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Montag, 14.08.2017

Betrieb am Himmel über Bautzen

Die Flugtage lockten am Wochenende Besucher aus der gesamten Region und darüber hinaus auf den Flugplatz am Rande der Kreisstadt. Wir haben Bilder von spektakulären Flügen und originellen Teilnehmern.

Von Carmen Schumann

Bautzen hebt ab

Uli Reinicke hat die AN 2 wieder in ihren Originalzustand versetzt. In dem historischen Flugzeug, Baujahr 1958, können neun Personen mitfliegen. Früher wurde es bei der Interflug sogar für Urlaubsflüge genutzt.
Uli Reinicke hat die AN 2 wieder in ihren Originalzustand versetzt. In dem historischen Flugzeug, Baujahr 1958, können neun Personen mitfliegen. Früher wurde es bei der Interflug sogar für Urlaubsflüge genutzt.

© Carmen Schumann

Bautzen. Einfach cool war das, darin sind sich Marcus Falke, seine Kinder Nils und Linda sowie seine Nichte Leni einig. Die Vier sind soeben einer AN 2 entstiegen, einem Flugzeug, das auch „Traktor der Lüfte“ genannt wird. Das robuste Fluggerät, Baujahr 1958, gehört Uli Reinicke aus Querfurt. Zwischen April und Oktober ist er fast jedes Wochenende mit seinem fliegenden Oldtimer bei Flugshows dabei. Die Flugtage in Bautzen haben seit Jahren einen festen Platz in seinem Terminkalender.

Bautzen hebt ab

Die Antonow, die einst von der NVA zur Interflug wechselte, hat Uli Reinicke in den Originalzustand versetzt. Damit erfüllte er sich einen Jugendtraum. Eigentlich wollte er ja schon zu DDR-Zeiten Berufspilot werden, doch wurde er nicht angenommen. Stattdessen arbeitete er beim VEB Schachtbau Nordhausen und errichtete unter anderem den Staudamm der Talsperre Quitzdorf mit. Wenn er nach Bautzen kommt, trifft er manchmal noch Kollegen aus dieser Zeit, was ihn sehr freut.

Den Pilotenschein holte er dann nach der Wende nach. Mit der „Tante Anna“, wie man die AN 2 auch nennt, ist er seit 1998 liiert. Wie Uli Reinicke bei seinen zahlreichen Wochenendeinsätzen feststellt, haben die Menschen im Osten eine besondere Beziehung zu dem Flugzeug sowjetischer Bauart.

Doch auch Marcus Falke ist begeistert. Obwohl ihn die Windböen an diesem August-Sonnabend doch ganz schön durchschüttelten, in der nur neun Personen fassenden AN 2, sei es ein ganz tolles Flug-Gefühl gewesen, bekundet er. Außer in einem Helicopter sei er noch nie geflogen, bekundet der Lkw-Fahrer aus Heidelberg. Er hat eine besondere Beziehung zu Bautzen. Seit zwölf Jahren ist er mit einer Frau aus der Partnerstadt an der Spree verheiratet. Deshalb geht es in den Schulferien der Kinder immer auf Besuch zu den Schwiegereltern. „Meine Frau kam auf der Suche nach einer Arbeit nach Heidelberg“, sagt Marcus Falke. Sein Schwiegervater kennt den Flugplatz Bautzen ganz genau. Denn er hat als Zivilangestellter hier gearbeitet, als Bautzen-Litten noch ein Militärflugplatz war.

Stolz auf die Neuerwerbung

Ralf Buresch aus Köthen war schon viermal bei den Flugtagen in Bautzen dabei. Allerdings noch nicht in der Vierer-Formationskunstflugstaffel „Eastsideyak‘s“. Die vier Piloten aus Sachsen-Anhalt und Thüringen zeigen eine Kombination aus Kunstflug und Formationsflug. Die Kunst besteht darin, dass beim Formationsflug die Flugzeuge sehr dicht nebeneinander fliegen, was großes fliegerisches Können erfordert. Der älteste Pilot ist schon 75 Jahre alt. Neben dem Formationsflug zeigen die tollkühnen Flieger auch Loopings und den sogenannten Spiegelflug, bei dem einer auf dem Kopf fliegt.

Tilo Hofmann vom Oberlausitzer Flugsportclub, der auf dem Flugplatz Litten ansässig ist, zeigt stolz die Neuerwerbung des Vereins, einen Ultraleichtflieger Bristell RG. Allerdings fühlt sich sein Verein etwas ausgegrenzt. Im Gegensatz zu früher dürfen die Clubmitglieder nichts mehr an die Gäste der Flugtage ausschenken, was zu einem spürbaren Besucherrückgang führte.

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