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Mittwoch, 13.09.2017

Betrug im Namen des Landkreises

E-Mails, die angeblich vom Landkreis verschickt wurden, versprechen eine neue Heizung zum Nulltarif. Eine Masche.

Wenn E-Mails wie diese im Mailfach landen, sollte man sie am besten sofort löschen.
Wenn E-Mails wie diese im Mailfach landen, sollte man sie am besten sofort löschen.

© Elke Schmidt

Was die E-Mail verspricht, hört sich gut an: Es werden Testhaushalte gesucht, in denen die alte Heizung zum Nulltarif durch eine neue ökologische ersetzt wird. Zwei Drittel der Energiekosten ließen sich so einsparen. Und weil die EU das Ganze extrem hoch fördern würde, gäbe es obendrauf 16 000 Euro Tauschprämie, Geld für den nächsten Urlaub, ein neues Auto oder einen beliebigen anderen Zweck. Alles, was man dafür tun muss, ist auf einen Link klicken. Dort fände man die unverbindlichen Unterlagen, mit denen man die Förderung beantragen kann. Unterschrieben hat eine Kathrin Steinbrecher von der Bürgerberatung des Landkreises.

Kann es eine solche Förderung wirklich geben oder ist die Aussicht zu schön, um wahr zu sein? Leider trifft Letzteres zu. Auch wenn die EU durchaus hohe Fördergelder vergeben kann – in diesem Fall sind Betrüger am Werk. Gerlind Walter, Sprecherin des Landkreises Görlitz, sagt ganz klar, dass das Landratsamt niemals solche oder ähnliche E-Mails verschickt. Zwar sei dort bekannt, dass sie im Umlauf sind, und auch die Verwaltung selbst erhalte solcherart Spam. Aber bei elektronischer Post aus dem Landratsamt Görlitz ist der Absender eindeutig erkennbar. In der fraglichen E-Mail sei weder eine korrekte Angabe eines Betreffs noch eine eindeutige Signatur angegeben. Somit sei klar, dass es sich nicht um eine amtliche E-Mail handeln kann. Gleichzeitig weist Gerlind Walter darauf hin, dass auch eine scheinbar seriöse Absenderadresse alleine gar nichts beweist. Diese ließe sich leicht fälschen. Für die Bürger sei Vorsicht geboten.

In der Görlitzer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Sachsen gab es bisher noch keine Anfragen zu E-Mails mit dem Betreff Testhaushalt für Heizungserneuerung, sagt deren Leiterin Katrin Pötschke. Allerdings seien solche E-Mails nicht neu. Im Internet werde vielfach davor gewarnt, unter anderem auch von anderen Landkreisen oder Stadtwerken. Als Absender würden nicht nur Landkreise, sondern oft auch Schornsteinfeger, Förderberater oder Bürgerinformationen genannt.

Typisch für diese sind unter anderem die fehlende persönliche Anrede, die fiktive Kundennummer, die für einen Landkreis seltsame Absenderadresse und der eingefügte Link. Die Verbraucherzentrale rät grundsätzlich, auf derartige E-Mails nicht zu antworten, sondern diese zu löschen. Keinesfalls sollten Links angeklickt, Dateianhänge geöffnet oder persönliche Daten preisgegeben werden. Diese Form von Betrug ist nur eine von vielen. Auf der Webseite „Phishing-Radar der Verbraucherzentrale“ wird täglich über aktuelle Betrugsmaschen berichtet. Wer den Verdacht hat, eine Spammail erhalten zu haben, kann und sollte diese an die Verbraucherzentrale weiterleiten.

(es)

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