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Montag, 16.04.2018

Der Anzug wandert wieder in den Schrank

Von Jürgen Schwarz

Die festliche Kleidung erwies sich nicht als Glücksbringer für Trainer Jens Hieckmann und seine Bannewitzer.Foto: Karl-Ludwig Oberthür
Die festliche Kleidung erwies sich nicht als Glücksbringer für Trainer Jens Hieckmann und seine Bannewitzer. Foto: Karl-Ludwig Oberthür

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Im einzigen Sonntagspiel der Fußball-Landesklasse Mitte hat sich der Hainsberger SV mit 3:0 (2:0) gegen den SV Bannewitz durchgesetzt. Jens Georgi mit zwei verwandelten Foul-Elfmetern (16., 35.) sowie Marian Weinhold mit seinem siebten Saisontor (90.+2) trafen vor 145 Zuschauern ins Schwarze.

„Ich nehme diese Niederlage auf meine Kappe, denn augenscheinlich waren die Hainsberger besser eingestellt, agierten von Beginn an aggressiv“, so Gäste-Coach Jens Hieckmann, der sich wie angekündigt im Anzug an der Seitenlinie präsentierte. Er hatte eine Wette eingelöst, nachdem seine Mannschaft in der Tabelle zwischenzeitlich auf einen Podiumsplatz geklettert war.

Bei den Hainsbergern war die Erleichterung überall spürbar. „Wir können noch gewinnen, und dann gleich noch gegen die spielstarken Bannewitz“, so der allgemeine Tenor. Mehr als fünf Monate mussten die Spieler um Kapitän Rene Balatka warten, ehe sie wieder das Gefühl eines Dreiers auskosten konnten. Am 29. Oktober 2017 hatte der HSV die Possendorfer zu Hause mit 6:1 abgefertigt, dann aber in den folgenden sechs Begegnungen nicht mehr gewonnen (zwei Remis, vier Niederlagen).

Die Gastgeber drückten vom Anpfiff weg auf das Tempo und erspielten sich ein Übergewicht. Die Folge waren die beiden Strafstöße, die aus Sicht der Hainsberger „völlig unstrittig waren“. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Gäste das etwas anders bewerteten. „Der erste Elfer war für mich keiner“, sagte Hieckmann. „Wir waren zu Beginn etwas unsicher, und da kam dieses frühe 0:1 natürlich zur Unzeit. Über den zweiten Strafstoß müssen wir nicht diskutieren, der war korrekt.“ Jens Georgi, 38 Jahre jung und mit der Erfahrung von mehr als 200 Oberligapartien ausgestattet, ließ SVB-Torwart Patrick Richter beide Male keine Abwehrchance.

So ging es mit einem 2:0 in die Pause, in der der Hainsberger Trainer Knut Michael nicht viel zu kritisieren hatte. Etwas defensiver stehend, setzten die Gastgeber nach dem Wechsel auf schnelles Umkehrspiel, verpassten es aber bis in die Nachspielzeit, etwas Zählbares aus ihren Kontermöglichkeiten zu machen.

Auch die Bannewitzer kämpften und hofften auf das Anschlusstor. „Meine Jungs waren stets bemüht, aber uns hat die Durchschlagskraft gefehlt. Auch der letzte Pass kam oft nicht an. Ich werde mir jetzt überlegen, wie ich die nächste Ansprache formuliere, denn diesmal habe ich meine Spieler offensichtlich nicht wie erhofft erreicht“, gab sich Hieckmann selbstkritisch. Der feine Zwirn dürfte nun wieder in den Schrank wandern, obwohl die Chancen auf eine Medaille beim SVB weiter intakt sind.

Gleiches gilt für die Hainsberger, die gegen Bannewitz auch im defensiven Bereich überzeugten. Spielführer Balatka organisierte die Abwehr hervorragend und Torwart Marcel Lohse demonstrierte sein Können, als er das Leder nach einem Kopfball des eingewechselten Nico Biljesko noch an den Pfosten lenkte. Auch Lohses Gegenüber Richter war beim Schuss von Paul-Bruno Fleischer zur Stelle, aber gegen den Nachschuss von Marian Weinhold machtlos (3:0). „Die Hainsberger hatten mehr Spielanteile, sind mehr gelaufen. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber es fehlten überall ein paar Prozente. Glückwunsch an den HSV, der verdient gewonnen hat“, sagte der faire Verlierer Jens Hieckmann.

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