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Donnerstag, 12.04.2018

Böse Erinnerungen

Dynamo gegen Kiel – das sorgt in Dresden für ungute Gefühle. Zumal der erstaunlich starke Aufsteiger am Samstag wieder in Bestbesetzung antreten kann.

Von Tino Meyer

Saison 2015/16, 33. Spieltag: Dresdens Tim Väyrynen (li.) und Pascal Testroet (re.) verpassen in der Nachspielzeit das Siegtor gegen Kiel. Die geplante Aufstiegsparty musste verschoben werden.
Saison 2015/16, 33. Spieltag: Dresdens Tim Väyrynen (li.) und Pascal Testroet (re.) verpassen in der Nachspielzeit das Siegtor gegen Kiel. Die geplante Aufstiegsparty musste verschoben werden.

© Robert Michael

Die Erinnerungen an Kiel sind für Dynamo Dresden keine guten. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen gab es in der Hinrunde eine mehr als deutliche 0:3-Niederlage, wobei der Endstand den Schwarz-Gelben sogar noch schmeichelt. Hätte der Aufsteiger, der eine unerwartet starke Saison spielt und trotz einer Schwächephase immer noch Tabellendritter ist, alle seine Chancen genutzt, wäre das Ergebnis im schlimmsten Fall sogar zweistellig ausgefallen.

Doch auch das bis dato letzte Heimspiel der Dresdner gegen Kiel ist mit Schmerzen verbunden. Die Partie vor ziemlich genau zwei Jahren am 9. April 2016 endete zwar 0:0 – aber mit einem Aufschrei in der Nachspielzeit. Die Stimme von Eik Galley überschlug sich fast. „Und hier, hier, hier, hier, hier - kommt kein Tor. Es ist ja nicht zu fassen“, schrie der MDR-Reporter in sein Mikrofon. 91 Minuten und 49 Sekunden waren gespielt, als Winzigkeiten darüber entschieden, dass Dynamo erst eine Woche später mit dem 2:2 beim 1. FC Magdeburg den Zweitliga-Aufstieg perfekt machte. Die ersehnte Party fiel vorerst aus. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, rief Stadionsprecher Peter Hauskeller direkt nach dem Schlusspfiff.

Es sollte eine Aufmunterung sein. Doch die Stimmung konnte auch er nicht retten. Stille in dem Stadion, das vorher vor überschäumender Glückseligkeit noch zu bersten drohte. „Ich habe den Ball drin gesehen und bin schon mal kurz aus dem Stadion rausgeflogen, weil ich so erleichtert war. Und dann war der Ball aber doch nicht drin – und ich bin wieder runtergekommen und wusste nicht, was jetzt los ist. Ich kann gar nicht sagen, wie ich mich fühle. Ganz komisch“, sagte Kapitän Michael Hefele anschließend. Und Andreas Lambertz meinte: „Das ist ja fast schon zum Totlachen, wie da rumgestochert wurde. Das war schon vogelwild.“

An diesem Samstag wäre ein 0:0 für Dynamo im Abstiegskampf eigentlich zu wenig, gegen die spielstarken Gäste aber zumindest ein Teil-Erfolg. Zumal Kiel vermutlich wieder in Bestbesetzung antreten wird, nachdem Kapitän Rafael Czichos und Spielmacher Dominick Drexler ihre Verletzungen auskuriert haben. Auch Linksverteidiger Johannes van den Bergh steht nach einer Gelbsperre wieder zur Verfügung.

Die anhaltenden Spekulationen um Trainer Anfang, der Medienberichten zufolge vor einem Wechsel zum 1. FC Köln steht, beunruhigen die Mannschaft im Aufstiegskampf angeblich nicht. „Jeder kennt das Geschäft. Jeder darf sich seinen Teil dazu denken. Aber in der Mannschaft werden die Spekulationen um den Trainer nicht groß thematisiert“, sagte Czichos diese Woche den Kieler Nachrichten. Und er ergänzte: „Wenn der Trainer etwas zu sagen hat, werden wir Spieler es sicher zuerst erfahren.“ (mit dpa)

Dynamos Bilanz gegen Kiel: 13 Spiele, 5 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen; 17:14 Tore

Heimbilanz gegen Kiel: 6 Spiele, 4 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage; 13:4 Tore.

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