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Mittwoch, 03.01.2018

Denkmalschützer bieten ihre Hilfe an

Die sogenannte Roscher-Villa in Neugersdorf hat zweimal gebrannt. Das beschäftigt die Gemüter – und auch das Landratsamt Görlitz.

Von Gabriela Lachnit

Brand der Villa im Juni 2017
Brand der Villa im Juni 2017

© Rafael Sampedro

Im November 2016 und im Juni des vergangenen Jahres hat die sogenannte Roscher-Villa in Neugersdorf gebrannt. Die Villa zählte zu den schönsten Villen in der Spreequellstadt. Vor allem ihr wertvolles und einzigartiges Interieur scheinen nun vollends verloren zu sein.

Das sieht man auch beim Landratsamt Görlitz so. „Die Schäden, die durch die zwei Brände verursacht worden sind, sind enorm“, sagt Julia Bjar, Pressesprecherin des Landratsamtes. Obwohl jedes Mal die Feuerwehren aus Ebersbach-Neugersdorf und umliegenden Orten zu einem Großbrand ausgerückt sind und versucht hatten, das Gebäude in der Hauptstraße in Neugersdorf in Höhe des Kreisverkehrs zu retten, sei die Ausstattung der Villa komplett verloren, bestätigt sie. Gebäudedecken sowie der gesamte Dachstuhl müssten vollständig erneuert werden, ergänzt sie. Hinsichtlich der Sanierungsfähigkeit der Villa müssten zunächst umfangreiche Untersuchungen an der noch bestehenden Gebäudekonstruktion erfolgen, unterstreicht die Sprecherin. Sie informiert, dass die Denkmalschutzbehörde mit den Eigentümern, einem aus Syrien stammenden Arzt und dessen Sohn, im Gespräch sei. „Die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Görlitz ist um eine Lösungsfindung mit dem Eigentümer bemüht“, so Frau Bjar.

Zu Spekulationen, dass den Eigentümer eine Mitschuld an den Bränden treffe, weil das Gebäude nicht richtig verschlossen gewesen sei, berichtet die Pressesprecherin, dass die Villa schon nach dem ersten Brand im November 2016 auf Anweisung der Denkmalschutzbehörde so verschlossen worden ist, dass ein Eindringen ins Gebäude ohne Weiteres nicht möglich gewesen ist. Vor den Bränden gab es laut Frau Bjar mit den Eigentümern Gespräche zur Instandsetzung der ehemaligen Fabrikanten-Villa, die der Familie Roscher als Wohnhaus diente. Eine konkrete Planung habe jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorgelegen. Verschiedenen Medienberichten zufolge hatten der Arzt und sein Sohn die Einrichtung eines Ärztehauses in der Villa geplant. Das wird nun immer unwahrscheinlicher angesichts der beträchtlichen Schäden am Gebäude, der auch von Laien wahrzunehmen ist.

„Sollte sich der Eigentümer tatsächlich um eine Wiederherstellung der Villa bemühen, wird ihm die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Görlitz unterstützend zur Seite stehen“, betont Julia Bjar. Dies sei dem Eigentümer bereits mehrfach mitgeteilt worden, sagt sie.

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