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Mittwoch, 13.09.2017

„Das ist ein Meilenstein für das Resort“

Nach jahrelangem Hin und Her gehört das Rittergut-Areal in Tiefenau jetzt Henry de Jong. Nun sollen erste Arbeiten starten.

Von Eric Weser

Henry de Jong hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Mit seiner Firma hat der niederländische Geschäftsmann das Rittergut-Areal in Tiefenau gekauft. Von hier aus will er sein Großprojekt eines Ferienresorts in Tiefenau nun weiter vorantreiben. Einer der nächsten Schritte soll sein, Pavillons im Rosengarten zu sanieren.
Henry de Jong hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Mit seiner Firma hat der niederländische Geschäftsmann das Rittergut-Areal in Tiefenau gekauft. Von hier aus will er sein Großprojekt eines Ferienresorts in Tiefenau nun weiter vorantreiben. Einer der nächsten Schritte soll sein, Pavillons im Rosengarten zu sanieren.

© Sebastian Schultz

Wülknitz. Beim Tiefenauer Ferienresort hat sich jetzt offenbar ein gordischer Knoten gelöst. Mit seiner Firma Premium Resort Schloss Tiefenau Besitz GmbH hat Henry de Jong nach eigenen Angaben jetzt Flächen in Tiefenau gekauft. Darunter auch die für das Projekt wohl wichtigste: das eigentliche Ritterguts- und Schlossgelände.

Das Areal ist gewissermaßen das Herzstück für das seit Langem von Henry de Jong in Tiefenau geplante Ferienanlage. Wo heute die historischen Gutsgebäude vor sich hin verfallen, sollen nach Vorstellungen des niederländischen Geschäftsmannes künftig Feriengäste komfortabel wohnen. Dafür sollen ein Hotelbetrieb und Ferienhäuser entstehen, außerdem Restaurants und Wellnessbereiche. Auch das nach dem Krieg zerstörte Schloss Tiefenau soll an alter Stelle wiederauferstehen.

Um diese Pläne umzusetzen, braucht es Zugriff auf die entsprechenden Grundstücke. Seit 2006 habe er sich um deren Kauf bemüht, sagte Henry de Jong am Montag im Wülknitzer Gemeinderat. „Wenn man anfängt, denkt man, das ist eine einfache Sache. Das war es leider nicht.“ Das Grundbuch sei schwer belastet gewesen, laut de Jong mit mehreren Millionen Euro. Auch der Kaufpreis sei strittig gewesen. Über die Summe wahrt der Niederländer Stillschweigen. Doch offenbar kam man schließlich überein, die Alteigentümerin verkaufte. Inzwischen seien auch die lange Zeit so problematischen Grundschulden laut Henry de Jong aus dem Grundbuch gelöscht. „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir das schaffen. Aber dass es so lange dauert, hätte ich nicht gedacht.“

Wülknitz’ Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos) sagte, er sei „sehr froh, dass dieses Problem gelöst ist“. Zwei Jahrzehnte lang hätten die Grundschulden eine Entwicklung auf dem Grundstück blockiert. Er hoffe, dass die neuen Besitzverhältnisse nun auch zu einer Art Türöffner für das Gesamtvorhaben des Tiefenauer Ferienresorts werden.

Das Investitionsprojekt umfasst neben den Bauplänen auf dem Rittergutsgelände unter anderem einen Golfplatz und weitere Ferienhäuser auf dem Dreieck zwischen Tiefenau, Lichtensee und Heidehäuser. Derzeit befinden sich dort Agrarflächen.

Eigenes Büro auf dem Gelände

Auf dem Großteil dieser Flächen besteht derzeit kein Baurecht. Um es zu bekommen, sind in nächster Zeit noch umfangreiche Genehmigungsverfahren notwendig. Auch gehören Henry de Jong nach eigenen Angaben noch nicht alle für den Golfplatz nötigen Grundstücke. Beim Kauf des Rittergutsareals seien allerdings rund 70 Hektar Agrarfläche inbegriffen, die in Richtung Spansberg liegen. Diese könnten nun als Tauschpotenzial für die noch benötigen Golfplatz-Flächen dienen.

Während sich der niederländische Unternehmer demnächst um Baugenehmigungen und weitere Flächenkäufe kümmern will, sollen auf dem frisch erworbenen Rittergutsgelände nun die ersten Arbeiten beginnen. In einem ersten Schritt sollen die historischen Pavillons im Rosengarten saniert werden. In einem der Gebäude will Henry de Jong ein Büro beziehen. Entstehen soll auch ein Informationszentrum, in dem sich Gäste über das Gesamtprojekt informieren können, kündigt der 57-Jährige an. Über die Pavillon-Sanierung stimme man sich momentan mit der Denkmalschutzbehörde beim Landkreis ab.

Im Oktober solle außerdem damit begonnen werden, die Grundmauern des einstigen Schlosses freizulegen. Dafür müssen die Bäume gefällt werden, die im Lauf der Jahre auf der Fläche neben dem Rosengarten gewachsen sind. Auch im Innenhof des Rittergutes soll der Wildwuchs beseitigt und der Müll aus den Gebäuden entfernt werden. Anschließend ist eine Vermessung der Innenräume vorgesehen – als Grundlage für künftige Baumaßnahmen.