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Mittwoch, 03.01.2018

Becker-Sohn wird in Maier-Tweet als „Halbneger“ bezeichnet

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Jens Maier sitzt für die AfD im Deutschen Bundestag.
Jens Maier sitzt für die AfD im Deutschen Bundestag.

© Hendrik Schmidt/dpa

Berlin. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier ist mit einem rassistischen Kommentar über Noah Becker, den Sohn der Tennis-Legende Boris Becker, aufgefallen. Der bereits am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter gepostete Satz „Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“ wurde später gelöscht. Becker, der unter anderem als DJ arbeitet, hatte in einem Interview erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine „weiße Stadt“. Er sagte, er selbst sei „wegen meiner braunen Hautfarbe attackiert worden“.

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland zeigte sich am Mittwoch verärgert über Maiers Kommentar. Er sagte: „Das ist nicht mein Stil.“ Aus Parteikreisen hieß es, Maier habe den Tweet nicht selbst abgesetzt. Der Autor der Zeilen sei ein Mitarbeiter. Der Dresdner Abgeordnete habe sich diesen inzwischen „zur Brust genommen“. Maier selbst erklärte intern, dieser Kommentar sei auch nicht sein Stil. Er bedauere diese „Panne“ und wolle sich „bei Herrn Becker dafür entschuldigen“. Dem twitternden Mitarbeiter habe er eine Abmahnung erteilt. Ferner seien „die organisatorischen Konsequenzen gezogen“ worden, damit so etwas nicht mehr vorkommt.

Screenshot des inzwischen gelöschten Maier-Tweets

Wie „Bild“ berichtete, will Noah Becker in Absprache mit seinem Vater juristisch gegen den AfD-Abgeordneten vorgehen. Rechtsanwalt Christian-Oliver Moser sagte der Zeitung: „Ich bin jetzt beauftragt, unverzüglich die erforderlichen straf- und zivilrechtlichen Schritte gegen Herrn Jens Maier, MdB, wegen dieser eindeutig rassistischen Twitter-Nachricht zu ergreifen.“

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Harald Weyel sagte, „die Sache mit dem N-Wort“ sei für ihn persönlich kein großes Problem. In seiner Kindheit sei „Neger“ nicht generell herabwürdigend gemeint gewesen, sagte der AfD-Politiker aus Nordrhein-Westfalen, der selbst dunkelhäutig ist. Wenn der Begriff jedoch so wie in diesem Kommentar verwendet werde, „dann kann man eine pejorative Absicht unterstellen, was dann vor allem auf denjenigen, der sich so äußert, zurückweist“.

Maier arbeitete vor seinem Einzug in den Bundestag als Zivilrichter. Das Landgericht Dresden hatte ihm im August einen Verweis erteilt, weil er mit seinen rechten Parolen gegen das Mäßigungsgebot für Richter verstoßen habe. Zuvor war ihm schon die Zuständigkeit für Medien- und Presserecht entzogen worden. In dieser Funktion hatte er 2016 für Schlagzeilen gesorgt, als er dem Dresdner Politologen Steffen Kailitz auf Antrag der NPD kritische Aussagen über die rechtsradikale Partei zunächst verbot.

Der AfD-Landesverband Sachsen hatte im November ein Parteiausschlussverfahren gegen den Juristen zurückgezogen, das noch unter der inzwischen ausgeschiedenen Parteichefin Frauke Petry in Gang gekommen war. Grund für das Verfahren waren Äußerungen Maiers zu einem angeblichen deutschen „Schuldkult“ und der „Herstellung von Mischvölkern“ durch Zuwanderung. Maier gilt als Vertreter des rechtsnationalen Parteiflügels um den Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke. Maier hatte sich selbst als „kleiner Höcke“ bezeichnet. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 22 Kommentare

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  1. H. Krien

    ... und so passiert's, dass mal wieder etwas ausländerfeindliches gesagt wird und alles nicht so gemeint war. Kennt man von der AFD aus früheren Debatten und der tumbe Bürger jubelt. Armes Deutschland!

  2. Ali B.

    Ich bin ja gespannt wie lange dieser Widerling noch sein Richteramt ausführen darf. In Sachsen lernt man eben nicht dazu. AfD-Verbotsverfahren JETZT!

  3. 3Tk3Ta4

    Verrückt und das nennen die Afdler dann Kritik? Naja, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Fraktionen der blauen Rechtsextremisten in allen Sozialen-Netzwerken gesperrt sind.

  4. eL Ha

    Peinlich, primitiv was dieser Typ von sich gibt. So was im Bundestag, pfui. Wie kann man solche Figuren wählen. Diese Leute säen nur Hass und Schund.

  5. J.G.

    Der Begriff „Halbneger“ ist keinesfalls zu dulden. Mit dem Rest liegt der Richter aus Dresden aber sicher nicht ganz verkehrt, wie sonst kommen solche Einachtelpromis auf die Idee, mehr Schlagzeilen produzieren zu dürfen ?

  6. Pieschener

    Im Kern ist die Aussage schon richtig, man hätte sie nur anders formulieren können. Herr N. Becker wird zumindest nun die Schlagzeilen erhalten die er als B-Promie nie bekommen hätte.

  7. Mighty

    Dabei hat er doch gesagt was auf ihn selber am meisten zutrifft. Er findet sonst nicht genug Beachtung. Eindeutig der Beweis für importierte Problembürger. Gleiches gilt für Höcke.

  8. Dresdner

    Stimmt, Halbneger ist falsch Viertelneger, oder dreiviertel Europäer wäre richtig. Die Mutter (Babs) hat einen afroamerikanischen Vater und eine deutsche Mutter, ist also zur Hälfte Schwarz (Negro). Boris ist weiß. Das sind die Fakten. Wo ist nun schon wieder das Problem. Warum wird das Wort Neger immer negativ assoziiert? Es leitet sich aus dem spanischen "negro" = "schwarz" ab. Es bezieht sich also faktisch auf die Hautfarbe. An dem Slogan "good night white pride", den man in Dresden oft lesen kann stört sich die Presse ja auch nicht! Hier geht es einfach nur darum einen AFD-Politiker zu diffamieren!--- Ein Neger, der als "Farbiger" bezeichnet wurde, meinet dazu: "Sehe ich aus, wie ein Clown?" Das sollte doch alles sagen. Diese PC ist einfach nur irrsinnig!

  9. Eberhard

    "Hier geht es einfach nur darum einen AFD-Politiker zu diffamieren!" - das hat er ja dann (mal wieder) geschafft und wie wir anhand Ihrer sehen, funktioniert das sogar und seine Wähler werden "erreicht" und positionieren sich. Aber seien Sie beruhigt - er ist es ja nicht selbst gewesen - natürlich! Was für eine erbärmliche Person, der Herr Maier.

  10. Merkwürdig...

    ..., dass die AfD im Aufwind dann solches vom Stapel lässt. Sehr merkwürdig und äußerst nachdenkenswert. Woher kommen Herr Maier, zu dem solches meinem Empfinden nach nicht passt und Herr Höcke gebürtig? Von dort jedenfalls nicht, wo sie politisch agieren... alles sehr merkwürdig. Wem nützt denn das, zu fragen, drängt sich mir auf. Ich glaube kaum der AfD.

  11. KhanKrum

    Von Herrn Maier wurden keine ausländerfeindlichen Äußerungen getätigt, sondern nur Tatsachen geäußert. Wer hier solche negativen Haßkommentare gegen Herrn Maier oder die AfD verfasst sind doch meistens linke Faschisten und Deutschlandhasser. Dagegen sollte vorgegangen werden.

  12. Axel

    Würde sich der Inhalt eines sogenannten negativen Hasskommentares von einem positiven Hasskommentar wesentlich unterscheiden?

  13. Maxe Baumann

    Entweder ist hier ein Sack mit lauter linken Naiven aufgegangen oder gab es Geld für die geistlosen Kommentare hier!?

  14. Gunter

    @13 M.B. : Ha, Ha, Ha, ich musste hier herzhaft lachen, besser ist das hier nicht zu beschreiben.

  15. Alex

    Wenn sich Herr N. Becker an Berlin als "weißer Stadt" stört, ist das sein Problem. Ich lasse mich von ihm, wegen meiner Hautfarbe, nicht rassistisch beleidigen.

  16. Gunter

    Na, wieder ein Thema, wo man die AfD diskreditiert kann ?. Das ist doch schon lange Brauch, denn der politische Gegner muss auf allen Gebieten diffamiert und diskreditiert werden, nach dem Motto, es bleibt immer etwas hängen. Ich wette, in anderen politischen Strömungen hat es gleiche Äußerungen gegeben, aber der politischen Korrektnis wegen bleibt so was mit Hilfe des "Verhüllungsjournalismus" unter der Decke.

  17. Dräsdnor

    Wer ist denn jetzt der Rassist und Diffamierer? Derjenige, der in Schwarze und Weiße einteilt oder derjenige, der verpönte Worte verwendet? Ich bin auch der Meinung, dass der Becker zu wenig Zuwendung erfuhr.

  18. Der echte jk

    "Aus Parteikreisen hieß es, Maier habe den Tweet nicht selbst abgesetzt. Autor sei ein Mitarbeiter." Im Zweifel für den Angeklagten. Am Ende ist der Tweet gar nicht von Maier autorisiert und stammt von einem Mitarbeiter-U-Boot, welcher von der Antifa eingeschleust wurde. Das ist eine bewährte Strategie dieser Gruppierung. Da treiben die richtig Aufwand und lassen sich auch Zeit dafür. Ich las, dass die über ein halbes Jahr Aufwand in die Unterwanderung der Identitären oder AfD bei Faceboook investiert haben. Da ist es doch ein Leichtes, einen Mitarbeiter beim AfD-Maier zu installieren, welcher mit voller Absicht PI in dessen Namen zum Besten gibt. Im Übrigen ist die Bezeichnung Neger vom Wortstamm her vollkommen korrekt - wie Dresdner bereits ausführte. Allerdings finde ich die Bezeichnung "kleiner Halbneger" und auch noch in diesem abwertenden Zusammenhang selbstverständlich absolut daneben und daher traue ich es Maier nicht zu.

  19. Neubürger.GR

    Kennt jemand Jens Maier? Ich habe den Eindruck hier wollte ein blasser AfD-Hinterbänkler aufkosten eine B-Promis auch mal einen Aufreger setzen, damit man ihn öffentlich wahrnimmt. Und sich dann distanzieren und einen Mitarbeiter zum Schuldigen erklären. Schäbiger und lächerlicher geht es nicht. Presserechtlich ist dieser Typ aber für seinen Account verantwortlich, da kann er sich nicht herausreden.

  20. EinBürger

    Na ja, Wortwahl hin und her! Ich stelle mal eine andere Frage: Wie hat sich denn die insolvente Familie Becker verhalten? Da wurde auf anderer Leute Kosten gelebt. Der feine Becker entledigt sich seiner Schulden und die Familie lebt weiter in Saus und Braus. Und auch dem feine Sohnemann dürfte es ja all die Jahre fein gegangen sein, als Papi auf anderer Leute Kosten gelebt hat. Aber dann - wenn es um Wörter geht - den moralischen Finger erheben und Anzeige erstatten. Das sind mir die Richtigen. Sorry, Worte hin und her, solche Leute, wie die Beckers, sollten einfach nur still sein und sich demütig und bescheiden verhalten, wie es eines Insolventen angemessen erscheint!

  21. Steuerzahler

    Anders als der sich aufspielende AfD-B-Promi-Maier leben die B-Promi-Beckers nicht auf meine Kosten...

  22. Hmhmhm an merkwürdig, KhanKrum und Gunter

    In der Tat nutzt die eben doch gewohnte Entgleisung des Herrn Maier oder meinetwegen der "grauen Eminenz", die er ja offenbar selbst engagiert hat, dem moderaten AfD-Flügel recht wenig. Wie auch sonst abgesehen bei den Leuten, die es noch immer nicht begriffen haben, dass die gewählten AfDler bisher in keinem Parlament echt was gebacken bekommen hätten. Um die AfD zu diskreditieren, braucht es keine gescheiterten B-Promis und keine Linksrotgrünen - das schaffen die Höcke-Maiers schon von sich aus...

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