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Dienstag, 17.04.2018

Burgfestspiele mit Hebamme

Im Juni wird die Albrechtsburg wieder zum Freilufttheater – das Interesse am Spektakel ist groß.

Von Udo Lemke

Bestsellerautorin Sabine Ebert ist sehr davon angetan, wie die Landesbühnen ihren Roman „Das Geheimnis der Hebamme“im Juni bei den Burgfestspielen als Theaterstück uraufführen wollen.
Bestsellerautorin Sabine Ebert ist sehr davon angetan, wie die Landesbühnen ihren Roman „Das Geheimnis der Hebamme“im Juni bei den Burgfestspielen als Theaterstück uraufführen wollen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Marthe kommt wieder zurück. Zwar rund 900 Jahre später, aber der Ort ist authentisch: der Meißener Burgberg. Hier war die junge Hebamme aus Franken auf der Flucht vor einem grausamen Burgherren mit einem Zug von Siedlern im Roman von Sabine Ebert „Das Geheimnis der Hebamme“ angekommen. Hier wird sie im Juni an drei Theaterabenden zu erleben sein. Denn die Landesbühnen Sachsen präsentieren sich mit der Uraufführung des Theaterstücks nach dem Roman. „Es ist ein Glücksfall, dass die Landesbühnen den Roman auf die Bühne bringen können“, erklärte Intendant Manuel Schöbel, der auch Regie bei der Inszenierung führt. .

Bestsellerautorin Sabine Ebert gab das Kompliment zurück und erklärte, dass die Landesbühnen sich intensiv bemühen, nah am Roman zu bleiben, „sonst machen Regisseure ja oft mit einem Stoff, was sie wollen. Ich bin sehr dankbar, dass so mit der Romanvorlage umgegangen wird und freue mich riesig auf diese Premiere“.

Die Burgfestspiele starten aber nicht mit Theater, sondern mit Musik, erklärte Domkantor Jörg Bräunig. Und zwar am Sonnabend, dem 16. Juni mit einem gemeinsamen Konzert von Harmonic Brass & Quadro Nuevo. „Gleich zu Beginn holen wir die creme de la creme nach Meißen“, erklärte er. Dazu gehört natürlich auch der Kreuzchor, der am Sonntag, dem 24. Juni im Burghof singen wird. Am Startwochenende gibt es abends im Dom noch ein Chorkonzert. Dann werden der heimische Domchor und der Domchor Naumburg gemeinsam in Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 2. „Lobgesang“, begleitet von der Neuen Elbland Philharmonie, zu hören sein.

Insgesamt neun Veranstaltungen bieten die diesjährigen Burgfestspiele, sagte Ann-Kristin Böhme, die Leiterin des Meißener Theaters. „Wir können jeden Abend 750 Gäste aufnehmen.“ So viele sollen es möglichst auch sein. Die Theaterleiterin ist optimistisch, sei der Kartenvorverkauf, doch sehr gut angelaufen. An Superintendent Andreas Beuchel gewandt, fragte sie, ob er nicht mal an entscheidender Stelle ein Wort einlegen könnte, damit vom 16. bis zum 30. Juni, während der Zeit der Burgfestspiele, die Sonne scheint. Der Kirchenmann wies auf den großen Gottesdienst am Sonntag, dem 24. Juni im Burghof hin. Als Motto könne er sich Paul Gerhards berühmtes Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ vorstellen.

Wiederkehrender Höhepunkt der Burgfestspiele wird auch bei ihrer vierten Auflage die Aufführung von „Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ mit Tom Quaas und Sandra Maria Huimann sein. Intendant Schöbel erklärte, dass die Aufführung schon eine tragfähige Tradition geworden sei, der Kartenverkauf nehme auch im vierten Jahr nicht ab. Das Stück wird an zwei Abenden gegeben, so am Sonnabend, dem 30. Juni zum Abschluss der Burgfestspiele. Tradition ist mittlerweile auch der Bürgerfestumzug geworden, mit dem das Festival beginnt. Er führt vom Stadttheater hinauf auf den Burghof.

Manuel Schöbel erklärte, was die Burgfestspiele sollen: „Die Meißener sollen stolz auf ihre Stadt sein, und die Gäste sollen sagen, dass sie kommen, weil sie hier etwas Einmaliges geboten bekommen.“

www.neue-burgfestspiele-meissen.de