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Freitag, 29.12.2017 Der Jahresrückblick

Bewegendes im Elbland 2017

Was hat uns mehr aufgeregt, gefreut in Atem gehalten – die Umleitungen in Radebeul, der Elchnachwuchs oder die Jagd nach einem Ganoven?

© SZ/Foto-Montage

Zwei Elchbabys sorgen im Wildgehege nach Rückschlägen für Hoffnung.

Geboren wurden die beiden Minis am 10. Juni. Der Forstbezirk Dresden, zu dem das Moritzburger Wildgehege gehört, ließ sich indes reichlich zwei Wochen Zeit, um die gute Nachricht zu verkünden. Nicht ohne Grund. Die Elchbabys und ihre Mama sollten nicht durch zu viele Besucher beunruhigt werden. Die großen Hirsche sind das Wappentier von Sachsens ältestem Wildpark. Doch in den vergangenen sieben Jahren glückte keine Aufzucht von Jungtieren. Darum die besondere Vorsicht. Diese hat sich gelohnt. Denn die beiden Elchkälbchen haben sich gut entwickelt. Inzwischen ist auch zu 80 Prozent sicher, dass es sich um ein männliches und ein weibliches Tier handelt. Ganz genau wird man das wissen, wenn sich in den nächsten Wochen das erste kleine Geweih entwickelt. (SZ/gör)

Ein Großbrand in der Lackfabrik weckt die Coswiger.

An diesen Donnerstagmorgen erinnern sich viele Anwohner. Explosionen und bis 35 Meter hohe Flammen am 20. Juli kurz nach Mitternacht im Gewerbegebiet an der Industriestraße lassen sie nicht mehr schlafen. Das will mancher aus der Nähe sehen, macht sich auf bis zu den Bahnschienen vor der Lackfabrik Herlac. Dort kämpfen zeitweise bis zu 140 Feuerwehrleute – Weinböhla, Meißen und Radebeul unterstützen die Coswiger – gegen das Feuer. Es vernichtet ein Lagergebäude einschließlich der zur Auslieferung bereitgestellten Produkte, beschädigt eine weitere Halle. Vorsätzliche Brandstiftung, sagt die Polizei. Der Schaden an Gebäuden, Produkten und durch Gewinnausfall beläuft sich auf eine hohe sechsstellige Summe, so eine Information der Geschäftsführung. (SZ/IL)

Die sanierte Passage im Ortszentrum zieht nicht nur die Weinböhlaer an.

Zwar wurde er schon im November 2016 offiziell eingeweiht, der einst als letzter Schandfleck in der Gemeinde verschrieene Durchgang zwischen Rathaus- und Hauptstraße. Doch so richtig zur Geltung kommt die schicke Passage mit Wohnungen und Läden – auf dem Weg von der Straßenbahnendhaltestelle zum Dorfteich – erst, als im Sommer auch die Freifläche fertig ist. Was die Bewohner ebenso freut wie die Damen aus den Geschäften – aus der Floral Manufaktur, ein Blumenladen mit Café, daneben das Herzallerliebst, mit Dekorationsideen und Geschenken. Und die Wollengel, mit Handarbeitsmaterial und mehr. Anziehend auch für viele Besucher des Ortes, nicht nur zu den Festen in der Gemeinde. (SZ/IL)

Neues Lidl-Lager füllt Radeburgs Gewerbegebiet.

Grund zum Feiern gab es Ende April in der Zille-Stadt. Schließlich passiert es nicht alle Tage, dass in einer Kommune mit 7 500 Einwohnern ein rund 40 Millionen Euro teures Projekt fertiggestellt wird. Obendrein noch in einer Rekordbauzeit. Denn der erste Spatenstich für das Bauvorhaben war fast auf den Tag genau vor einem Jahr erfolgt. Aus dem Logistikzentrum werden 97 Filialen in Sachsen und Südbrandenburg beliefert. 180 Mitarbeiter wechselten vom alten Standort Lampertswalde nach Radeburg. Rund ein Dutzend neue Jobs wurden zudem geschaffen.

Einen Drogeriemarkt wünschten sich viele Radeburger seit Langem.

Seit es die zwei Schlecker-Märkte nicht mehr gibt, wünschten sich viele Zille-Städter wieder einen Fachmarkt. Im August öffnete eine dm-Filiale. Und erlebte einen Ansturm. Eigene Bemühungen der Stadt, eine Drogerie-Kette nach Radeburg zu holen, waren erfolglos geblieben. Das Problem war vor allem, dass es kein Gebäude zum Anmieten gab. Eine Chance bot sich schließlich mit den Plänen von Lidl, seinen in die Jahre gekommenen Markt zu ersetzen. Bürgermeisterin Michaela Ritter sprach den Wunsch der Radeburger an und der Discounter war am Ende bereit, ein zweites Gebäude zu errichten. Nachdem Lidl dieses während des Abrisses des alten und dem Bau des neuen Marktes als Interimsfiliale genutzt hatte, wurde das Haus danach für den eigentlichen Nutzer umgebaut. (SZ/gör)

Die Zahl der Umleitungen in der Stadt hat den Radebeulern viel Geduld abgefordert.

Erst die Meißner Straße in Radebeul-West, dann die Kötzschenbrodaer Straße an der Stadtgrenze zu Dresden (Foto oben), anschließend die Schilden- und die Pestalozzistraße, darauf die Hermann-Ilgen-Straße in Kötzschenbroda, dann wieder die Meißner Straße und die Cossebauder Straße in Naundorf im Wechsel mit der Meißner Straße – 2017 war ein Umleitungsjahr für die Autofahrer der Stadt. Besser war lediglich dran, wer beispielsweise mit der S-Bahn nach Dresden pendelte oder mit dem Fahrrad unterwegs war. Um den Seegraben auf der Kötzschenbrodaer Straße wird weiter gebaut bis ins Frühjahr. Dann soll die Meißner in Radebeul-Mitte folgen, so die Ankündigung für 2018. Trotzdem: Gute Fahrt! (SZ/per)

Die Polizei hatte im August einen ungewöhnlich großen Einsatz, der in Weistropp endete.

Im Kreis Meißen fieberten die Bürger mit, als die Polizei in einer groß angelegten Fahndung den nach einer abgebrochenen Drogentherapie untergetauchten Mike W. suchten. Bei der Flucht entlang der Elbe soll er sogar auf ein Auto geschossen haben. In Weistropp, vor den Hallen der Agrar GmbH, konnten die Kripo-Männer den 43-jährigen Mann aus Radebeul schließlich überwältigen und festnehmen. Mike W. verbüßt inzwischen seine dreijährige Strafe für Drogen- und Gewaltdelikte. (SZ/per)

Seltene Falken machten den Indianerfans einen Strich durch die Rechnung.

Die streng geschützten Wanderfalken hatten sich ausgerechnet den Steinbruch im Radebeuler Lößnitzgrund zum Brüten auserkoren. Für die Organisatoren des Karl-May-Fests bedeutete das schaflose Nächte. Denn wegen der Vögel musste der wichtigste Ort für die eingeladenen Indianer gesperrt werden. Normalerweise wird dort getanzt und getrommelt. Nun war Ruhe das oberste Gebot. Eilig wurde nach einer Ersatzspielstätte für den Hohen Stein gesucht. Fündig wurde das Orgateam schließlich auf einer Waldlichtung am Anfang des Dorfgrundes. Die „Kleine Feder“ wurde zum Erfolg. Gut möglich übrigens, dass die Lichtung auch 2018 wieder als Ausweich herhalten muss. Denn der Experte, der die Falken im Lößnitzgrund beringt hat, sagte, dass sie wahrscheinlich wieder kommen. (SZ/nis)

Mit der Poststraße ist auch der letzte große Abschnitt Abwasserkanal saniert.

Im Frühjahr startet der Bau der Weinböhlaer Poststraße. Abwasserkanal und Trinkwasserleitung werden erneuert. Ebenso die Gehwege. Sie erhalten eine sandgeschlämmte Schotterdecke, damit die etwa 50 Eichenbäume zwischen Großenhainer Straße und Bahnhofstraße genügend Wasser bis an ihre Wurzeln bekommen. Allerdings wird der bis zum Herbst dauernde Bau teurer als geplant. Denn zuerst muss ja mal das alte Straßenmaterial abgetragen werden. Und das enthält deutlich größere schadstoffbelastete Mengen, als anfangs veranschlagt wurde. Neben der Deckschicht ist nämlich auch die darunter liegende Tragschicht betroffen. Das erhöht die Kosten für die Entsorgung. (SZ/IL)

Sturm Herwart hinterließ am letzten Oktoberwochenende auch um Moritzburg noch sichtbare Spuren.

Vom Herbststurm Herwart betroffen waren nicht nur die Stände des Staatsbetriebes Sachsenforst beim großen Fisch- und Waldfest in Moritzburg. Das traditionelle Fest, das in der Vergangenheit sogar schon Schneefall trotzte, musste schließlich sogar abgebrochen werden. Große Schäden blieben im sächsischen Wald zurück. Durch orkanartige Böen wurden Tausende Bäume entwurzelt oder gebrochen. Es war der folgenreichste Sturm seit Kyrill. Besonders schwer traf es die Mittelgebirgslagen. Doch auch in den Wäldern um Moritzburg sind die Auswirkungen erheblich und noch immer zu sehen. Allein im Moritzburger Staatswaldrevier sind über 1 000 Kubikmeter Schadholz angefallen. Betroffen waren zudem die Flächen der Wettinischen Forstverwaltung. In der Dresdner Heide sind es sogar um die 7 000 Kubikmeter Bruchholz. Zum Vergleich: Die gleiche Menge wird im Durchschnitt pro Jahr im Moritzburger Revier geerntet. Durch umstürzende Bäume wurden zudem zahlreiche Wildschutzzäune zerstört. (SZ/gör)

Das schönste Stück Radweg von Radebeul ist in der ersten Novemberhälfte Am Gottesacker fertiggestellt worden.

Es ist jetzt eine Freude, die kurze Verbindung zwischen dem Westen Radebeuls und der Mitte mit dem Rad zurückzulegen. Seit Anfang November ist das 880 Meter lange Stück Am Gottesacker befahrbar. Viele Jahre hatten Schüler und Rentner, die hier durch Schlaglöcher mussten, darauf gewartet. Besonders schön ist der Radweg deshalb, weil hier beidseits Bäume gepflanzt wurden und Laternen auch abends das Radfahren gut möglich machen. Offiziell eröffnet worden ist der Radweg durch die Stadt eigenartigerweise nicht. Wohl auch deshalb, weil es gleich nach der Eröffnung großen Ärger gab: Von den über 50 Bäumen mussten 25 wieder rausgerissen und abtransportiert werden. Mit den Besitzern der angrenzenden Felder war das Bäumepflanzen nicht geregelt worden. Die Bäume werden anderswo in Radebeul genutzt. (SZ/per)