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Mittwoch, 03.01.2018

Bad Schandauer Kurgesellschaft steigert den Jahresumsatz

Eine Neuerung sorgt für die gute Entwicklung. Dennoch kalkuliert die Stadt ein Defizit ein.

Von Gunnar Klehm

© dpa

Bad Schandau. Die Bad Schandauer Kur- und Tourismus GmbH (BSKT) hat 2016 ihren Umsatz weiter steigern können. Das geht aus dem Jahresabschluss hervor, der kürzlich vom Stadtrat bestätigt worden ist. Demnach belief sich die Summe der Erträge auf rund 1,32 Millionen Euro. Das sind rund 54 000 Euro mehr als geplant. Diese Steigerung ist hauptsächlich auf die Eröffnung des Aktiv-Zentrums am Marktplatz im Erdgeschoss der Elbresidenz zurückzuführen. Dort wurde im September 2016 ein weiterer Anlaufpunkt geschaffen, an dem sich Besucher einen erlebnisreichen Aufenthalt organisieren können. Das lief schneller gut an, als gedacht. Die BSKT ist der größte Wirtschaftsbetrieb der Stadt, die hundertprozentige Eigentümerin ist. Außerdem hält Bad Schandau noch Beteiligungen am Abwasserzweckverband WASS mit 11,91 Prozent und an einem Unternehmen des Energieversorgers Enso mit 1,18 Prozent.

Trotz der Umsatzsteigerung hat die BSKT 2016 ein Minus eingefahren. Das war von der Stadt auch so geplant. Übrigens auch für voriges Jahr. Der Jahresfehlbetrag von gut 12 000 Euro im Jahr 2016 ist aber nur die Hälfte von dem, was im Planansatz stand. Das Geld wird aus den Rücklagen entnommen. 2015 gab es im Vergleich ein Plus von rund 11 000 Euro. Die Stadt bezuschusst das Unternehmen mit mehreren hunderttausend Euro pro Jahr. Es betreibt auch defizitäre Einrichtungen wie die Bibliothek und das Stadtmuseum. Größere Gewinne wären kontraproduktiv, weil sie erheblich versteuert werden müssten. Ausgewogen zu wirtschaften, erfordert jedoch eine sehr gute Planung.

Auf Dauer kann aber nicht mit einem Fehlbetrag kalkuliert werden. Das Eigenkapital von rund 180 000 Euro entspricht einer Quote von rund 14 Prozent und wird von Wirtschaftsprüfern als solide eingestuft. Ein substanzielles Abschmelzen des Eigenkapitals sollte es aber nicht geben. Fehlbeträge müsste die Stadt ausgleichen. Die weiteren Planungen laufen.

Ein Diskussionspunkt dürfte dabei die Personalkostenentwicklung im Stadtrat sein. Die stagniert seit Jahren. Angesichts des Fachkräftemangels, wie er von zahlreichen Verbänden und Institutionen immer wieder beschrieben wird, sollte das nicht außer acht gelassen werden. „Das werden wir im Aufsichtsrat im Januar oder spätestens im Februar besprechen“, sagt Bad Schandaus Bürgermeister, Thomas Kunack (WV Tourismus), der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BSKT ist.

In der Kurgesellschaft ist zudem eine Umstrukturierung im Gange. Die Verkehrsgesellschaft OVPS hat sich im Bahnhof in den Räumen der jetzigen Tourist-Information eingemietet. Der Bahnhof gehört der Stadt. Neben dem Fahrkartenverkauf sollen aber weiter Touristen informiert und Mitarbeiter übernommen werden.