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Samstag, 30.12.2017

Das bäuerliche Leben in die Gegenwart geholt

Vereinsvorsitzender Manfred Nickel vom Rohner Njepilahof zieht positives Fazit für 2017.

Von Jost Schmidtchen

Manfred Nickel vom Rohner Njepilahof zieht positives Fazit für 2017.
Manfred Nickel vom Rohner Njepilahof zieht positives Fazit für 2017.

© Kirschke

Für den Förderverein „Njepilahof Rohne e. V.“ war 2017 ein Jahr, über das sich die 40 Vereinsmitglieder freuen können. Alle Veranstaltungen erfreuten sich eines großen öffentlichen Interesses, viele Besucher konnten auch sonst begrüßt werden, vor allem in der Sommerferienzeit. Die SZ hat deshalb mit dem Vereinsvorsitzenden Manfred Nickel gesprochen.

Herr Nickel, was macht Sie und Ihre Vereinsmitglieder so glücklich, wenn Sie Rückschau halten?

Es wurde von uns erneut viel Liebe und Mühe für die Darstellung des Sorbischen Schleifer Brauchtums aufgewendet. Dabei stand und steht auch zukünftig der Erhalt der sorbischen Sprache und der Trachten im Mittelpunkt. Wobei die Darstellung des bäuerlichen Lebens im Jahreslauf dafür der Leitfaden ist.

Wie ist das bei den Besuchern in diesem Jahr angekommen?

Sehr gut. Auch wenn es sich alljährlich wiederholt, aber das Leben der Bauern in unseren Dörfern hat sich auf diese Weise ja auch in jedem Jahr aufs Neue abgespielt. Veränderungen gab es immer nur dann, wenn neue Epochen anbrachen, wie zum Beispiel die Entwicklung der Textiltechnik. Die verdrängte das Flachsspinnen und schließlich auch die Spinte. Das ist so ein Beispiel, welches wir auf dem Njepilahof neu belebt haben. Getreu unserem geschützten Vereinsmotto „Kak to jo bylo – Wie es einmal war“. Das erfüllt auch den Anspruch der Vereinsmitglieder.

Manches andere war bekanntlich auch in Vergessenheit geraten.

Es haben sich alle Vereinsmitglieder eingebracht. Vergessen war eigentlich nichts, nur es wurde nicht mehr gelebt. Wir haben solche Traditionen wie das Schlachtfest der Bauern im kalten Winter, das Federn-schleißen oder den Sorbischen Bauerntisch wieder in die Gegenwart zurückgeholt. Viele Gäste schauen uns dabei immer wieder über die Schulter, über die Resonanz unseres Schlachtfestes muss ich ja wohl gar nicht erst reden.

Erhaltene Traditionen sind in das Leben des Njepilahofes integriert worden. Hat sich das bewährt?

Wir haben die Traditionen, die sich über die Jahre im Dorf erhalten haben, auf den Hof zurückgeholt, weil wir meinten, dort ist ihre Bewahrung am besten gesichert. Dazu gehören das Zampern, das Wickeln der Maibaumgirlande und auch die Himmelfahrt mit unserer Schalmeienkapelle. Natürlich auch die Kirmes mit Backtag, Kirmesfeier und Kirmestanz. Das ist auch ganz im Sinne unserer anderen Vereine, die da mit im Boot sitzen.

Viele Vereinsmitglieder sind ältere Jahrgänge. Beziehen Sie in Ihre Arbeit auch die jungen Leute aus dem Dorf ein?

Ich möchte dazu grundsätzlich sagen, dass die Organisation größerer Veranstaltungen ohne unsere fleißigen Helfer und die Unterstützung der Vereine und der Kameraden der freiwilligen Feuerwehr gar nicht möglich wären. Einbeziehen möchte ich da auch die Schleifer Evangelische Kirchgemeinde mit ihrer Pfarrerin, die uns zum Njepilahoffest beim zweisprachigen Gottesdienst schon viele Jahre zur Seite steht. Überall sind junge Leute dabei, auch wenn sie in der Woche anderswo arbeiten. Natürlich denken wir genauso an den Nachwuchs. Die Arbeit mit den Jüngsten aus der „Witaj“-Kita „Milenka“ Rohne und den Kindern der Grundschule Schleife bei der Vermittlung von sorbischer Sprache, sorbischen Brauchtums und bäuerlichen Lebens in der Vergangenheit hat 2017 breiten Raum eingenommen. Das wird auch 2018 wieder so sein. Dazu wird am Palmsonntag vor Ostern auch wieder das gemeinsame Ostereiermalen mit Kindern, Eltern und Großeltern auf dem Njepilahof stattfinden.

Gibt es schon einen Veranstaltungsplan für 2018?

Zumindest im Entwurf, noch Ende Dezember wird er beschlossen. Erster Höhepunkt, das darf ich schon mal verraten, ist im Januar wieder unser Schlachtfest auf dem Njepilahof.

Das Gespräch führte Jost Schmidtchen.