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Dienstag, 14.11.2017

Ausschuss ist für eine Klinik-Schule

Damit rückt auch ein Ja im Kreistag näher. Die Ausbildung würde in Görlitz konzentriert. Und in Zittau beendet.

Von Sebastian Beutler und Thomas Mielke.

Symbolbild.
Symbolbild.

© Patrick Seeger/dpa

Görlitz. Trotz der Proteste aus dem Süden des Landkreises zeichnet sich ab, dass die Ausbildung von Krankenschwestern und Pfleger für die Krankenhäuser im Landkreis ab Sommer 2018 in Görlitz zentralisiert wird. Der Gesundheitsausschuss des Kreises hat das Thema in der vergangenen Woche nicht-öffentlich vorberaten. Dabei fand der Vorschlag der Kreisverwaltung eine große Unterstützung. Bei wenigen Enthaltungen stimmten acht Kreisräte im Ausschuss dafür, nur einer dagegen. Das Thema wird nun auch in anderen Ausschüssen beraten, beispielsweise am Dienstag im Hauptausschuss. Am 6. Dezember soll eine endgültige Lösung im Kreistag beschlossen werden.

Seit dem Frühsommer liegen die Pläne des Kreises auf dem Tisch. Sie sehen vor, dass das Städtische Klinikum Görlitz und das Klinikum Oberlausitzer Bergland eine neue Gesellschaft bilden – einen Verbund, der in Görlitz an der Medizinischen Berufsschule den pflegerischen Nachwuchs für die Kliniken in Görlitz, Zittau, Ebersbach und Weißwasser ausbildet. Schon jetzt bildet die Görlitzer Schule für das Klinikum und das Malteser Krankenhaus St. Carolus aus. Auch Schüler aus den Krankenhäusern Weißwasser, Bautzen und Zittau sind bereits unter den 190 Azubis, die an der Medizinischen Berufsfachschule ausgebildet werden. Seit September 1995 haben an der Einrichtung in Görlitz rund 1200 Schüler ihre Ausbildung begonnen. Bei der Zittauer Bildungsgesellschaft werden hauptsächlich die Schwestern und Pfleger für Zittau und Ebersbach ausgebildet. Darüber hinaus hat das Emmaus-Krankenhaus eine Krankenhausschule.

Mit der Bündelung der medizinischen Ausbildung in Görlitz reagiert der Landkreis auf aktuelle Entwicklungen: So nimmt seit Jahren die Zahl der Schulabgänger ab, zugleich ist es immer schwieriger, ausreichend Lehrpersonal für die Ausbildung zu gewinnen. So mussten selbst die Kritiker einer zentralen Lösung eingestehen, dass es in Zittau Stundenausfälle gegeben habe, die nicht ausgeglichen werden konnten. Eine große Schule würde attraktiver wirken, hätte andere Möglichkeiten und könnte auch auf gesetzliche Anforderungen besser reagieren, beispielsweise auf die gemeinsame Grundausbildung von Kranken- und Pflegepersonal.

Die neue Gesellschaft soll ab dem Ausbildungsjahr 2018/2019 ihre Arbeit aufnehmen und auch alle Lehrer aus Zittau übernehmen. Trotzdem sind nicht alle aus dem Süden von dieser Lösung überzeugt. Der Neugersdorfer Unternehmer Ernst Lieb, als Vorsitzender des Firmenausbildungsrings Oberlausitz Minderheitsgesellschafter an der Zittauer Bildungsgesellschaft, kritisierte kürzlich: „Ich halte grundsätzlich nichts von den Konzentrationsbestrebungen des Landkreises, der die Infrastruktur im ländlichen Raum zerstört.“ Die Strategie des Kreises scheint aber durchaus zu überzeugen. Das Fachkrankenhaus Großschweidnitz soll für den Fall des zentralen Ausbildungsverbundes in Görlitz angekündigt haben, ab 2019 die Ausbildung von Dresden nach Görlitz zu verlegen.

Auch der Zittauer Stadtrat sieht die weitere Zentralisierung von Einrichtungen in Görlitz kritisch. Er forderte deshalb unter anderem, dass es zumindest einen Ausgleich für die Schule geben sollte – wenn sie denn schon geschlossen werden muss. Die Zittauer Bildungsgesellschaft ist durch den Aderlass nicht in ihrer Existenz bedroht, verliert aber einen großen Teil ihres Umsatzes. Sie sucht eigenen Angaben zufolge derzeit schon nach neuen Standbeinen.

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