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Freitag, 13.04.2018

Baywa Sachsen wird ungiftiger

Der Getreide- und Baustoff-Händler hat versehentlich Forellen getötet. Doch er will mehr Geschäft mit Ökobauern.

Von Georg Moeritz

© dpa

Hainichen. Fehler beim Einfüllen: Ein Mitarbeiter des Handelskonzerns Baywa in Reichenbach bei Görlitz hat voriges Jahr ein Pflanzenschutzmittel gegen Pilze überlaufen lassen. Das Fungizid lief in den Schwarzen Schöps und tötete Bachforellen. Die Baywa sorgt nun mit dem Anglerverein dafür, dass 1 000 neue Fische eingesetzt werden. Von diesem Fall berichtete der Konzern bei seinem Sachsen-Pressegespräch am Donnerstag allerdings erst auf Nachfrage. In Reichenbach würden derzeit ohnehin 5,5 Millionen Euro in Lager und Getreidelogistik am Gleis investiert. Von dort bringt die Baywa Weizen über die Häfen Mukran und Vierow bis Afrika. Damit kein Gift mehr ausläuft, gebe es nun einen Auffangbehälter und einen Schalter, den Mitarbeiter beim Füllen ständig drücken.

Die Baywa mit Sitz München und 730 Mitarbeitern an 59 Standorten in Sachsen und den angrenzenden Bundesländern bemüht sich ohnehin um ein grünes Image. Agrarspartenchef Matthias Eckstein sagte, am Standort Hainichen werde für zwei Millionen Euro die „umweltfreundliche“ Elektronenbeizung ausgebaut. Ökobauern bevorzugen nach seinen Angaben Saatgut, bei dem Krankheitserreger nicht mit Chemikalien, sondern mit Elektronenbeschuss beseitigt werden. Die mobile Anlage schaffe künftig 20 statt fünf Tonnen pro Stunde.

Beim Handel mit Baustoffen betonte Regionalleiter Siegmund Mader, „wohngesundes“ Material anzubieten. Der Baustoffumsatz des Konzerns in Sachsen wächst seit Jahren und hat voriges Jahr 80 Millionen Euro erreicht. Die Agrarsparte dagegen ist zwar 301 Millionen schwer, schrumpft aber seit Jahren. Sinkende Getreidepreise nach fünf Rekordernten waren ein Grund. Die Investitionsbereitschaft der Bauern sei weiterhin nicht sehr hoch, doch das neue Landtechnik-Zentrum Döbeln mit fast 30 Mitarbeitern sei gut angelaufen.

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