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Donnerstag, 04.01.2018

Biber an der Elbe aktiv

Gegenüber der Hafeneinfahrt hat ein Biber einen Baum umgelegt. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt kämpft gerade mit ganz anderen Problemen.

Von Britta Veltzke

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Gegenüber der Hafeneinfahrt ist ein Baum in die Elbe gefallen. Das war wohl der Elbebiber.
Gegenüber der Hafeneinfahrt ist ein Baum in die Elbe gefallen. Das war wohl der Elbebiber.

© Sebastian Schultz

Die Population des Nagetieres ist nach Angaben des Kreisumweltamtes im Elbland inzwischen wieder stabil.
Die Population des Nagetieres ist nach Angaben des Kreisumweltamtes im Elbland inzwischen wieder stabil.

© dpa

Zeithain. Vor Silvester stand er noch, jetzt liegt der alte Baum im seichten Wasser am Elbufer gegenüber der Einfahrt zum Riesaer Hafen. Die Stelle, an der der Stamm umgeknickt ist, ist rundherum abgefressen. Alles deutet auf das Werk eines Elbebibers hin. Was, wenn der Baum nun in die Fahrtrinne gespült wird?

Dafür zuständig, die Schiffe auf der Elbe vor solchen Gefahren zu bewahren, ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Dresden. Der Chef der Behörde, Klaus Kautz, schickt regelmäßig Experten auf den Weg, die sich die Bäume an den Elbufern ansehen. „Sie können einschätzen, ob Bäume umzustürzen drohen. Sei es durch Krankheiten oder eben durch den Biber“, so Klaus Kautz.

Liegt der Baum an Land, hat der Grundstückseigentümer die Sicherungspflicht, ist er aber ins Wasser gefallen, ist das ein Fall für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Für den Elbabschnitt zwischen Belgern und Niederwartha ist die Außenstelle in Mühlberg zuständig. Für Niederlassungschef Lutz Klahr ist der umgestürzte Baum am Bobersener Ufer nichts weiter als ein „Bäumchen“. „Der stellt für die Schifffahrt keine Gefahr dar“, so sein Urteil. „Da haben wir es aktuell mit ganz anderen Kalibern zu tun.“

Seit den Stürmen im vergangenen Jahr muss seine Außenstelle Dutzende angeknackste Bäume aus dem Weg räumen. „Und da sprechen wir von Stammdurchmessern von bis zu einem Meter“, so Lutz Klahr. Sturmschäden an Bäumen machten im Vergleich zu den Bäumen, die durch den Biber zu Schaden kommen, das 20- bis 30-Fache aus, erklärt er. Das „Bäumchen“ gegenüber der Hafeneinfahrt werde „bei Gelegenheit“ mal entfernt. Derzeit sei das ohnehin schwer möglich: „Das Wasser ist an der Stelle nicht tief genug, um mit dem Boot ranzufahren, und das Ufer ist aktuell zu durchnässt“, so Lutz Klahr.

Unbestritten ist, dass der Biber vor Ort aktiv ist – wieder. Durch intensive Verfolgung und Krankheiten stand die Art laut dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie schon mal „am Rand des Aussterbens“. Inzwischen hat sich der Bestand der nachtaktiven Tiere erholt. „Die Population des Elbebibers im Landkreis Meißen befindet sich auf einem hohen und stabilen Niveau“, teilt Thomas Pfeiffer mit. Im Kreisumweltamt ist er für den Bereich Naturschutz zuständig. „Die Elbe im Landkreis Meißen ist von der sächsischen Staatsregierung als Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 mit Verordnung unter anderem zum ausdrücklichen Schutz des Elbebibers festgelegt worden“, erklärt Pfeiffer.

Erfolg der Schutzmaßnahmen

Die „Baumfällung“ sei daher kein Problem, „sondern eine Beobachtung, welche den Erfolg der Schutzmaßnahmen für den Elbebiber belegt“. Der Biber, der bis zu 1,40 Meter groß werden kann, benötige Teile des Gehölzes als Nahrung und als Baumaterial. „Deshalb sollte man den Baum, solange von ihm keine Gefahr für Leib und Leben oder besondere Sachwerte ausgeht, auch nicht beräumen. Der Biber würde den nächsten Baum fällen“, so der Mitarbeiter des Kreisumweltamtes.

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