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Dienstag, 21.03.2017

Bahnrüpel kommt ohne Urteil davon

Wer die Notbremse gezogen hatte – das stand im Prozess gegen einen 37-jährigen Spielkasino-Angestellten nicht zur Klärung an. Als die Straßenbahn – eine Linie 13 – jedoch dann zum Halten gezwungen worden war und die Polizei anrückte, soll der Fahrgast eine Scheibe eingetreten haben. Der Mann stand am Montag wegen Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Dresden. Laut Anklage soll der Deutsche aus Dresden im Mai 2016 auf dem Weg zu einer Pegida-Demo am Schlesischen Platz gewesen sein. Den Schaden bezifferten die Dresdner Verkehrsbetriebe auf 2 576 Euro.

Zum Beginn der Verhandlung verteilte der Richter neue Fotos, die den Angeklagten in der Bahn zeigen. Verteidiger Michael Sturm kritisierte, dass er die Beweise nicht früher erhalten habe. Er forderte, den Prozess auszusetzen. In einer Beratungspause verständigte Sturm sich mit dem Gericht auf einen nicht ganz üblichen Vergleich, den er mit den Verkehrsbetrieben am Rande ausgehandelt hat. Der Angeklagte sagte zu, den Schaden in monatlichen Raten zu 50 Euro abzuzahlen – dafür stellte das Gericht das Verfahren gegen ihn ein. (SZ/lex)

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