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Freitag, 08.12.2017

Bautzen will bei Glätte Straßen sperren

Mit Salz und Splitt rüstet sich die Stadt für den Winter – und hat auch einen Notfallplan in der Hinterhand.

Der Schnee kann kommen: Bautzen ist auf den Winter vorbereitet.
Der Schnee kann kommen: Bautzen ist auf den Winter vorbereitet.

© Uwe Soeder

Bautzen. Die Schneefahrzeuge sind startklar, die Silos gefüllt, die Splittkisten verteilt. Der Winter kann kommen. Das meint zumindest Einsatzleiter Marcel Mahling, der bei der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft (BBB) für den Winterdienst zuständig ist. Mahling gibt sich betont gelassen. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt er.

Diese Vorbereitung kann man sogar in Tonnen messen. In den Silos der Stadt Bautzen lagern momentan 170 Tonnen Salz, 80 Tonnen Splitt und 40 Tonnen einer Magnesiumchloridlösung. Je nach Gebrauch kann mehr Material angeliefert werden. Die Verträge dazu hat die Stadt abgeschlossen. Auch die Fahrzeug-Flotte kann sich sehen lassen. Multicars, Lkw und Transporter sind auf den Straßen im Einsatz. Insgesamt 14 Fahrzeuge kümmern sich um die schneebedeckten oder glatten Straßen.

Welche Touren die Mitarbeiter des Winterdienstes zu bewältigen haben, steht bereits fest. 15 verschiedene Strecken werden sie abfahren. Dabei sind auch neue Abschnitte hinzugekommen. So werden die Mitarbeiter auch die Bushaltestelle Thrombergstraße und den Radweg zwischen der Wirtschaftszufahrt vom Spreebad und dem Zugang von Bombardier räumen.

Geht es um die Reihenfolge, dann teilt die Stadt die Strecken in verschiedene Kategorien ein. Straßen mit der höchsten Dringlichkeit werden werktags bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen bis 9 Uhr geräumt. Später kümmern sich die Mitarbeiter um die restlichen Straßen. In der Regel sind die Fahrzeuge in der Woche zwischen 3.30 Uhr und 20.30 Uhr und am Wochenende zwischen 6 Uhr und 20 Uhr im Einsatz.

Einsatzleiter entscheidet

Alle städtischen Straßen gehören aber nicht in den Winterdienst-Plan. Es gibt auch Bereiche, an denen nicht geschoben wird, wie zum Beispiel auf kleineren Anliegerstraßen. Auch Gehwege müssen von Anwohnern schneefrei gemacht werden. Lediglich an einzelnen Stellen wie an der Westtangente ist auch die Stadt für das Räumen der Gehwege zuständig. Damit sich die Bautzener selbst helfen können, hat die Stadt 115 Streugutbehälter aufgestellt und diese mit Splitt befüllt.

In diesem Jahr greift die Stadt noch zu einer besonderen Maßnahme. Sollte es zu extremen Blitzeis kommen, dann werden einzelne Straßen sogar gesperrt. Das betrifft vor allem Wege, die steil hinauf oder hinunter führen. Begründet wird die Vorsichtsmaßnahme mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre. So können sich viele Bautzener zum Beispiel noch gut an das Blitzeis Ende Januar erinnern. Welche Straßen tatsächlich abgesperrt werden müssen, entscheidet der jeweilige Einsatzleiter. Auch muss die Sperrung sofort aufgehoben werden, wenn die Witterung es wieder zulässt, dass Autos über die Straße rollen.

Damit Winterdienst-Chef Marcel Mahling auch weiß, an welchen Tagen es kritisch wird, hat er sich Experten an seine Seite geholt. Der Deutsche Wetterdienst wird den Bautzener Winterdienst regelmäßig mit aktuellen Wetterdaten versorgen.

Für den gesamten Winterdienst gibt die Stadt jedes Jahr rund 250 000 Euro aus.

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