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Freitag, 29.12.2017

Comeback ausgeschlossen: Coach Schädlich verabschiedet sich in Rente

Gerd Schädlich feiert am Samstag seinen 65. Geburtstag. Obwohl er das Geschehen bei seinen ehemaligen Stationen Aue, Chemnitz und Zwickau immer noch sehr aufmerksam verfolgt, schließt er eine Rückkehr auf die Trainerbank aus. Das hat mehrere Gründe.

Von Sebastian Wutzler

Im Juli 2012 war Gerd Schädlich Trainer beim Chemnitzer FC.
Im Juli 2012 war Gerd Schädlich Trainer beim Chemnitzer FC.

© dpa/Hendrik Schmidt

Chemnitz. Keine pompöse Party, kein Feuerwerk, kein Medienrummel. Gerd Schädlich wird seinen 65. Geburtstag am Samstag so verbringen, wie ihn seine ehemaligen Spieler, Trainerkollegen, Mitstreiter und Fans kennen und schätzen lernten: ruhig und bescheiden. „Gefeiert wird nur im kleinsten Kreis in Südtirol. Dort habe ich mit meiner Frau Iris schon in den letzten Jahren zwischen Weihnachten und Neujahr immer Urlaub gemacht. So einen großen Auflauf wie zu meinem 60. Geburtstag in einem Chemnitzer Hotel wird es diesmal nicht geben“, sagt Schädlich - und es klingt fast schon etwas entschuldigend.

Einer der erfolgreichsten Trainer im Fußball-Osten verabschiedet sich in die Rente. Mit dem FSV Zwickau stieg er 1994 in die 2. Bundesliga auf. Dasselbe gelang ihm 2003 mit dem FC Erzgebirge Aue. Und den Chemnitzer FC führte Schädlich 2011 mit dem Aufstieg in die 3. Liga zurück in den Profifußball. „Solche Erfolge lassen sich nicht von heute auf morgen planen und umsetzen. Sie sind das Ergebnis akribischer Arbeit. Egal, ob in Zwickau, Aue oder Chemnitz - Gerd Schädlich hat an allen Stationen über mehrere Jahre hinweg mit viel Leidenschaft etwas aufgebaut“, meint Jörg Emmerich.

Der ehemalige Profi kennt Schädlich so gut wie kein anderer. In Aue und beim CFC absolvierte er in neun Spielzeiten unter Schädlich 230 Spiele. Von 2011 bis zu Schädlichs Rücktritt beim CFC im Oktober 2013 arbeitete Emmerich als Sportdirektor mit seinem ehemaligen Trainer zusammen: „Gerd war und ist ein sehr korrekter Mensch, der von sich und anderen für den Erfolg immer alles abverlangt hat. Typen mit so einer Geradlinigkeit findet man heutzutage leider nur noch selten auf der Trainerbank.“

Dass Schädlich ausschließlich Mannschaften aus Sachsen trainieren und zum Erfolg führen durfte, stört den gebürtigen Rodewischer, der inzwischen in der Nähe von Chemnitz lebt, im Rückblick auf seine Tätigkeit als Fußball-Lehrer überhaupt nicht. „Es gab mal eine Anfrage aus Essen, aber das wollte ich nicht machen. Ich habe mich in der Region immer sehr wohlgefühlt. Ob es woanders auch so gut funktioniert hätte, kann ich nicht sagen. Ich habe jedenfalls nichts vermisst und hatte auch nie einen Karriereplan. Mit dem, was ich erreicht habe, bin ich sehr zufrieden“, erklärt Schädlich.

Genauso deutlich wie einst seine Ansprachen in der Kabine waren, macht Schädlich klar, dass eine Rückkehr ins Fußballgeschäft für ihn ausgeschlossen ist. „Ich habe den Trainerjob über 30 Jahre gemacht. In meiner Funktion als Scout für den Halleschen FC konnte ich die letzten drei Jahre zudem etwas abtrainieren. Aber irgendwann ist Schluss. Und Entzugserscheinungen habe ich auch keine“, sagt Schädlich schmunzelnd.

Mehr Zeit mit Frau und Tochter verbringen, öfter mal ein Buch lesen oder im Garten mit anpacken - die Prioritäten in Schädlichs Leben haben sich geändert. Auch aus einem anderen Grund. „Ich hatte im Frühjahr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Vielleicht auch deshalb, weil ich mir in all den Jahren nur wenige Auszeiten gegönnt habe“, betont Schädlich aber auch, dass es ihm inzwischen wieder gut gehe. „Den Fußball aus der Distanz zu beobachten, ist auch sehr interessant. Und meine drei Ex-Vereine spielen quasi vor der Haustür.“

>>> Daten und Fakten zu Gerd Schädlich auf der DFB-Homepage

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