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Dienstag, 17.04.2018 Aus dem Gerichtssaal

Bewährungsstrafe für Crystal-Geschäft

Eine 27 Jahre alte Frau soll die Drahtzieherin eines Schmuggels gewesen sein. Hier waren ihr die Drogen zu teuer.

Von Helene Krause

Symbolbild: Hier ist die Droge Crystal in einem Tütchen im Absatz eines Damenschuhs zu sehen.
Symbolbild: Hier ist die Droge Crystal in einem Tütchen im Absatz eines Damenschuhs zu sehen.

© Stephanie Pilick/dpa

Döbeln. Anfang Mai 2016 beauftragte eine 27-jährige Frau aus Waldheim einen Arbeitkollegen, für sie nach Tschechien zu fahren und dort größere Mengen Crystal einzukaufen. Die Drogen wollte sie für den Eigenbedarf haben. Der Kollege sollte von der eingeführten Menge einen Anteil für sich behalten. Damit er den Kauf tätigen konnte, gab sie ihm 500 Euro. Für die Fahrt lieh sie ihm ihren Ford Focus. Der Arbeitskollege warb einen Bekannten an und fuhr mit dem ins Nachbarland. Sie kehrten mit 24 Gramm Crystal zurück. Pech nur, dass die beiden Männer kurz nach der Grenze aufgegriffen wurden und die Zöllner die Drogen im Ford fanden. Nachdem die beiden Männer schon wegen der Tat verurteilt wurden, stand jetzt die Waldheimerin vorm Amtsgerichts Döbeln. Vorgeworfen wurde ihr die unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Die Angeklagte gestand über ihren Verteidiger Rechtsanwalt Andreas Gumprich aus Dresden die Tat. Seit Jahren konsumierte sie Crystal. Weil ihr der Kauf in Döbeln zu teuer war, suchte sie eine Möglichkeit, billiger an die Betäubungsmittel zu gelangen. Sie wusste, dass ihr Arbeitskollege Drogenkonsument war. Deshalb fragte sie ihn, ob er ihr das Crystal aus Tschechien mitbringen könne. Da sie keinen Führerschein hatte, der war ihr wegen einer Fahrt unter Betäubungsmitteln abgenommen worden, lieh sie ihm ihr Fahrzeug.

Er und der Bekannte fuhren nach Johanngeorgenstadt. Dort ließen sie das Fahrzeug stehen und fuhren auf mitgebrachten Fahrrädern nach Tschechien. Bei einem unbekannten Vietnamesen sollen sie dort das Crystal erstanden haben. Um nicht aufzufallen, fuhren sie getrennt zurück. Die Drogen hatten sie in der Satteltasche eines Rades versteckt. Als sie die Räder und das Crystal im Auto verstauten, wurden sie vom Zoll beobachtet. Der stellte sie wenig später.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Karin Fahlberg verurteilt die Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, fünf Monaten und zwei Wochen, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Für die Bewährungszeit wird sie der Aufsicht und Führung eines Bewährungshelfers unterstellt. Außerdem muss sie jeden Wohnsitz- und Arbeitsplatzwechsel dem Gericht anzeigen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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