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Mittwoch, 29.03.2017

Bitteres Aus für die Eislöwen

Die Dresdner verlieren das Heimspiel gegen Kaufbeuren und scheitern im Viertelfinale.

Von Sven Geisler

Hinten blickt Torhüter Kevin Nastiuk (links) ins Leere. Vorn fassen sich die Verteidiger Petr Macholda (Mitte) und Tomas Schmidt nach der Niederlage schon mal an die eigene Nase. Foto: Robert Michael
Hinten blickt Torhüter Kevin Nastiuk (links) ins Leere. Vorn fassen sich die Verteidiger Petr Macholda (Mitte) und Tomas Schmidt nach der Niederlage schon mal an die eigene Nase. Foto: Robert Michael

© robert michael

Wenn es diesen Funken tatsächlich gibt, der überspringen kann, dann hat er am Dienstagabend gezündet. Denn als die Eislöwen im letzten Drittel des siebenten Viertelfinalspiels der Deutschen Eishockey-Liga 2 gegen Kaufbeuren versuchten, eine Aufholjagd zu starten, hatten sie nicht nur die Fans, sondern alle Zuschauer wieder auf ihrer Seite. Außer den acht Hanseln, die aus dem bayerischen Allgäu angereist waren – und am Ende doch siegestrunken ihre fünf großen Fahnen schwenkten.

Denn es hat für die Dresdner nicht gereicht, sie verloren mit 2:3 (1:1, 0:2, 1:0). „Wir sind zu spät aufgewacht“, sagte Bill Stewart – und der Trainer meinte damit sowohl die Serie als auch das entscheidende Spiel. Ihre Sturm- und Drangphase zu Beginn blieb torlos, stattdessen brachte Joona Karevaara die Gäste im Powerplay in Führung (15.). Als die Dresdner dann mit zwei Mann mehr auf dem Eis standen, ihnen aber anderthalb Minuten lang kein Tor gelang, wurde es unruhig. „Wir haben uns die Chancen ja erarbeitet, aber nicht rein gemacht“, sagte Stürmer Steven Rupprich enttäuscht. „Dann verlierst du so beschissen.“ Zunächst bugsierte jedoch Teemu Rinkinen den Puck sechs Sekunden vor der Sirene zum Ausgleich ins Netz (20.).

1:1 zur ersten Pause. Mehr Spannung geht kaum. Im zweiten Abschnitt scheiterte Ville Hämäläinen an Kaufbeurens Keeper Stefan Vajs, und im Gegenzug erzielte erneut Karevaara das 1:2 (25.). Als die Eislöwen wegen eines Wechselfehlers in Unterzahl spielen mussten, legte Jeffrey Szwez das dritte Tor für die Gäste nach. Ein Schock. Erst zum Ende des Drittels hatten sich die Eislöwen wieder gefangen, aber Alexander Höller traf nur den Pfosten (34.).

Noch gab es Hoffnung, ins Schlussdrittel gingen die Eislöwen in Überzahl. Dominik Grafenthin verkürzte nach nur 51 Sekunden. Sie machten weiter, immer weiter. Ohne Erfolg. „Wir haben die Serie nicht heute verloren“, bilanzierte Rupprich, und er erinnerte an das verlorene erste Heimspiel. „Wir haben uns mit so viel Biss und Charakter noch mal zurückgekämpft, hätten das Ding vor ziemlich voller Hütte in eigener Halle ziehen können, aber wir haben es einfach nicht zu Ende gebracht.“ Die Saison ist damit allerdings vorbei. Stewart wollte nicht nach Entschuldigungen suchen, sondern lieber dem Gegner Respekt zollen. Kaufbeuren hat es verdient.

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