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Donnerstag, 10.05.2018

Budissa unter Zugzwang

Nach der klaren Niederlage beim SV Germania Halberstadt muss Bautzen am Sonnabend bei Altglienicke unbedingt siegen.

Von Jürgen Schwarz

Die Halberstädter waren deutlich einsatzfreudiger als Bautzen.
Die Halberstädter waren deutlich einsatzfreudiger als Bautzen.

© Torsten Zettl

Bautzen. Jetzt haben die Budissen jenes Szenario, das in Bautzen niemand vor dem letzten Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost haben wollte. Nach der 1:5 (1:1)-Pleite in Halberstadt steht die Mannschaft von Trainer Torsten Gütschow vor dem Sonnabend-Gastspiel beim punktgleichen Tabellennachbarn VSG Altglienicke (Anstoß ist 13.30 Uhr) weiterhin auf Rang 15. Luckenwalde, Neustrelitz und Chemie Leipzig sind bereits abgestiegen. Sollte sich der FC Energie Cottbus in den beiden Aufstiegsspielen zur 3. Liga (24. und 27. Mai) – voraussichtlich gegen die U 21 des Hamburger SV oder Weiche Flensburg – nicht durchsetzen, müsste nachträglich auch der Tabellen-15. der Regionalliga Nordost den Gang in die NOFV-Oberliga antreten.

Enttäuschend, wie sich die Budissen vor den 315 Zuschauern im Friedensstadion präsentierten. Dabei sah es zur Pause noch gut aus, denn Tony Schmidt hatte die Führung der Anhaltiner (Eggert/25.) in der 42. Minute mit seinem zwölften Saisontreffer egalisiert. Nach dem Wechsel brach es dann aber über die Spreestädter herein.

Marcel Goslar brachte Germania erneut in Führung (56.), auf der Gegenseite verpasste der eingewechselte Norman Kloß die Riesenchance zum 2:2. Der Halbestädter Keeper Paul Büchel parierte seinen Schuss glänzend (77.). Bereits ein Zähler hätte die Ausgangslage der Budissen beim Saison-Halali entschieden verbessert. So riskierten die Gäste in der Schlussphase viel – und das ging gründlich in die Hose. Gillian Jurcher (83.), Hasan Pepic (85.) und Alysson Vargas (88.) trafen noch dreimal für die Gastgeber.

Trainer Gütschow ist tief enttäuscht

Torsten Gütschow zeigte sich von der Vorstellung seiner Kicker tief enttäuscht: „Mit Fußball ohne Leidenschaft und Willen kann man keinen Abstiegskampf bestreiten. Ich war wirklich erschrocken, wie wir uns präsentiert haben. Jetzt geht es in Altglienicke um die Wurst. Mir stehen dann die gleichen Spieler zur Verfügung und die müssen sich alle enorm steigern.“

Selbst Germanias Coach Andreas Petersen, der in Halberstadt zum Sportchef aufrücken wird, zeigte sich von der Darbietung der Gäste überrascht: „Wir waren auch etwas überrascht, wie sich Bautzen präsentiert hat. Wir dachten, die reisen hier mit Schaum vorm Mund an. Man hat nicht wirklich gesehen und gespürt, was für die Gäste auf dem Spiel stand. Ich wünsche Torsten und seinen Jungs dennoch alles, alles Gute. Budissa hat mit Cottbus noch einen Joker im Ärmel, aber besser ist es, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen und dann nicht vor dem Fernseher zu sitzen und die Daumen für Energie drücken zu müssen.“

Die Ausgangslage vor dem 34. Spieltag ist klar. Altglienicke reicht gegen Bautzen ein Unentschieden, weil der gastgebende Fünftliga-Neuling die bessere Tordifferenz aufweist (-10 zu -17). Viktoria Berlin (13.) hat zwar nur einen Punkt mehr auf der Habenseite, aber ebenfalls die wesentlich bessere Tordifferenz (-7). „Wir brauchen nicht zu rechnen, wir brauchen einen Dreier. Das wird sehr schwer, aber es ist möglich“, weiß Gütschow. Immerhin hat Altglienicke sechs seiner 16 Heimspiele verloren – Budissa Bautzen freilich auswärts auch erst dreimal gewonnen.