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Montag, 13.11.2017

Bastei bekommt schwebende Plattform

Für die gesperrte Aussicht in der Sächsischen Schweiz bahnt sich eine Lösung an: ein „schwebender Steg“

Von Nancy Riegel

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So stellen sich die Planer die neue Basteiaussicht vor.
So stellen sich die Planer die neue Basteiaussicht vor.

© SMF

Juni 2016: Mitarbeiter einer Spezialfirma für Felssicherungen stellen fest, wie porös das Gestein unter der Basteiaussicht wirklich ist.
Juni 2016: Mitarbeiter einer Spezialfirma für Felssicherungen stellen fest, wie porös das Gestein unter der Basteiaussicht wirklich ist.

© Robert Michael

Das bei Touristen beliebte Ausflugsziel musste gesperrt werden.
Das bei Touristen beliebte Ausflugsziel musste gesperrt werden.

© dpa

Lohmen. Seit Sommer ist klar, dass die vorderen zehn Meter des Bastei-Felsens nie wieder betreten werden können. Für die berühmte Basteiaussicht, die aus Sicherheitsgründen schon über ein Jahr gesperrt ist, gab es deshalb Planungen. Jetzt wird die Lösung präsentiert: ein „schwebender Steg“.

Das sind die neun wichtigsten Fakten:

  • Der Steg soll rund 20 Meter lang und bis zu 3,5 Meter breit werden und sich lediglich im hinteren Bereich auf dem Felsen abstützen. Im vorderen, erodierten Bereich schwebt die Plattform in geringer Höhe über dem Felsmassiv. In Zahlen bedeutet das: 60 Prozent des Stegs liegen auf, 40 Prozent schweben.

  • Laut Finanzministerium soll die Sicherheit auch dann gegeben sein, wenn sich viele Menschen auf dem schwebenden Teil aufhalten. Das heißt, eine Zugangskontrolle soll es nicht geben.

  • Geplant ist ein Gesamtgewicht von rund 70 Tonnen. Der Steg wird nur minimal verankert, um den noch intakten Felsen darunter nicht zu beschädigen.

  • Optisch soll sich die Konstruktion, die zwischen 35 Zentimeter (Aussicht) und 60 Zentimeter hoch ist, an Sandstein orientieren. Es wird ein Geländer geben. Bei der Konstruktion werden modernste Baumaterialien eingesetzt. So werden wohl für die Verschalung Elemente aus dem von der TU Dresden entwickelten Textilbeton zum Einsatz kommen.

  • Noch ist die Genehmigung für den Steg nicht erteilt. Lediglich für den Steinschlagzaun und das Abtragen der jetzigen Gehwegplatten liegt diese bereits vor.

  • Der Steg soll rund eine Million Euro kosten. Laut Finanzminister Georg Unland sei noch nicht geklärt, wer das Projekt finanziert. Der Felsen ist Eigentum des Freistaats, das Berghotel pachtet die Fläche. Offiziell gehört das Gebiet zur Gemeinde Lohmen.

  • Einen kostenpflichtigen Eintritt, beispielsweise durch ein Drehkreuz, schließt der Finanzminister aus. „Die Basteiaussicht soll für Besucher kostenlos bleiben.“

  • Ab Dezember dieses Jahres werden die Steinschlagzäune unterhalb des Felsens errichtet, danach erfolgt die Sicherung und Abtragung des vorderen Teils der Aussicht.

  • Wann der neue Steg errichtet wird, ist noch unklar. Das Finanzministerium spricht von „frühestens in zwei Jahren.“ Die Bauarbeiten sollen dann möglichst so ablaufen, dass Besucher weiterhin die Aussicht von der Bastei genießen können.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

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  1. OLdie (89)

    Eine Klasse-Entscheidung, die da getroffen wurde. Ich glaube, dass dadurch noch mehr Besucher als bisher angezogen werden. Und dieses Bauwerk wird in der ganzen Welt, auch wegen seiner neuen Technik, Anerkennung finden. Ein Vórausdank hier bereits an die TU Dresden, die neue Baumaterialen auch für solche Objekte entwickelt hat und an die Bauleute, die dieses kleine Wunderwerk errichten werden. Naja, auch ein Dank an die Politiker, die endlich einmal etwas Vernünftiges schaffen wollen, aber auch an die Bürger, die dies mit ihren Steuergeldern ermöglichen (werden).

  2. PS

    Klingt gut. Mal was Vernünftiges vom Freistaat Sachsen. Nun aber bei der Ausführung keine Fehler machen.

  3. Juliane

    Ich bin skeptisch. Nicht wegen der Konstruktion oder der Materialien, sondern wegen der Kosten. 1 Mio. € ist ein hübsches Sümmchen und die Erfahrung zeigt ja, dass es durchaus gern immer mal ein wenig teurer wird. Weder der Pächter noch die Gemeinde werden sich mit einem wesentlichen Betrag an den Baukosten beteiligen können (oder wollen) und der Freistaat wird kaum für den (fast) kompletten Betrag geradestehen wollen.

  4. Adrian

    Wenn der Boden aus Glas ist, werden die vorderen 40% dann zum Skywalk, falls der Felsen abbrechen sollte.

  5. so ä dresdner

    @1 ja sicher doch. Bauwerk aus Sachsen, daher von Weltgeltung... bei Interesse bitte googeln: Grand canyon Skywalk / Eagle Point Parc Pescatore Lift, Luxembourg Steinitzer Treppe Alpspix Aussichtsplattform am Isidor und für gleich eine handvoll fantastischer Aussichtsarchitekturen: National Tourist Routes Norway Da hängt die Latte.

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