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Dienstag, 10.04.2018

Der 20. April ist bewusst gewählt

Der Verfassungsschutz erwartet beim „Schild und Schwert“-Festival in Ostritz viel Neonazi-Prominenz und sieht keine Anzeichen für Gewalt von links.

Ein Bild vom Rechts-Rock-Festival voriges Jahr in Themar.
Ein Bild vom Rechts-Rock-Festival voriges Jahr in Themar.

© Bodo Schackow/dpa

Ostritz. Das „Schild und Schwert“-Festival in Ostritz hat für die rechtsextreme Szene in Sachsen und ganz Deutschland eine herausragende Bedeutung. „Hier entscheidet sich, wie sich die Szene in den kommenden Jahren entwickelt“, sagte ein Vertreter des Landesamtes für Verfassungsschutz bei einer Bürgerversammlung in Ostritz am Montagabend. Die Szene der Rechtsextremisten sei in den vergangenen Jahren vielschichtig, kleinteilig und sehr flexibel geworden. Mit dem Festival am 20. und 21. April in Ostritz versuchen hochrangige NPD-Funktionäre nach Auffassung der Verfassungsschützer, verschiedene Strömungen des rechten Spektrums zusammenzuführen. Dabei gehe es eindeutig um eine Rückbesinnung auf den Nationalsozialismus der 1930er Jahre. Daher sei der Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April als Datum für das „Schild und Schwert“-Festival sehr bewusst gewählt. Erwartet werden „Kultfiguren“ der rechtsextremen Szene wie Michael Regener, der einst Sänger der mittlerweile verbotenen Band „Landser“ war und heute als „Lunikoff“ auftritt.

Der Verfassungsschutz sieht indessen derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass gewaltbereite Linksextremisten an jenem Wochenende nach Ostritz reisen werden. Viele Bewohner der Kleinstadt befürchten Ausschreitungen wie beim Weltwirtschaftsgipfel G20 vor einem Jahr in Hamburg. Diese Befürchtungen seien unbegründet, sagte der zuständige Referent des sächsischen Verfassungsschutzes. (SZ/fs)

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