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Freitag, 10.03.2017

Borna und sein Kalk

Im Mai eröffnet die neue Ausstellung im Kalkwerk. Es geht auch um russischen Sprengstoff.

Von Katharina Klemm

Bernd Scholze zeigt, woraus sich vor Millionen von Jahren Kalk bildete. Der Kalk in Borna wurde von kalkabscheidenden Bakterien, sogenannten Stromatolithen (l.), gebildet, Kalk entstand aber auch aus Muscheln (r.).
Bernd Scholze zeigt, woraus sich vor Millionen von Jahren Kalk bildete. Der Kalk in Borna wurde von kalkabscheidenden Bakterien, sogenannten Stromatolithen (l.), gebildet, Kalk entstand aber auch aus Muscheln (r.).

© Norbert Millauer

Borna. Viel hat sich schon getan, und doch gibt es noch einiges zu tun. Wenn am 27. Mai die Ausstellung anlässlich des Festjahres „90 Jahre Kalkwerk“ im Bahretaler Ortsteil Borna eröffnet wird, muss alles fertig sein. Noch steht keine der Vitrinen, die Wände müssen noch gestrichen und der Fußboden verlegt werden. Doch ein bisschen aufatmen können die Mitglieder der AG Kalkwerk des Fördervereins Dorfentwicklung Bahretal jetzt schon. Immerhin haben sie endlich einiges an Material für die Ausstellung zusammen. Das sah im Herbst des letzten Jahres noch ganz anders aus.

Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte die Ausstellung schon im Dezember eröffnet. Doch es fehlte einfach an Exponaten, die man präsentieren konnte, sagt Thomas Fischer, Vorsitzender der AG Kalkwerk.

Das ist jetzt anders. In mühevoller Detektivarbeit haben Thomas Fischer und Bernd Scholze geschichtsträchtige Unterlagen und Objekte aus der Geschichte des Kalkwerks zusammengetragen, wie die Personalkarten aus DDR-Zeiten. Als Bernd Scholze die durchblättert, kennt er jeden Namen. Ihm fällt auf, dass er noch nicht alle von ihnen kontaktiert hat. Das will er jetzt nachholen. Denn vielleicht hat noch jemand etwas von damals im Keller liegen.

So wie Bernd Scholze selbst. Bei der Schließung des Werks hatte er die Betriebschronik gerettet, wie er sagt. „Jeder, der damals dachte, er hätte einen Schatz, hat ihn mitgenommen“, erklärt er. Auf diese Weise sind so einige Dokumente oder Objekte erhalten geblieben. So kann auch ein Lieferschein für Sprengstoff aus Russland von 1970 gezeigt werden. Das Schwarzpulver wurde damals in Zinkbehältern transportiert, die wiederum in blauen Holzkisten. Damals habe jeder so eine Kiste zu Hause gehabt, erinnert sich Bernd Scholze und lacht. Für die Ausstellung haben sie leider keine. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich noch jemand meldet, der etwas aus dem ehemaligen Kalkwerk zu Hause hat und es uns zur Verfügung stellt“, sagt er. Ergänzt werden die Objekte und die Geschichte des Werks durch Schautafeln sowie Videos, die zum Beispiel die Gewinnung und Verarbeitung von Kalk zeigen.

Um die Ausstellung auch finanziell zu stemmen, erhielt die AG Kalkwerk Unterstützung über die Projektförderung Industriekultur der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Der Verein trägt auch selbst einen Teil der Kosten. „Wir benötigen daher weitere finanzielle Hilfe und würden uns über Spenden sehr freuen“, sagt Thomas Fischer. Am 27. Mai findet auch wieder das Traktorentreffen statt. Und auch sonst gibt es für Groß und Klein viel zu erleben.