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Dienstag, 02.01.2018

Das große Aufräumen

Scherben, Plastik, Pappe – das bleibt vom Feuerwerk zu Silvester. Die gute Nachricht ist: Der Müll wird weniger.

Von Annett Heyse

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Bauhof-Mitarbeiter Jens Reichel war am Montagmorgen auf dem Dippoldiswalder Markt im Einsatz. Die Stadt ließ den Silvestermüll gleich am Neujahrstag beseitigen.
Bauhof-Mitarbeiter Jens Reichel war am Montagmorgen auf dem Dippoldiswalder Markt im Einsatz. Die Stadt ließ den Silvestermüll gleich am Neujahrstag beseitigen.

© Annett Heyse

Auf dem Vorplatz der Sparkasse in Freital sah es am Montag noch wüst aus. Zu Silvester hatten sich hier offenbar viele Feiernde ausgetobt.
Auf dem Vorplatz der Sparkasse in Freital sah es am Montag noch wüst aus. Zu Silvester hatten sich hier offenbar viele Feiernde ausgetobt.

© Andreas Weihs

Freital. Es ist kurz nach neun Uhr am Neujahrsmorgen, als auf den Marktplatz von Dippoldiswalde zwei Fahrzeuge des Bauhofes einbiegen. Jens Reichel und vier Kollegen steigen aus, schnappen sich Schaufeln und Besen und legen los. Sie kehren leere Papphülsen vom Feuerwerk zusammen, sammeln abgebrannte Raketen und Sektflaschen auf. Jens Reichel fährt zur anderen Seite des Marktes, dort stapeln sich leere Feuerwerksbatterien auf den Bordsteinen. Schnell ist der Müll aufgeräumt. „Früher war es hier nach Silvester viel dreckiger“, sagt er. Da habe man allein für den Markt ein paar Stunden gebraucht. Nun sieht es schon nach einer Viertelstunde sauber aus. Das liege an den Feuerwerksbatterien, mutmaßt Jens Reichel. Die würden immer beliebter werden und die einzelnen Böller, Fontainen und Heuler ersetzen. „Das spart uns Arbeit.“

Aufräumen nach dem Silvesterfeuerwerk – in Dippoldiswalde wird der Bauhof schon seit etlichen Jahren immer gleich am Neujahrsmorgen losgeschickt. Vom Regen durchweichte Böllerreste oder zugeschneite Glasflaschen möchte man sich in Dippoldiswalde ersparen. Deshalb verteilen sich die fünf Männer nach ihrem Einsatz am Marktplatz übers gesamte Stadtgebiet. Am Busbahnhof, am Obertorplatz, im Neubaugebiet und in den Parkanlagen wird aufgeräumt. Dann sind noch die Ortsteile dran, ganz zuletzt steht Reichstädt auf der Liste.

Der Dreck aus der Silvesternacht ist vor allem deshalb ein Ärgernis, weil sich die meisten nicht darum kümmern. Ob vor dem Oberen Gasthof in Oelsa, auf dem Marktplatz in Wilsdruff oder der Hauptstraße in Glashütte – am Tag danach sind Straßen und Fußwege von Böllerresten rotgesprenkelt, stehen Glasflaschen herum, liegt der Verpackungsmüll im Schnittgerinne. Laut Straßenreinigungssatzungen der einzelnen Kommunen sind eigentlich die Anlieger in der Pflicht, zumindest die Bürgersteige zu säubern. Das funktioniert aber nur bedingt.

So bleibt beispielsweise die Dresdner Straße in Freital optisch noch bis zum 2. Januar eine Partymeile. Denn die Stadt schickt am Neujahrsmorgen kein Aufräumpersonal. Die Mitarbeiter vom Bauhof werden zuallererst für einen eventuellen Winterdiensteinsatz in Bereitschaft gehalten, heißt es aus dem Rathaus. Am 2. Januar beginnt in Freital das große Aufräumen. Und es werden nicht nur die Männer vom städtischen Bauhof unterwegs sein.

Eine beauftragte Firma wird mit zwei Großkehrmaschinen und einer Kleinkehrmaschine die Straßen und öffentlichen Wege säubern. Drei weitere Firmen sind beauftragt, den Silvestermüll am Busbahnhof, den Bahnhofsvorplätzen, auf Parkplätzen, Fußwegen, Treppen und Brücken zu beseitigen sowie die Papierkörbe zu entleeren. „Es werden erfahrungsgemäß etwa 20 Tonnen Müll anfallen“, teilt Freitals Pressesprecher Matthias Weigel mit. Dieser Müll werde in einer Verwertungsanlage wie der Deponie am Saugrund in Freital oder bei der Humuswirtschaft Kaditz in Dresden fachgerecht entsorgt.

Vom Müll abgesehen, war es in Freital eine Silvesternacht ohne besondere Vorkommnisse. Die Feuerwehr hatte eine ruhige Nacht und wurde lediglich zu zwei kleinen Einsätzen gerufen. Kurz nach Mitternacht brannte an der Wigardstraße eine etwa zehn Meter lange Koniferenhecke. Auch an der Gartenstraße in Wurgwitz ging eine fünf Meter lange Hecke in Flammen auf. Einen größeren Schaden hat dagegen ein Buswartehäuschen in Potschappel erlitten. Hiervon stand am Neujahrsmorgen nur noch das Stahlgerüst.