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Montag, 11.09.2017 Kommentar

Bayern können sich nur selber schlagen

SZ-Redakteur Sven Geisler über die neue Spannung in der Bundesliga nach der Niederlage des FC Bayern München gegen Hoffenheim.

SZ Redakteur Sven Geisler
SZ Redakteur Sven Geisler

© Robert Michael

Die Bayern haben verloren – das kommt nicht allzu oft vor in einer Saison. Wenn es aber am dritten Spieltag passiert, weckt das die Hoffnung auf unverhoffte Spannung. Der Serienmeister nur auf Platz sechs, wann hat es das schon mal gegeben?! Zuletzt passierte das 1995 – jedenfalls am Ende einer Spielzeit. Und das ist bekanntlich noch weit. Der sechste Titelgewinn in Folge bleibt zweifellos wahrscheinlicher, als dass die Münchner die Qualifikation für die Champions League verpassen könnten.

Was sich jedoch abzeichnet, ist, dass die Bayern weniger souverän auftreten, was nicht einmal in erster Linie auf dem Platz auffällt. Es sind vielmehr die kleinen Spitzen am Rande, die aufhorchen lassen. Stürmerstar Robert Lewandowski beklagt sich erst über die mangelnde Unterstützung seiner Mitspieler im Kampf um die Torjägerkrone und nun generell über die Transferpolitik des Vereins. In der Sache mag er sogar recht haben, aber seine Kritik nach außen zu tragen, dürfte intern auf wenig Gegenliebe stoßen.

Genauso wenig wie die umstrittene Personalpolitik des Trainers, der sich bei den vermeintlichen Ratgebern für die Hinweise bedankt, aber klarstellt: „Ich brauche sie nicht.“ Das mag sein, denn Carlo Ancelotti ist einer der erfolgreichsten Trainer in Europa. Doch der Ruhm vergangener Zeit zählt nicht viel, wenn der Erfolg ausbleibt. Erst recht nicht in München, wo ein Titel eher zu wenig ist.

In einem Spiel ist alles möglich, wie die starken Hoffenheimer mit ihrem hellwachen Balljungen bewiesen haben. Auf die Saison gesehen aber können sich die Bayern nur selber schlagen.

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