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Mittwoch, 13.09.2017

Bombardier: „Wir stehen zu unseren Zusagen“

Der Konzern will in Bautzen 20 Millionen Euro investieren. Der Freistaat sagt Fördermittel zu. Doch der Übergabe-Termin ist geplatzt. Was ist da los?

Von Jana Ulbrich

Die neue Halle wächst: Im Frühsommer 2018 soll hier die digital vernetzte Produktion von Zügen starten. Bombardier will Bautzen zum weltweiten Leitstandort ausbauen.
Die neue Halle wächst: Im Frühsommer 2018 soll hier die digital vernetzte Produktion von Zügen starten. Bombardier will Bautzen zum weltweiten Leitstandort ausbauen.

© Uwe Soeder

Bautzen. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) kann sich seine Reise nach Bautzen sparen. Er wird an diesem Mittwoch keinen Fördermittelbescheid an den Bombardier-Deutschlandchef übergeben. Das Unternehmen, das die Medienvertreter schon zum großen Bahnhof auf das Werksgelände eingeladen hatte, hat den Termin kurzfristig wieder abgesagt. „Der Förderantrag bedarf bei Bombardier einer weiteren internen Bearbeitung“, so lautet der einzige Satz einer offiziellen Begründung.

Was genau das Problem ist, auf diese Frage gibt es weder vom Sächsischen Wirtschaftsministerium noch von der Bombardier-Geschäftsleitung eine Antwort. Das sei Sache von Bombardier, heißt es aus Dresden. Der Freistaat will die Mittel zweckgebunden als Technologieförderung für das von Bombardier angekündigte Forschungs- und Entwicklungsprojekt im Schienenfahrzeugbau ausreichen. Wirtschaftsminister Martin Dulig hatte stets betont, dass der Freistaat das Unternehmen unterstützt, wenn dadurch Forschung, Entwicklung und Arbeitsplätze in der Region erhalten werden. „Der Freistaat steht zu seiner Zusage“, sagt ein Ministeriumssprecher.

Auch Bombardier steht zu seinen Zusagen, erklärt Unternehmenssprecher Andreas Dienemann. Es gebe keine ernsten Probleme, es bestünde lediglich noch Beratungsbedarf. „Die Investitionen in Bautzen werden planmäßig vorangetrieben“, betont Dienemann.

Auf dem Werksgelände in Bautzen ist das auch eindrucksvoll zu sehen: Die neue Produktionshalle wächst. Noch keine drei Monate nach der Grundsteinlegung stehen die Stahlkonstruktion und die ersten Seitenwände. Noch vor dem Winter soll das Dach fertig sein, damit es zügig mit dem Innenausbau weitergehen kann. Werkleiter Olaf Schmiedel ist zufrieden: „Wir liegen voll im Plan“, sagt er. Schon im Frühsommer soll die Produktion anlaufen – digital vernetzt und auf dem modernsten Stand der Technik. Gegenüber der neuen Halle entsteht zeitgleich ein neues Testgelände für die Bahnen, die künftig in Bautzen gebaut werden.

20 Millionen Euro will Bombardier in Bautzen investieren, hat Deutschlandchef Michael Fohrer angekündigt. Das Werk soll innerhalb des weltweiten Konzerns ein Leitstandort für den Schienenfahrzeugbau werden. An dieser Aussage werde nicht gerüttelt, betont der Unternehmenssprecher.