• Einstellungen
Samstag, 30.12.2017

Bewährtes Logo dreht seine letzten Runden

Nachdem die Niederschlesische Verkehrsgesellschaft (NVG) ihrem Personal vorsorglich gekündigt hatte, gehen am 31. Dezember nun endgültig die Lichter aus.

Von Ralph Schermann

2018 sind Omnibusse mit dem Logo der Niederschlesischen Verkehrsgesellschaft (NVG) Geschichte.
2018 sind Omnibusse mit dem Logo der Niederschlesischen Verkehrsgesellschaft (NVG) Geschichte.

© Rolf Ullmann

Görlitz. Das Aus für die Niederschlesische Verkehrsgesellschaft Görlitz (NVG) wurde bereits im Spätsommer endgültig besiegelt. Hoffnungen der Geschäftsführung auf einen Weiterbetrieb 2018 als eine Art auslaufendes Übergangsjahr hatten sich da längst zerschlagen. „Die Verhandlungen wurden ergebnislos beendet“, bestätigte Geschäftsführer Frank Müller. Und so endet nun am 31. Dezember der Betrieb.

Damit hat das Unternehmen eine Entwicklung genommen, die kaum nachvollziehbar und vor allem auf den Verkauf von Anteilen zurückzuführen ist. Es verfügte zur Wende über 75 Busse und zwei Betriebshöfe in Görlitz und Weißwasser – bis die erste Einsparung so aussah, dass 30 von hundert Kollegen gehen mussten. 2012 verlor die NVG die Konzession ihrer Überland-Linien an das Bautzener Unternehmen Regiobus Oberlausitz (RBO), erneut waren plötzlich 30 Kollegen zu viel. Durch große Anstrengungen von Geschäftsführung und Betriebsrat gelang es, bis auf einen Kollegen alle in andere Verkehrsunternehmen zu vermitteln. Die andere Hälfte verblieb, weil die NVG für fünf Jahre einen Subunternehmervertrag bei der RBO aushandelte und damit Fahrten des bestehenden Netzes weiter bediente.

Dieser Vertrag läuft jetzt am Sonntag, punkt 24 Uhr, aus. Deshalb erhielten bereits Ende Mai alle 30 Busfahrer und Werkstattmitarbeiter der NVG die Kündigungen. Nachdem die Hoffnung auf noch ein Übergangsjahr geplatzt war, blieb nur noch die Vermittlung des Personals. Dafür gab es sogar auch genutzte Angebote aus teilweise entfernt gelegenen Betrieben wie Potsdam oder Bad Belzig. „Die meisten der Kollegen sind vertraglich bei RBO und beim Zittauer Unternehmen KVG untergekommen, einige auch beim Stadtverkehr der Verkehrsgesellschaft Görlitz (VGG)“, bestätigen Geschäftsführung und Betriebsrat.

Ab dem 1. Januar ist dann vorübergehend die VGG Ansprechpartner. Von dort aus wird die ehemalige NVG noch eine Weile betreut. Denn immerhin ist diese zwar mit dem kompletten Busverkehr Geschichte und nun auch ohne Fahrpersonal, doch als Firma bleibt sie noch formal bestehen, vor allem um die Immobilien in Görlitz und Weißwasser zu verwerten.

Desktopversion des Artikels