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Donnerstag, 12.10.2017

Das Ende des Fußwegparkens

Kraftfahrer rund um die Kantstraße in Heidenau müssen sich bald neue Stellplätze suchen. Fußgänger hoffen auf bessere Wege.

Von Heike Sabel

Dieses Bild gibt es 2018 nicht mehr. Die Kantstraße wird in Richtung Rathausstraße Einbahnstraße und das Parken auf dem Fußweg verboten. Vorher aber baut die Genossenschaft zehn neue Parkplätze.
Dieses Bild gibt es 2018 nicht mehr. Die Kantstraße wird in Richtung Rathausstraße Einbahnstraße und das Parken auf dem Fußweg verboten. Vorher aber baut die Genossenschaft zehn neue Parkplätze.

© Andreas Weihs

Heidenau. Ingelinde Schubert lebt gefährlich. Wenn sie aus dem Haus geht, muss sie sich einen Weg über Wurzeln und um Löcher auf dem Fußweg herum und an Autos vorbei bahnen. Der Fußweg auf der Friedensstraße ist einer der schlimmsten in Heidenau.

Schon vor fünf Jahren wurde das kritisiert und in der Stadt darüber diskutiert. Voriges Jahr wurde dann ein Schild „Schäden“ aufgestellt. „Nur geschehen ist bisher nichts“, sagt Ingelinde Schubert. Die Friedensstraße wird von hohen alten Linden gesäumt, die zum Teil ihre Wurzeln über den Fußweg geschoben haben. „Es ist sicher nicht einfach, aber es wohnen vermehrt alte Leute in der Straße und es ist der Weg zum Nord-Friedhof“, sagt Ingelinde Schubert. Die Folge: Fußgänger mit und ohne Rollator oder auch Kinderwagen laufen auf der Straße, was gefährlich für sie und die Autofahrer ist. Dazu komme seit einigen Wochen ein weiteres Problem. Seit nämlich in Mügeln das Parken auf den Fußwegen verboten ist, weichen einige auf die Friedens- oder auch Kantstraße aus, hat Ingelinde Schubert beobachtet. Abends und an Wochenende ist kaum ein Platz frei.

Doch auch hier sind die Tage dieser Parkordnung gezählt. Das Parken auf dem Fußweg soll verboten und die Kantstraße zwischen Dresdner und Rathausstraße zur Einbahnstraße werden.

Mehr Plätze weg als neue

Bevor das Parken jedoch verboten wird, muss Ersatz geschaffen werden. Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft (GWG) plant, zehn Stellplätze zu bauen und zu vermieten. Die GWG saniert gleichzeitig die Stellplätze im Bereich der Einfahrt zur Kantstraße 6a bis c, sagt Vorstand Carsten Niederlag.

Die zehn neuen Parkplätze sind natürlich weniger als künftig wegfallen. In Mügeln war es ähnlich. Es fielen mit 120 Plätzen viel mehr weg als die 17 auf der Emil-Schemel-Straße neu geschaffenen. Dennoch hieß es, es sei noch genug frei im Wohngebiet. Nur eben nicht mehr vor der Haustür. Offenbar sind nun die Friedens- und die Kantstraße für manchen Fahrer näher als andere Parkplätze in Mügeln. Auch im Wohngebiet rund um die Kant- und die Friedensstraße wird davon ausgegangen, dass auf anderen Straßen in der Nähe noch Plätze frei sind, auch wenn eben nicht vor der Haustür. Die Rathausstraße dürfte damit jedoch kaum gemeint und die Nordstraße schon wieder zu weit sein.

Ingelinde Schubert hofft, dass bei den Veränderungen nicht nur an die Autofahrer, sondern eben auch an die Fußgänger gedacht wird. Der Bauhof mache sich bereits Gedanken, wie die Fußwege repariert werden können, ohne die Bäume zu entfernen zu müssen, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU). Ingelinde Schubert hatte sich auch schon zwei Mal an die Stadt gewandt, im August vergangenen und im März dieses Jahres. „Eine Antwort habe ich bis heute nicht bekommen.“ Opitz begründet das damit, dass noch nicht ganz klar sei, was wann passiert. Die GWG sagt, sie will nächstes Jahr bauen. Danach wird das Fußwegparken verboten, und der Bauhof kann mit den Arbeiten beginnen. Ingelinde Schubert wird genau aufpassen.

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