniker aufsuchen. Bei der Werkstatt findet man in der Regel dann die notwendigen Ersatzteile sofort vor, der Wagen wird innerhalb von kurzer Zeit wieder auf Vordermann gebracht. Wie sieht es jetzt aber aus, wenn man das eigene Auto von einer Privatperson gekauft hat, die das Modell vor acht Jahren gekauft hat?

Die Wahrscheinlichkeit ist dann oft hoch, dass die notwendigen Ersatzteile nicht in der Werkstatt vorhanden sind, sie müssen zumindest bestellt werden. Der gesamte Prozess bis zum fertigen Einbau der Ersatzteile braucht dann oft Wochen. Noch schlimmer ist es jedoch, wenn die Ersatzteile gar nicht mehr verfügbar sind, weil das Auto als veraltet empfunden wurde und neue Modelle andere Ersatzteile zugeliefert bekommen. Häufig ist das der Fall, was die vorherige Geldeinsparung beim Gebrauchtwagenkauf zunichtemacht und man ohne vorhandene Ersatzteile dasteht. Die einzige Lösung ist dann oft eine mühsame Suche der Ersatzteile bei Privathändlern. Eine andere Option ist, über Seiten wie www.teilio.de nach Marken-Autoteilen zu suchen.

Finanzierung des Autokaufs

Möchte man sich ein Auto zulegen, hat aber notwendige Kapital nicht sofort zur Verfügung, kommen mehrere Optionen in Frage. Entscheidet man sich für einen Autokredit, kann ein Neuwagen empfehlenswerter sein. Denn hier erhält man in der Regel günstigere Kredite, weil der Kauf eines Neuwagens als wesentlich sicherer gilt. Ist die Finanzierung bei der Bank nicht zu 100 Prozent sicher, kann ein Neuwagen statt dem geplanten Gebrauchtwagen den notwendigen Zusatz an Vertrauen sichern.

Zusatzrisiko beim Kauf von Gebrauchtwagen

Kauft man sich ein gebrauchtes Auto, ist das mit mehr Risiko verbunden, als sich einfach ein brandneues Modell zu kaufen. Besonders ist das bei einem Kauf bei einer Privatperson der Fall. Deshalb sollte man den Wagen unbedingt zuvor gründlich von einem Fachmann überprüfen lassen. Gut möglich ist das zum Beispiel in der Werkstatt eines Automobilclubs. Nicht nur, dass sich im Inneren oftmals unsichtbarer Rost befindet, auch die Zahl am Kilometertacho sollte auf seine Echtheit überprüft werden. Die Methoden von Fälschern und unseriösen Anbietern sind zahlreich, weshalb Profis wie zum Beispiel der Automobilclub ADAC hier die notwendige Überprüfung durchführen kann.

Beachtet werden sollte außerdem, dass es bei dem Kauf eines Neuwagens oftmals eine Garantie gibt - oftmals sogar für die ersten fünf Jahre nach der Anschaffung. Außerdem hat man bei Neuwagen größere Möglichkeiten, einen reduzierten Preis für den Wagen zu erhalten, als beim Kauf eines gebrauchten Wagens über einen privaten Händler.

Desktopversion des Artikels