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Dienstag, 02.01.2018

Cunewalder baden an

Über 40 Leute stürzten sich zu Neujahr im Erlebnisbad Cunewalde in das fünf Grad kalte Wasser. Darunter war eine besondere Schwimmerin.

Von Carmen Schumann

Beim Neujahrsschwimmen im Cunewalder Erlebnisbad stieg Badchef Rico Koslowski als erster ins Wasser. Hinter ihm rechts die erfahrene Winterschwimmerin Uta Jetschke aus Eckartsberg bei Zittau.
Beim Neujahrsschwimmen im Cunewalder Erlebnisbad stieg Badchef Rico Koslowski als erster ins Wasser. Hinter ihm rechts die erfahrene Winterschwimmerin Uta Jetschke aus Eckartsberg bei Zittau.

© Carmen Schumann

Cunewalde. Die Bedingungen waren ideal zum Baden an diesem ersten Tag im neuen Jahr. Draußen herrschten sieben Grad plus und das Wasser des Erlebnisbades Cunewalde war fünf Grad warm. Das ist zwar nichts für Weicheier, aber es hätte für die über 40 Mutigen, die sich in das kühle Nass stürzten, auch schlimmer kommen können, mit Wind und Schnee beispielsweise.

Mit gutem Beispiel voran, ging Rico Koslowski, der Chef des Freibades, der im rot-weiß gestreiften Badedress als Erster in die Fluten stieg. Ihm auf dem Fuße folgte Uta Jetschke. Die 53-Jährige war extra aus Eckartsberg bei Zittau nach Cunewalde gekommen, weil sie im Internet vom Neujahrsschwimmen gelesen hatte. Uta Jetschke war diejenige Neujahrsschwimmerin, die es am längsten im Wasser aushielt. Während die anderen nach einer Bahn wieder aus dem Wasser stiegen, schwamm sie munter mehrere Minuten im Becken hin und her. Für Uta Jetschke ist das nichts Besonderes. „Ich bade fast jeden Tag im Olbersdorfer See“, sagte sie. Seit drei Jahren pflegt sie nun schon diese Gewohnheit. „Das macht Spaß und tut gut“, sagte sie. Das Schöne am Neujahrsschwimmen in Cunewalde sei für sie gewesen, dass sie beim Baden Gesellschaft hatte. Für Daniel Herrmann kostete es schon einige Überwindung, in das kalte Wasser zu steigen. Der 22-Jährige aus Bautzen ist Rettungsschwimmer. Deshalb meinte er, das sei schon mal eine neue Erfahrung gewesen. Auch für Lysander Jankowsky, der ebenfalls aus Bautzen gekommen war, war es das erste Winterschwimmen. „Ich mag es, mal aus der Komfortzone rauszukommen“, sagte er. Der jüngste Schwimmer war der sechsjährige Carl aus Cunewalde, der sich nach dem Schwimmen schnell in den Badebottich von Jörg Schmieder verzog.

Baden auf eigene Gefahr

Natürlich stieg Sören Trillenberg, der Chef des Erlebnisbad-Fördervereins, mit ins Wasser. Der Verein hatte sich vor Jahresfrist beim ersten Neujahrsschwimmen gegründet, um das Bad attraktiver zu machen, wie Sören Trillenberg sagte. Seither hatte der Verein das Nachtschwimmen und auch das Hundebaden organisiert. Diese Veranstaltungen sollen auch im neuen Jahr wieder organisiert werden. Wie Badchef Rico Koslowski sagte, hatte es wegen des Hundebadens einige Skeptiker gegeben. „Aber wir haben beim Ablassen des Wassers nicht ein einziges Hundehaar gefunden“, sagte er. Das Wasser, in dem die Neujahrsschwimmer sich bewegten, war nach dem Hundebaden neu eingelassen worden und bleibt nun den ganzen Winter über in den Becken. Rico Koslowski wies die Badegäste darauf hin, dass das Wasser nicht aufbereitet wurde und dass sie demzufolge in einem Bad schwimmen, das einem Naturgewässer gleichkommt. Das Baden erfolgte auf eigene Gefahr. Das bestätigten alle Teilnehmer mit ihrer Unterschrift.

Im Cunewalder Erlebnisbad versammelten sich zum Neujahrsschwimmen nicht nur die mutigen Schwimmer, sondern auch deren Freunde und Verwandten. Ungefähr 200 Besucher werden es insgesamt gewesen sein, schätzte Rico Koslowski ein. Das seien mehr gewesen, als zur Premiere im Vorjahr. Am 1. Januar 2017 hatten auch nur 27 Schwimmer gebadet. Alle – ob Schwimmer oder Zaungäste – nutzten gerne das Imbissangebot, das der Förderverein bereitgestellt hatte. Mit Glühwein und Bratwurst feierten die Cunewalder einen gelungenen Start ins neue Jahr.

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