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Mittwoch, 16.05.2018

Bautzen setzt auf Tempo 30

Mit 70 neuen Verkehrsschildern bremst die Stadt die Autofahrer aus – zum Schutz der Anwohner.

Von Marleen Hollenbach

Langsam, bitte! Auf der Fichtestraße in Bautzen gilt bereits eine Tempo-30-Zone. Die Stadt will jetzt noch mehr Schilder dieser Art aufstellen.
Langsam, bitte! Auf der Fichtestraße in Bautzen gilt bereits eine Tempo-30-Zone. Die Stadt will jetzt noch mehr Schilder dieser Art aufstellen.

© Uwe Soeder

Bautzen. Fuß vom Gas heißt es für Autofahrer in Bautzen. Schon jetzt gilt auf etlichen Nebenstraßen in der Stadt Tempo 30. Doch damit die Anwohner bald noch sicherer leben, will die Stadtverwaltung insgesamt 70 neue Verkehrsschilder aufstellen. In den kommenden Monaten werden damit weitere Tempo-30-Zonen errichtet und bereits bestehende Zonen vergrößert. Die SZ klärt die wichtigsten Fragen.

Wo in der Stadt entstehen die neuen Tempo-30-Zonen?
Schon jetzt gibt es im gesamten Bautzener Stadtgebiet mehr als 30 Zonen, in denen die Autofahrer nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. Sieben weitere Zonen möchte die Stadt nun noch schaffen. Vor allem auf den Straßen rund um den Käthe-Kollwitz-Platz rollen die Autos bald langsamer. Und nicht nur dort. Auf der Liste der neuen Tempo-30-Zonen findet sich auch das Wohngebiet an der Herrenteichsiedlung in Stiebitz, das gerade noch entsteht.

Und noch ein Wohngebiet in diesem Bautzener Ortsteil erhält schon bald neue Schilder. Am Fasanenweg hatten die Anwohner sogar eine Tempo-20-Zone beantragt. Weil solche Bereiche allerdings nur für Strecken in der Innenstadt vorgesehen sind, die von sehr vielen Fußgängern genutzt werden, lehnt die Verwaltung eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung ab. Stattdessen wird eine Tempo-30-Zone errichtet, um die Anwohner zu schützen.

Die neuen Schilder kosten die Stadt insgesamt 14 000 Euro. Sie sollen in diesem und im nächsten Jahr aufgestellt werden.

Welche vorhandenen Tempo-30-Zonen werden erweitert?
Die vielen Verkehrsschilder werden nicht nur dazu gebraucht, neue Zonen zu schaffen. Es geht auch darum, bereits vorhandene Zonen zu vergrößern. Das betrifft zum Beispiel die Straßen nahe der Justizvollzugsanstalt. Dort kommen zum Beispiel die Breitscheidstraße, die Talstraße und der Kupferhammer zur Tempo-30-Zone hinzu. Ein ähnliches Beispiel gibt es in der Ostvorstadt. Auch dort wird die bestehende Zone erweitert. So nimmt die Verwaltung die Strecken rechts und links der Straße „Am Carolagarten“ mit in die Zone auf.

An welchen Stellen darf die Stadt solche Zonen überhaupt errichten?
Die Stadt kann solche Bereiche einführen, um Fußgänger und Radfahrer zu schützen. Die Mitarbeiter der Verwaltung haben sich deshalb vor allem die Strecken in Wohngebieten angesehen. Allerdings gibt es für die Einführung der Zonen feste Regeln. So dürfen zum Beispiel auf Vorfahrtsstraßen keine Tempo-30-Zonen errichtet werden. Gleiches gilt für Hauptverkehrsadern – wie zum Beispiel Bundesstraßen. Empfohlen werden die Zonen dort, wo die Straße eng ist und es keine Fußwege gibt. Das ist zum Beispiel auf der Dieselstraße der Fall, die auch auf der Liste der neuen Zonen steht.

Wo wünschen sich die Anwohner eine Tempo-30-Zone?
Einige Bautzener wünschen sich, dass auch ihre Straße auf der Liste mit den Tempo-30-Zonen steht. Vor allem die Anwohner von Bloaschütz fordern, dass die Autos langsamer durch ihren Ort fahren. Die Strecke nach Döberkitz ist schmal, ein Gehweg fehlt. Eine Tempo-30-Zone kann die Stadt dort aber nicht errichten, erklärt Stadtsprecher André Wucht. „Die Möglichkeit scheidet aus, weil es sich um eine Vorfahrtsstraße handelt“, erklärt er. Die Verwaltung will aber prüfen, wie sie den Anwohnern helfen kann. Denkbar wäre zum Beispiel, für einen Abschnitt der Strecke ein einzelnes Tempo-30-Schild aufzustellen. „Die Prüfung ist aber noch nicht erfolgt“, so Wucht.