• Einstellungen
Donnerstag, 17.05.2018

Bei RB gibt es nur Verlierer

Von Tino Meyer

SZ-Redakteur Tino Meyer.
SZ-Redakteur Tino Meyer.

© Robert Michael

Es ist ausgerechnet der Tag des Europa-League-Endspiels, an dem es bei RB Leipzig nur Verlierer gibt. Doch auch, wenn der Verein nicht im Viertelfinale gescheitert wäre, die Trennung von Trainer Ralph Hasenhüttl war am Ende nur eine Frage der Zeit – bei der es lediglich noch darum ging, wie beide Seiten den überfälligen Schritt gesichtswahrend vollziehen können. Und ob die finanziellen Details für alle Beteiligten zufriedenstellend geklärt werden. Zu groß sind mittlerweile die atmosphärischen Störungen geworden, trotz aller gemeinsamen Erfolge in den vergangenen zwei Jahren.

In der ersten Bundesliga-Saison auf Anhieb Vizemeister, dazu das erstaunlich gute Abschneiden beim Europapokal-Debüt verbunden mit Platz sechs in der Liga und damit die erneute Qualifikation für den internationalen Wettbewerb – das hat hierzulande vor RB keiner geschafft. Und das ist zuallererst der Verdienst Hasenhüttls.

Doch selbst, wenn er um die vorzeitige Vertragsauflösung bittet, den Machtkampf mit Sportdirektor Ralf Rangnick hat der Österreicher krachend verloren. Er hatte die Sympathien von Mannschaft und Fans auf seiner Seite und zudem noch einen Vertrag bis 2019, er hätte abwarten können. Es sei denn, Hasenhüttl liegen längst andere, konkrete Angebote vor.

Noch schlechter steht Rangnick da. Unter dem omnipräsenten, allmächtigen Sportchef, der lange Zeit als letzter großer Fußballvisionär galt, zuletzt aber zunehmend in die Kritik geriet, ist das Arbeiten offenbar wirklich kein leichtes. Das haben bereits Hasenhüttls Vorgänger feststellen müssen. Am liebsten, so hat es immer wieder den Anschein, möchte Rangnick die Sache selbst in die Hand nehmen – allerdings dabei noch lieber aus dem Hintergrund agieren.

Deshalb müssen sich die RB-Verantwortlichen, also neben Rangnick noch Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, nun definitiv entscheiden, welche Rolle man künftig spielen will: erfolgreicher Weltklub oder anerkannter Ausbildungsverein? Beides, so Rangnicks bisheriger Plan, funktioniert nicht. Beides kann auch ein Trainer nicht leisten.

E-Mail an Tino Meyer.

Desktopversion des Artikels