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Samstag, 12.05.2018

Datenschutz neu geregelt

Von Tobias Hanraths

Wie mit Daten von Kunden und Mitarbeitern umgehen? Eine neue Verordnung regelt einiges, aber nicht alles. Foto: dpa/Andrea Warnecke
Wie mit Daten von Kunden und Mitarbeitern umgehen? Eine neue Verordnung regelt einiges, aber nicht alles. Foto: dpa/Andrea Warnecke

© dpa-tmn

Spätestens bis zum 25. Mai sind von Selbstständigen Hausaufgaben in Sachen Datenschutz zu erledigen. Denn dann tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft, mit Auswirkungen nicht nur auf große Unternehmen. Auch Freiberufler oder Gewerbetreibende sind davon betroffen, wenn sie Kundendaten sammeln und speichern. Die wichtigsten Tipps dazu im Überblick.

Nicht in Panik verfallen

Für Kleinstunternehmer ist das der wichtigste Ratschlag. Viele Änderungen der DSGVO betreffen sie gar nicht: Einen Datenschutzbeauftragten braucht nur jedes Unternehmen, in dem zehn oder mehr Mitarbeiter ständig mit Kundendaten zu tun haben. „Im Kern ist sehr wenig neu, gerade für kleine Betriebe“, sagt Markus Peifer vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Jeder Betrieb müsse prüfen, welche Pflichten für ihn relevant sind.

Kunden informieren

Kümmern müssen sich Selbstständige vor allem um die sogenannte Informationspflicht. Jeder Kunde hat das Recht darauf, zu erfahren, was jemand über ihn weiß und was mit diesen Informationen passiert. Peifer rät Verbandsmitgliedern daher, Kunden mit einem Standardschreiben zu informieren. Personenbezogene Daten reichen vom Namen über die Adresse bis zur Handynummer. Bei Handwerkern, die Bäder sanieren, kann sogar die Größe des Kunden-Badezimmers dazu gehören.

Daten sichern

Auch Selbstständige und Kleinbetriebe müssen Kundendaten sauber ablegen. Zudem müssen die Daten vor Hackern und anderen Langfingern geschützt sein. Geht etwas schief, sind die Bußgelder nach der DSGVO teils deutlich höher als bisher.

An Mitarbeiter denken

Was für Kunden gilt, gilt auch für Angestellte. Auch die dürfen mit der DSGVO erfahren, was ihr Arbeitgeber über sie speichert. Ein Beispiel dafür sind die Tankbelege beim Dienstwagen. „Damit können sie ein Bewegungsprofil ihrer Mitarbeiter erstellen“, so Anwalt Manteo Eisenlohr.

Löschen, wenn es sein muss

Gesammelt und gespeichert werden dürfen Daten nach der DSGVO nur noch, wenn es nötig ist. Werden die Daten nicht mehr gebraucht, sind sie zu löschen. Gewerbetreibende müssen Kunden- und Auftragsdaten für Gewährleistung und Steuer aufbewahren. Was wie lange aufzubewahren ist, ist aber immer noch nicht ganz klar.

Nicht auf Abzocker reinfallen

Bei neuen Regelungen wie bei der DSGVO gibt es oft Trittbrettfahrer, die nach echten oder vermeintlichen Rechtsverstößen fahnden und teure Anwaltspost schicken. Peifer glaubt aber, dass es nur anhand einer Webseite und ohne weitere Kenntnisse über den Betrieb zu schwierig sei, Verstöße aufzustöbern. Sollte es passieren, gilt auf keinen Fall sofort Geld überweisen. (dpa)

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