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Donnerstag, 19.04.2018

Budissa stolpert Richtung Abstieg

Bautzen geht in Fürstenwalde unter. Sonntag muss gegen Schlusslicht Luckenwalde unbedingt ein Sieg her.

Von Jürgen Schwarz

Auch der Bautzener Tony Schmidt (rechts) musste in Fürstenwalde viel einstecken. Hier wird er von Burim Halali hart attackiert und gefällt.
Auch der Bautzener Tony Schmidt (rechts) musste in Fürstenwalde viel einstecken. Hier wird er von Burim Halali hart attackiert und gefällt.

© Torsten Zettl

Bautzen. Die Lage spitzt sich weiter zu. Nach einer über weite Strecken desolaten Vorstellung unterlag Budissa Bautzen am 30. Spieltag der Fußball-Regionalliga Nordost in Fürstenwalde mit 0:4. Vor 355 Zuschauern erzielten Lukas Stagge (37.), Pavel Patka (47./Eigentor), Will Siakam (60.) und Danny Breitfelder (67.) die Tore.

In der Rückrunde holten die Spreestädter nur zehn von 36 möglichen Punkten und sind Viertletzter. Nur Schlusslicht FSV Luckenwalde brachte noch weniger auf die Reihe (zwei Zähler). Am Sonntag gastiert der Tabellenletzte ab 13.30 Uhr im Stadion Müllerwiese. Die Bautzener müssen das Kellerduell unbedingt gewinnen. Ein Abstieg aus der 4. Liga würde die FSV Budissa vor erhebliche Probleme stellen. „Wir können es noch aus eigener Kraft schaffen“, sagte der angeschlagene Budissa-Trainer Torsten Gütschow am Mittwochabend nach der zweithöchsten Saisonniederlage.

Lediglich beim 0:5 in Berlin gegen den BFC war Bautzen noch schlimmer unter die Räder gekommen. Allerdings kann Gütschows Rechnung in die Hose gehen. Sollte Energie Cottbus – seit Mittwoch als NOFV-Meister feststehend – in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga scheitern und Erfurt sowie Chemnitz als Drittliga-Absteiger in die Regionalliga Nordost eingegliedert werden, müssten vier Vereine die 4. Liga verlassen.

Auf Schützenhilfe sollte in Bautzen auch niemand hoffen, wie die Partie zwischen Chemie Leipzig und dem Tabellenzweiten BFC Dynamo (1:0) am vergangenen Sonntag zeigte. Die Hauptstädter schonten mit Blick auf das Pokal-Halbfinale am Mittwoch gegen Tennis Borussia Berlin (2:1) fast ihre komplette Stammelf und hatten sechs Nachwuchskicker im Kader.

Insgesamt standen nur drei Spieler in der BFC-Startelf, die auch in der Pokalpartie von Beginn an mitwirkten. Der Auftritt der Budissen in der Bonava-Arena in Fürstenwalde war ein Spiegelbild der letzten Wochen. „Zwischen unseren Heimspielen und den Auswärtsauftritten liegen Welten. Wir agieren so harmlos, wie ein toter Hund beißt“, schimpfte Gütschow. Noch wenige Tage zuvor hatten die Bautzener im Heimspiel gegen Babelsberg (3:1) ein völlig anderes Gesicht gezeigt. Unerklärlich, warum gestandenen Spielern wie Pavel Patka oder Martin Hoßmang derart eklatante Abwehrschnitzer unterlaufen.

Dabei agierten die Gäste in der ersten halben Stunde durchaus selbstbewusst und hielten sich an Gütschows taktische Vorgaben. Und wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, hätte der Schuss von Tony Schmidt den Weg ins Union-Tor gefunden (15.). So aber brach nach Patkas Eigentor praktisch alles auseinander. „Ich habe das Gefühl, einige haben den Abstiegskampf noch nicht angenommen“, meinte Gütschow nach Spielschluss. Es könnte aber im Umkehrschluss auch sein, dass gerade der Abstiegskampf, in dem die Budissen jetzt ganz tief drinstecken, selbst den Leistungsträgern nervlich zu schaffen macht.

Budissa spielte mit: Ebersbach - Pfanne, Kunze, Heppner (52. Weiß), Patka, Hoßmang, Mack, Müller

(84. Kloß), Milde (52. Krautschick), Schmidt, Bönisch.