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Montag, 13.02.2017

Bus-Künstler meldet sich per Video

Manaf Halbouni verstehe die Angst derer, die gegen das Mahnmal auf dem Neumarkt protestieren, sagt er. Trotzdem bittet er um sachliche Gespräche.

Von Sandro Rahrisch

Der syrische Künstler Manaf Halbouni hat das Kunstwerk „Monument“ vor der Dresdner Frauenkirche geschaffen.
Der syrische Künstler Manaf Halbouni hat das Kunstwerk „Monument“ vor der Dresdner Frauenkirche geschaffen.

© REUTERS

Der Protest gegen das Bus-Kriegsmahnmal vor der Frauenkirche hat den Künstler Manaf Halbouni dazu veranlasst, eine Videobotschaft an die Dresdner zu senden. „Ich bin Syrer, ich bin Deutscher und Dresdner, aber unabhängig davon bin ich Künstler“, sagt er in dem gut einminütigen Clip, der seit Sonntag auf der Internetplattform Youtube zu sehen ist.

„Ich weiß, dass ihr Angst habt. Ich verstehe, dass ihr belastet seid. Die Veränderungen machen uns allen Angst. Aber es geht jetzt darum, wie man miteinander umgeht, ob man sachlich diskutieren kann.“ Das Mahnmal „Monument“ ist am Dienstag vergangener Woche auf dem Neumarkt eingeweiht worden. Drei ausrangierte Busse, hochkant aufgestellt, stehen für Schutzbarrikaden im syrischen Krieg.

Dass sie ausgerechnet zum 72. Jahrestag der Zerstörung Dresdens vor der Frauenkirche gen Himmel ragen, gefällt nicht allen. Künstler und Stadt wird vorgeworfen, das Gedenken an die Opfer von 1945 zu missbrauchen. Bei seiner Rede zur Einweihung des Kunstwerks wurde Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) von einigen Hundert Menschen regelrecht niedergebrüllt. Hinzu kommt der Vorwurf, die Barrikaden in Syrien wären von einer islamistischen Rebellengruppe errichtet worden, und nicht von Zivilisten. Manaf Halbouni hält an seinem Werk, das er als Mahnmal für alle Kriege auf der Welt versteht, fest. „Ich glaube an eine Welt, in der wir zusammen in Freiheit und ohne Befürchtungen leben können“, sagt er.

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